Kultur

12. Internationaler Gesangswettbewerb Immling

113 junge Sängerinnen und Sänger hatten sich zum 12. Internationalen Gesangswettbewerb Immling angemeldet, 94 waren angetreten und vierzehn erreichten schließlich das Finale. Schon das eine beachtliche Leistung, mussten die Teilnehmer doch in zwei Vorrunden nicht nur ihre Sangeskunst, sondern auch Nervenstärke angesichts des gewaltigen Konkurrenzdrucks unter Beweis stellen. Aber wer das Finale erreicht, hat auch den Ehrgeiz, auf dem Siegertreppchen zu stehen – und dieser Wunsch spornte im Rahmen der festlichen Operngala „Die Stars von morgen“ im Kultursaal am Park, Bad Endorf hörbar zu Höchstleistungen an.

Das dargebotene Repertoire der Finalisten reichte dabei von Rossini bis Korngold, von Gounod bis Richard Strauss. Neben Intendant Ludwig Baumann nahmen auch Dr. Ursula Benzing (Operndirektorin Staatstheater Kassel), Samantha Carbone (General Manager Ouverture Artists, Koper, Slowenien), Dr. Peter Czernin (Wien), Kalle Kanttila (Opernsänger, CEO & Artist Manager, IOA Management Helsinki/München), Prof. Stephan Matthias Lademann (Universität für Musik und Darstellende Künste Wien) und Prof. Marga Schiml (Professorin für Gesang) in der Jury Platz. Um vor dieser zu bestehen, wurden wie jedes Jahr Künstler gesucht, keine bloßen „Stimmenbesitzer“. Bühnenpräsenz wurde daher ebenso erwartet und bewertet wie Stimmqualität, Musikalität und Technik – ganz im Sinne einer Förderung junger Talente für ein modernes und lebendiges Musiktheater

Angesichts der Preisträger darf man auf deren weiteren Werdegang jedenfalls sehr gespannt sein. Der erste Preis wurde an den südkoreanischen Bassbariton Yisae Choi (28) vergeben, der mit Arien aus von Webers „Freischütz“ und Rachmaninovs „Aleko“ eindrucksvoll sein künstlerisches Potenzial offenbarte. Bereits im August wird das Publikum des Immling Festivals ihn beim „Finale Grande“ wieder erleben dürfen. Ihm dicht auf den Fersen blieb die zweitplatzierte, erst 23-jährige georgische Sopranistin Ketevan Chuntishvili, die mit ihrer Interpretation der Sneguročka („Schneeflöckchen“, Rimskij-Korsakov) und der Adina („L`elisir d`amore“, Donizetti) auch die Herzen der Zuschauer und damit den Publikumspreis für sich eroberte. Den Reigen der besten Drei komplettierte die südkoreanische Sopranistin Hyunju Mun (26), die als Marie aus Donizettis „La fille du régiment“ und als Liù aus Puccinis „Turandot“ die Jury von sich zu überzeugen wusste.

Daneben wurden einmal mehr auch thematisch gebundene Preise vergeben. Bereits Tradition hat die Auszeichnung der gelungensten Interpretation eines Liedes aus der Romantik – ein Genre, das ganz besondere Anforderungen mit sich bringt. „Oper ist schwer, aber die Liedkunst halte ich für die größere Herausforderung. Alles, was schwer ist, muss wahnsinnig leicht klingen“, so Intendant Ludwig Baumann. Mit Robert Schumanns „Mondnacht“ gelang dem südkoreanischen Bariton Josef Jeongmeen Ahn (28) ein atmosphärisch dichter Auftritt, der mit der entsprechenden Auszeichnung belohnt wurde. Der Preis für die beste Interpretation einer Arie aus dem italienischen Fach ging derweil an den aus Estland stammenden Bassbariton Raiko Raalik (26), der der Arie des Colline „Vecchia zimarra“ aus Puccinis „La bohème“ Leben einhauchte. Abgerundet wurde die Runde der Gewinner durch zwei Nachwuchspreisträger, deren beachtliche Leistungen ganz am Anfang ihrer Laufbahn von der Jury honoriert wurden: die ukrainische Sopranistin Teona Todua (22) und der erst 17-jährige rumänische Bassbariton Horia Constantin Radu, die Ausschnitte aus Puccinis „Suor Angelica“ respektive Mozarts „Don Giovanni“ darboten.

Die Prognosen für die Zukunft der Oper erscheinen angesichts der künstlerischen Leistung des Teilnehmerfelds in positivem Licht. Was jeder Einzelne der Finalisten aus seinem Potenzial macht, wird die Zukunft zeigen. Wir wünschen den „Stars von morgen“ jedenfalls von Herzen alles Gute für ihre Zukunft und bedanken uns für einen spannenden 12. Jahrgang des Internationalen Gesangswettbewerbs Immling.

DIE PREISTRÄGER DES 12. INTERNATIONALEN GESANGSWETTBEWERBS IMMLING

  1. Preis: Yisae Choi– Bassbariton, 28 Jahre, Südkorea
    5.000,- € gestiftet vom Lions Club International, Distrikt Bayern-Süd, sowie ein Auftritt beim Konzert „Finale Grande“ mit dem Festivalorchester Immling unter der Leitung von Cornelia von Kerssenbrock
  2. Preis: Ketevan Chuntishvili– Sopran, 23 Jahre, Georgien
    3.000,- € gestiftet vom Lions Club Bad Endorf Chiemgau
  3. Preis: Hyunju Mun– Sopran, 26 Jahre, Südkorea
    1.500,- € gestiftet vom Lions Club Rosenheim

Weitere Preise:

  • Preis für die beste Interpretation einer Arie aus dem italienischen Fach:
    Raiko Raalik
     – Bassbariton, 26 Jahre, Estland
    500,- € gestiftet von der Molkerei MEGGLE Wasserburg GmbH & Co. KG
  • Publikumspreis: Ketevan Chuntishvili – Sopran, 23 Jahre, Georgien
    500,- € gestiftet von der WTS Group AG Steuerberatungsgesellschaft
  • Nachwuchspreis weiblich: Teona Todua – Sopran, 22 Jahre, Ukraine
    300,- € gestiftet vom Gewandhaus Hugo Gruber KG
  • Nachwuchspreis männlich: Horia Constantin Radu – Bassbariton, 17 Jahre, Rumänien
    300,- € gestiftet vom OVB Medienhaus
  • Liedpreis: Josef Jeongmeen Ahn – Bariton, 28 Jahre, Südkorea
    300,- € gestiftet vom Volkswagen Zentrum Rosenheim
  • Stipendien für die Preisträger in Höhe von jeweils 500,- € stifteten:
    JNS Dachtechnik GmbH
    MSG Baulanderschließung Manfred Singer e.K.
    HO-Kran GmbH

Herzlichen Dank allen Preisstiftern. Unser besonderer Dank gilt Herrn Dr. Peter Czernin für seine großzügige Unterstützung des Wettbewerbes.

Bericht und Fotos: Immling Festival

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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