Sport & Freizeit

Ausflug in die Allianz-Arena: FC Bayern München – Bayer Leverkusen

Günther Freund
Veröffentlicht von Günther Freund

Am ersten Advents-Wochenende abenteuerliches Fussball-Event live erleben.

Ich habe endlich einmal eine Karte für ein Bundesligaspiel des FC Bayern München ergattert. Ein Freund von mir aus Bonn, FC Bayern-Mitglied, der ab und zu Karten für die Allianz-Arena hat, konnte nicht kommen und hat mir seine in Form eines Internetausdrucks per Mail zugesandt. Als Bayern-Fan seit fast 60 Jahren lasse ich mir natürlich die Chance ein Bundesliga-Spitzenspiel live zu erleben nicht entgehen.

Ich parke mein Auto bei meinem Sohn und fahre mit der U-Bahn vom Prinzregentenplatz zur Arena. Beim Umsteigen am Odeonsplatz sehe ich schon, daß ich nicht der einzige bin, der zum Fussball will. Ich brauche nur den an ihren FC Bayern- Schals oder Kappen erkennbaren Fans folgen und komme im Pulk am Bahnsteig an. Die erste Bahn , die einfährt ist proppenvoll, die Türen bleiben zu. Die zweite ist zwar ebenfalls voll, aber die Türen öffnen sich und ich werde hineingeschoben. Die Luft ist zum Schneiden dick, ich bin in Schweiß gebadet und froh nach einer Viertelstunde in Fröttmaning wieder ausgespuckt zu werden. Ich genieße die frische Luft beim viertelstündigen Marsch vom U-Bahnhof zur Arena und schau mir die interessanten Leute an, die doch so einiges in Kauf nehmen, um ein Bundesligaspiel des FC Bayern live zu sehen. Warum machen sie das?
Der Zugang zum Stadion klappt reibungslos, es funktioniert tatsächlich mit dem Internetausdruck. In der riesigen Anlage finde ich miich auch gut zurecht, es ist alles bestens ausgeschildert. Ich steige die Treppe hoch in den Oberrang und finde schnell meinen Platz. Neben mir soll ein ebenfalls von meinem Bonner Freund mit einer Eintrittskarte versorgter Bonner sitzen, aber der Platz bleibt leer. Die Stimmung in der Arena ist toll, die Gladiatoren sind schon auf dem Rasen und machen sich warm. Die Aufstellungen werden durchgesagt. Bei den Spielern der Bayern nennt der Sprecher nur den Vornamen und die Fans brüllen laut den Nachnamen. Dann gibt´s noch was besonderes: Uli Hoeneß, seit einigen Tagen nicht mehr Präsident, bekommt einen Gamsbarthut und einen Blumenstrauß als Abschiedsgeschenk, außerdem trägt nun eine Lounge in der Allianz-Arena seinen Namen . Die Zuschauer klatschen dem beliebten jetzt nur noch Ehrenpräsidenten begeistert Beifall. Dann pfeift der Schedsrichter das Match an und jetzt kommt auch mein Sitznachbar, er hatte Probleme beim Zugang in die Arena, denn sein Internetausdruck hat nicht funktioniet. Aber das freundliche Personal hat geholfen, der Fehler wurde aufgeklärt und man druckte ihm einen passenden Zugangsbrief aus. Jetzt können wir das Match gemeinsam erleben und gleich immer aktuell unsere Kommentare dazu austauschen.

Die Bayern starten schwungvoll, Gnabry hat die erste riesige Chance. Alleine vor Torwart Hradecky schiesst er an den Pfosten, was für ein Pech. Und dann fast im Gegenzug fällt das 1:0 für Leverkusen: Bailey ersprintet eine Steilvorlage und trifft unhaltbar für Neuer genau ins Eck. Der Stimmung tut das keinen Abbruch, die Zuschauer feuern die Bayern lautstark an und mit Erfolg, Thomas Müller macht kurze Zeit später den Ausgleich. Doch die Werkself kontert noch einmal und wieder trifft Bailey, Neuer ist erneut ohne Chance, 2:1 für Leverkusen. Dann stürmen nur noch die Bayern, haben mehrmals Möglichkeiten zum Ausgleich, die beste vergibt jurz vor der Halbzeit Gnabry. Alleine 5 m vor Hradecky legt er für Perisic auf, statt zu schiessen und Bender kann noch zur Ecke klären. Auch in der zweiten Hälfte dominieren die Münchner, treffen noch zweimal Aluminium. Der Gegner hat auch noch gute Torchancen, die Neuer vereitelt. Und so wird es tatsächlich eine Niederlage für den deutschen Meister, der erste Dämpfer für Trainer Hansi Flick.

Großer Jubel im Fanblock der Leverkusener, lange Gesichter bei den Münchnern, aber es war ein hochklassiges, sehr unterhaltsames Spiel und in der Kolonne auf dem Weg zur U-Bahn diskutieren wir immer noch, wie es passieren konnte, daß der Favorit fast auf groteske Weise beste Gelegenheiten nicht nutzte. Zur Enttäuschung über die Niederlage kommt dann auch noch ein langes Warten im U-Bahnhof bis der Einstieg in die bereitstehende U-Bahn freigegeben wird Die Ursache für den angeblich unüblichen Stau beim Abtransport der Zuschauermassen ist nicht ersichtlich. Aber egal, irgendwann sind wir drin im Zug und haben sogar Sitzplätze. Der Frust ist dann schnell wieder abgebaut, denn was solls – das Ergebis ist doch eigentlich Nebensache, Hauotsache wir haben ein aufregendes Spiel mit einer tollen Atmosphäre und einem interessanten Publikum erlebt.

War wirklich ein super Event – die Frage danach, warum Leute so manches auf sich nehmen, um direkt in der Arena dabei zu sein, anstatt sich das alles gemütlich im Fernsehen anzuschauen, stellt sich mir jetzt nicht mehr. Man muss es einafch mal erlebt haben.

Fotos: Günther Freund

Über den Autor

Günther Freund

Günther Freund

1944 in Bad Reichenhall geboren, Abitur in Bad Reichenhall, nach dem Studium der Geodäsie in München 3 Jahre Referendarzeit in der Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung mit Staatsexamen, 12 Jahre Amtsleiterstellverteter am Vermessungsamt Freyung, 3 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Zwiesel und 23 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Freyung (nach Verwaltungsreform mit Vermessungsamt Zwiesel als Aussenstelle). Seit 2009 im Ruhestand, seitdem in Prien am Chiemsee wohnhaft.

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