Land- & Forstwirtschaft

Die Rose, „Königin der Blumen“ – Tipps vom Kräuterweibe 

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Umfassend hat sich Kräuterweibe Maria Zierer aus Prien-Siegharting im Rahmen ihrer Aus- und Fortbildungen mit der Rose befasst. Die Rose, lateinisch Rosa, hat viele Volksnamen, unter anderem Edelrose, Frauenrose, Gartenrose, Heckenrose oder Apothekerrose und sie gilt seit der griechischen Antike als „Königin der Blumen“.

Ihre typischen Merkmale sind die Stacheln, die im Volksmund gerne als Dornen bezeichnet werden, die Hagebutten und die unpaarig gefiederten Blätter. Es sind Sträucher mit meist fünfzähligen Blüten. Dazu weiß Maria Zierer: „Verwendet werden können die Rosenblüten, die Hagebutten und die Hagebuttenkerne.  Arzneilich verwendet werden ausschließlich alte Rosensorten wie z. B. Rosa callica, Rosa centifolia, Rosa demacena oder Wildrosensorten.  Die Rose wirkt hautklärend, blutreinigend, keimwidrig, entzündungshemmend, pilzfeindlich, wundheilend, wärmend, beruhigend, umhüllend, stimmungsaufhellend, stärkend, öffnet Herz und Sinne und wirkt somit auf Körper, Geist und Seele“. Rote Rosen gelten seit dem Altertum als Symbol von Liebe, Freude und Jugendfrische. Die weiße Rose wiederum gilt seit jeher auch als Zeichen der Verschwiegenheit. Hildgard von Bingen schrieb: „Sammle die Rosenblätter bei Tagesanbruch und lege sie über die Augen, sie machen dieselben klar…“ Dies ist eine Empfehlung, die auch heute noch Gültigkeit besitzt.

Als Erstes befasst sich das Kräuterweibe mit den Rosenblüten: die Inhaltstoffe der Blüten  der oben genannten Sorten sind ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe und Proanthocyhide. „Beeindruckend finde ich, dass das ätherische Öl über 400 Einzelsubstanzen, welche noch nicht alle identifiziert sind, enthalten. Damit gehört das Rosenöl, chemisch gesehen, zu den komplexesten ätherischen Ölen überhaupt. Man bedenke, dass man für 1 g ätherisches Rosenöl  3-5 kg dieser Blüten benötigt“. Weiteres sagt sie: „Als Tee werden Rosenblüten eingesetzt bei Hauterkrankungen, bei Akne, zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens, gegen Fieber, zur Förderung der Sinnlichkeit und Fruchtbarkeit. Als Beigabe zu Teemischungen kommen sie bei Durchfall, Schlafstörungen oder bei Magen- und Menstruationskrämpfen zum Einsatz“. Das Rosenwasser kann bei entzündeter und geröteter Mundschleimhaut als Gurgellösung versucht werden. Als Kompressen oder Auflagen bei Ekzemen, Gürtelrose oder Herpesinfektionen wirkt das Rosenwasser kühlend und beruhigend.

„Aus eigener Erfahrung kann ich das Rosenwasser als Raumspray sehr empfehlen. Wenn man damit in einem Raum sprüht, wird dieser so finde ich gleich frischer und wird so richtig klar und rein“ – diesen eigenen Erfahrungen fügt Maria Zierer noch folgenden Herstellungstipp hinzu: „Eine Möglichkeit Rosenwasser sehr leicht selber zu machen ist, indem man 2 Handvoll Rosenblütenblätter (hellen Blütenboden abschneiden, denn diese sind oft bitter) mit  ½ Liter handwarmen  Wasser in einem Topf übergießt. 2 Tage zugedeckt stehen lassen. Abgießen und in diese Flüssigkeit nochmals 2 Handvoll Blütenblätter. 2 Tage lang ziehen lassen, abseihen und fertig ist das Rosenwasser. Leider ist das Rosenwasser so nur einige Tage kühl gelagert haltbar. Daher in kleine Eiswürfelförmchen einfrieren. Als Raumspray kann man es haltbar machen wenn man 1/3 Wodka und 2/3 Rosenwasser mischt“.

Ein weiterer Tipp lautet: „Auch das selbsthergestellte Rosensalz  aus Duftrosen und Salz sollte mal zu Fisch, Hähnchen oder asiatischen Gerichten probiert werden. Zum Verfeinern von Salaten kann ich den Rosenblüten-Essig empfehlen. Dazu 2 Handvoll Rosenblätter in eine Flasche geben, mit Apfelessig übergießen und einige Zeit stehen lassen“. Der Tipp zum Rosengelee: „Das Rosengelee findet auch immer wieder guten Anklang. Dazu 0,75 l Bio-Apfelsaft kurz aufkochen. Dann 12-15 stark duftende Rosenblütenblätter (hellen, bitteren Blütenboden abschneiden) und eine Bio-Zitrone in Scheiben dazugeben. Das Ganze über Nacht kühl stellen. Am nächsten Tag abseihen und abwiegen. Je nach Geschmack den entsprechenden Gelierzucker nach Anweisung dazugeben und kochen. Noch heiß in saubere Gläser geben und verschließen“.

Abschließend gibt das Kräuterweibe noch folgenden Hinweis: „In den frühen Morgenstunden duften die Rosen am stärksten. Alle Rosenblüten sind essbar und heilsam. Sie dürfen natürlich nicht mit chemischen Düngemittel, Insektiziden oder Wachstumsbeschleuniger behandelt worden sein“. Weitere nützliche und interessante Tipps zur Rose folgen.

Fotos: Hötzelsperger –    Rosenblüten

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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