Leitartikel

Chiemgauer Bauern: vom Stroh- zum Mahnfeuer

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

 „Vom Strohfeuer zum Mahnfeuer“ – so könnte man die erste konzertierte Aktion der bayerischen Bauern bezeichnen, dies sich mit 80 Traktoren und vor allem vielen jugendlichen Vertretern der Landwirtschaft in der Gemeinde Rimsting trafen. Eingeladen hierzu hatte die  Aktionsgruppe Landschaft-Verbindung-München.

 In Rimsting übernahm Jung-Landwirt  und angehender Landwirtschaftsmeister Josef Hofmeyer, der im Nebenerwerb um die bäuerliche Existenz seines Familienbetriebes kämpft die Willkommensgrüße. „Wir kämpfen mit dem Rücken zur Wand und deswegen haben wir kurzfristig für heute hier nach Rimsting eingeladen. Es freut mich, dass sich eine so große Resonanz ergeben hat, wenngleich dies auch die Not in unseren Reihen widerspiegelt“ – so Josef Hofmeyer in seiner Begrüßung. Rimstings Zweiter Bürgermeister Andreas Fenzl fasste seine Willkommensgrüße knapp mit dem kurzen Satz zusammen „Wir Bayern und Chiemgauer brauchen die Bauern!“. Hauptrednerin war auf einer improvisierten Bühne zwischen den Bulldog-Reihen und dem lodernden Mahnfeuer Christine Heiss vom Organisationsteam Landwirtschaft-Verbindung; sie war zusammen mit ihrem Kollegen Alex Schneider aus Riedering gekommen,  um der örtlichen Initiative bei der bundesweiten Aktion auch überörtliche Unterstützung zuteil werden zu lassen. „Wir verstehen uns als Sprachrohr der Basis, bei unseren bisherigen Demonstrationen, unter anderem in München und Berlin ging es darum, wissenschaftliche Erkenntnisse für politische Entscheidungen zu akzeptieren. Unser Ziel ist es, das Bewusstsein zu schärfen dafür, wie Leben in der Landwirtschaft funktioniert“ – so die junge Landwirtin. Das Treffen, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel vor kurzem nach den eindrucksvollen Bauerndemonstrationen in Berlin eingeladen hatte, bezeichnete Christine Heiss als Hoffnungsfunken, das kein Strohfeuer werden sollte indem sie sagte: „Jahrelang haben keine Dialoge mehr stattgefunden, jetzt wurde vielleicht ein Anfang gemacht, es wird Zeit notwendig sein, um die bäuerliche Arbeit, die regionalen Lebensmittel, die hohen Standards und die Verbraucher in ein gemeinsames Boot zu bekommen. Aber es lohnt sich, an unseren Zielen festzuhalten und mit der Politik im Gespräch zu bleiben – dann kann sich auch was zugunsten der bayerischen Landwirtschaft ändern“. Nach der offiziellen Kundgebung gab es noch viele Gelegenheiten zum gegenseitigen Gedankenaustausch und zu intensiven Diskussionen.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke   von der Bauern-Demonstration in Rimsting

  • …1183: Von links: Alex Schneider und Christine Heiss vom Orga-Team Landschaft-Verbindung
  • …1187: Auf der Bühne von links: Sepp Hofmeyer, Christine Heiss und Alex Schneider
  • ..u.a.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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