Kultur

60 Jahre Aschauer Alphornbläser – Silvesterklänge

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Jahr 1959 wurden von Franz Jell, Rechenmacher und Landwirt von Hafenstein, Gemeinde Bernau am Chiemsee, unter Mithilfe der Aschauer Burschen die ersten Alphörner erbaut.

Die 4m langen, in Es gestimmten Instrumente wurden am Sylvesterabend 1959 in der Bernauer Pfarrkirche von Pfr. Back geweiht. Angeregt wurde Franz Jell zum Bau der Alphörner durch den Auftritt einer Schweizer Alphorngruppe aus Weissenstein / Solothurn beim weit um bekannten Pfingstsingen 1948 u. 1950 in Aschau. Wegen Jells großen Interesse an dem Instrument machte sich schließlich der Schweizer Alphornbläser Taugott Baumgartner mit seinem Instrument in Begleitung von Alois Oberlechner, Postbote und Mitorganisator des Pfingstsingens zu Fuß von Aschau nach Bernau auf den Weg, um Jell über die Bauweise zu Informieren.

Da die vier Bläser auch Mitwirkende der Aschauer Blaskapelle waren, halfen die Musikanten Bauer Hans, Gawlik Helmut, Gawlik Erich ab den 70er Jahren bei verschiedenen Alphornauftritten aus. Hauptsächlich finden die Auftritte im örtlichen Bereich statt z.B. alljährliche Bergmessen (Kampenwand), bayerisch / tirolische Walfahrt zur Ölbergkapelle Sachrang, Heimatabende, Ständchen usw. Auch konnten schon einige Auslandsreisen verwirklicht werden. Zum Vortrag bei den Auftritten kommen fast ausschließlich Stückl und Weisen vom Kieweg Adi (+2008), dazu der Kampenwandruf von Hans Mielenz. In den laufenden Jahren kamen Weisen von den aktuellen Bläsern hinzu. Das 50-jährige Bestehen wurde am Silvesterabend 2009 an der Fischer-Kapelle in Engendorf mit Sebastian Aicher mit einer Dankandacht gebührend gefeiert.

In Verbindung mit der Jahresschlussandacht am 31. Dezember 2019 in der Aschauer Pfarrkirche feiern die Aschauer Alphornbläser ihr 60-jähriges Bestehen. Beginn ist um 15.45 Uhr am Kirchplatz.

Historische Aufnahme: von links: Fischer Wolfgang. Anner Konrad, Pertl Anderl, Kieweg Adi. Da in Bernau wenig Interesse an der Entstehung des Alphorns vorhanden war, Franz Jell sogar als Spinner hingestellt wurde, gingen die Hörner in den Besitz der Gemeinden Nieder- u. Hohenaschau über.

Aktuelle Aufnahme: Zurzeit besteht die aktive Alphornbläsergruppe mit (auf dem Foto 2019 v.l.): Bauer Hans, Gawlik Erich und Pertl Anderl.

Bericht und Foto Herbert Reiter

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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