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Johann Liebl mit Bezirksmedaille geehrt

Als Zeichen seiner Anerkennung verleiht der Bezirk Oberbayern an Menschen, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich um das öffentliche Wohl in Oberbayern verdient gemacht haben, die Bezirksmedaille.  In diesem Jahr zeichnet der Bezirk Oberbayern ungewöhnlich viele Vorbilder aus. Hintergrund ist, dass im vergangenen Jahr der Bezirk Oberbayern wegen der Coronapandemie auf Medaillenverleihungen weitgehend verzichtet hatte. Nun werden in diesem Jahr Personen für die Jahre 2020 und 2021 geehrt. Zu den Geehrten zählt Johann Liebl aus Mühldorf.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer sagte in seiner Laudatio:  

Was ist ein Urgestein ehrenamtlichen Engagements?

Johann Liebl ist dafür ein Paradebeispiel: Er leistete ein Dreiviertel Jahrhundert ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Vereinen. Das sind unvorstellbare 75 Jahre Einsatz für die Menschen in Mühldorf am Inn. Insgesamt engagierte sich Johann Liebl bei 15 Mühldorfer Vereinen. Daneben war er 36 Jahre kommunalpolitisch im Gemeinderat aktiv – also für rekordverdächtige sieben Wahlperioden. Das macht ihm so schnell keiner nach!

Angesichts der Fülle der Aktivitäten und ehrenvoller Aufgaben kann eine Laudatio nur lückenhaft sein. Ich beschränke mich daher auf einige Schlaglichter. Im Mittelpunkt steht sicher die Sportbegeisterung: Seit er elf Jahre alt war, spielte Hans Liebl Fußball, „natürlich“ bei den „Rothosen“ der Spielvereinigung. Bei diesem Verein war er nicht nur Mitglied, sondern jahrelang erster Vorstand und Trainer. Schließlich focht er wie ein Löwe für den Erhalt des Vereins und, als dieser im FC Mühldorf aufging, setzte er sich auch dort für den Sport ein.

Seine Begeisterung beschränkte sich aber nicht nur auf den Fußball: Seit mehr als sieben Jahrzehnten engagiert sich Johann Liebl für den Sportverein ESV Mühldorf. Was er anpackte, hatte in der Regel Hand und Fuß. Zähigkeit und Durchhaltewillen waren immer seine Stärken. Wenn es darauf ankommt, kann Liebl aber auch schnell sein: Schließlich war er einst Bayerischer Meister im 100- und 200-Meter-Lauf.

Als das Sportheim niederbrannte, organisierte er nicht nur den Wiederaufbau, sondern krempelte selbst die Ärmel hoch und scheute sich auch hier nicht, Eigenmittel einzusetzen. Ohne seine tatkräftige Hilfe würde das ESV-Sportheim samt Kegelbahnen heute nicht stehen.

Bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit waren ihm nicht nur die Vereine, sondern vor allem die Menschen wichtig. Der Förderung der Jugend war ihm stets ein Herzensanliegen. Legendär ist in diesem Zusammenhang sein Einsatz für einen Sprungturm im Mühldorfer Freibad. Dafür sammelte er 1 000 Unterschriften. Auch wenn er den Bau nicht durchsetzen konnte, war dieser Kampf eine wichtige Etappe, um die Sportgemeinde zusammenzuschweißen.

Den richtigen Ton fand er auch musikalisch bei seinem mehr als ein halbes Jahrhundert dauerndes Engagement bei der Stadtkapelle Mühldorf. Als Zweiter Vorstand trug er wesentlich zum Bau des Vereinsheimes bei. Bei den gut 15 Vereinen, in denen sich Liebl engagiert, möchte ich hier noch die jeweils mehr als 50 Jahre bei den Kriegern und Soldaten Altmühldorf sowie bei den privilegierten Feuerschützen Mühldorf nennen.

Johann Liebl setzte sich aber nicht nur in den Vereinen für seine Mitmenschen ein, sondern engagierte sich auch kommunalpolitisch: Bereits im Jahr 1972 trat er der SPD bei. Den Höhepunkt erlebte seine Karriere mit der Wiederwahl zum Dritten Bürgermeister im Mai 2002. Dazwischen lagen zahlreiche Stationen als SPD-Kassier, Kreistags-mitglied und Sportreferent.

Der ehemalige Sportreferent, Dritte Bürgermeister und „Stimmenkönig“ ist mit seinem ehrenamtlichen Engagement wahrlich ein Vorbild! Als äußeres Zeichen der Anerkennung ehren wir Sie, sehr geehrter Herr Liebl, mit der Bezirksmedaille! Im Namen des Bezirks Oberbayern spreche ich Ihnen meine höchste Anerkennung aus.

Bericht und Fotos: Bezirk Oberbayern

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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