Corona-Krise

Bayern in Zahlen im Corona-Jahr

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Bayern in Zahlen: Außenhandel, Tourismus, Kulturstatistik und Corona Juni-Ausgabe 2021 von „Bayern in Zahlen“ erschienen  Die Folgen der Corona-Pandemie stehen im Mittelpunkt dieser Ausgabe.

Bei den Exporten der bayerischen Wirtschaft stellt der Rückgang mit einem Minus von über elf Prozent im Corona-Jahr 2020 einen deutlichen Einschnitt dar – ein vergleichbar niedriger Wert wurde zuletzt 2014 verzeichnet. Auch der Anstieg der Importe wurde erheblich gebremst. Ebenfalls massiv eingebrochen ist der bis zum Januar 2020 konstant wachsende Tourismussektor. Die Bilanz des Tourismusjahres 2020 ist mit einem Rückgang um 50,4 Prozent bei den Gästeankünften und um 40,6 Prozent bei den Übernachtungen ernüchternd. Eine seit 2008 im Aufbau befindliche bundesweit abgestimmte Kulturstatistik soll vorhandene und neue Daten systematisch erschließen. Welche Auswirkungen COVID-19 in den Jahren 2020 und 2021 für die Kultur in Bayern zeitigt, wird aus methodischer Perspektive „angeleuchtet“. Vor dem Hintergrund der durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen in der Datenerhebung läuft derzeit eine Reformdebatte über künftige Erhebungswege im Mikrozensus. Die jeweiligen Vor- und Nachteile wurden bei einem digitalen Expertengespräch diskutiert. Statistik-Schlagzeilen aus Bayern 20 192 Einbürgerungen. Keine erhöhten Sterbefallzahlen. Verfügbares Einkommen steigt um 38,2 Prozent. Inflationsrate bei 2,0 Prozent. Wohnungsbaugenehmigungen mit 26 Prozent weit über Vorjahresniveau. Sprunghafter Anstieg bei Insolvenzen. Zahl der Neugründungen um 76,4 Prozent höher. Starker Umsatzanstieg im Verarbeitenden Gewerbe. Leichter Umsatzrückgang im Bauhauptgewerbe. Produktion zieht merklich an. Einzelhandel in Verkaufsräumen leidet stark unter Corona-Pandemie. Umsatz des Gastgewerbes um über 70 Prozent gesunken. Exporte im Minus, Importe im Plus. Exportwert bei 15,3 Milliarden Euro. Importwert bei 16,4 Milliarden Euro.

Der Außenhandel der bayerischen Wirtschaft im Corona-Jahr 2020
Der Rückgang der Exporte der bayerischen Wirtschaft im Jahr 2020 war der dritte Rückgang in Folge und mit einem Minus von über elf Prozent ein deutlicher Einschnitt im Aufwärtstrend der letzten Jahrzehnte. Ein Exportwert in vergleichbarer Höhe von 168,2 Milliarden Euro war letztmalig im Jahr 2014 erzielt worden. Auch der Anstieg der Importe wurde im Jahr 2020 deutlich gebremst. Mit einer Abnahme um knapp sieben Prozent auf 179,9 Milliarden Euro lagen die Importe auf dem Stand des Jahres 2017. Welche Länder zu den wichtigsten Exportzielen und Beschaffungsmärkten der bayerischen Wirtschaft im Jahr 2020 zählten und welche Export- und Importgüter die „Gewinner“ und „Verlierer“ waren, zeigt dieser Beitrag.

Der Tourismus in Bayern im Corona-Jahr 2020
Seit dem ersten in Deutschland registrierten Corona-Fall am 27. Januar 2020 hat der bis zu diesem Zeitpunkt konstant wachsende Tourismus in Bayern einen massiven Einbruch erfahren. Auch die leichte Entspannung während der Sommermonate konnte den deutlichen Rückgang der Ankunfts- und Übernachtungszahlen im Jahr 2020 kaum bremsen. Die Bilanz des Tourismusjahres 2020 ist mit knapp 20 Millionen Gästeankünften und rund 60 Millionen Übernachtungen entsprechend ernüchternd. Gegenüber dem Jahr 2019 sanken die Gästeankünfte um 50,4 Prozent, die Gästeübernachtungen um 40,6 Prozent. Am stärksten betroffen waren die Großstädte Bayerns.

Szenen ausleuchten: Über Kulturstatistiken – Eine kleine Symphonie kulturstatistischer Kenngrößen für Bayern
Seit 2008 baut die amtliche Statistik eine bundeseinheitliche Kulturstatistik auf, um vorhandene und neue Daten systematisch zu erschließen, auf Desiderate hinzuweisen und Ergebnisse zu publizieren. Zeitgleich haben sich auf EU-Ebene und innerhalb Deutschlands in den vergangenen Jahrzehnten Varianten von Kulturberichterstattungen herausgebildet: ein eher ökonomisch-marktorientierter Fokus sowie ein mehr an Kulturpartizipation orientierter Fokus. Der Beitrag greift beide Richtungen auf und erörtert Kulturindikatoren für Bayern. Die Frage, welche Auswirkungen COVID-19 in den Jahren 2020 und 2021 für die Kultur in Bayern zeitigt, wird aus methodischer Perspektive „angeleuchtet“.
Digitales Expertengespräch zur Zukunft des Mikrozensus am 18. Mai 2021
Vor dem Hintergrund der durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen in der Datenerhebung wird im statistischen Verbund derzeit eine Reformdebatte über die künftige Priorisierung von Erhebungswegen im Mikrozensus geführt. Diskutiert wird ein Wechsel von der Face-to-Face- zur Online-Befragung als dem primären Erhebungsweg. Zu diesem Thema fand am 18. Mai 2021 ein von der Deutschen Statistischen Gesellschaft (DStatG) in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Statistik organisiertes digitales Expertengespräch statt.
In eigener Sache: StatistikTage Bamberg|Fürth 2021- diesmal digital
Das Bayerische Landesamt für Statistik und die Otto-Friedrich-Universität Bamberg organisieren – diesmal zusammen mit dem Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg – vom 14. bis 16. Juli 2021 die neunten StatistikTage Bamberg|Fürth mit dem Thema „Familien im Blick der Statistik – Entstehung, Struktur und Alltag“, der Pandemie geschuldet in einem digitalen Format via Zoom statt. Weitere Infos: www.statistiknetzwerk.bayern.de/themen/statistiktage/familien_im_blick_der_statistik. Anmeldungen an: anmeldung@statistik.bayern.de.

Bericht: Bayerisches Landesamt für Statistik

Foto: Rainer Nitzsche – Luftaufnahme mit Chiemsee-Inseln

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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