Freizeit

Wandertipp: Möslalm und Möslalmkogel

Unser Tipp zeigt: Es muss nicht immer ein hoher Stützpunkt am Ende einer anstrengenden Wanderung sein! Einen einfachen und leicht erreichbaren Platz unter den Inntaler Bergwanderzielen nimmt die gastfreundliche Möslalm am östlichen Ende der Wildschönau ein. Und das, obwohl sie nicht einmal die Höhe von 1000 Metern aufweist. Der besondere Reiz liegt wohl darin, dass sie zu jeder Jahreszeit ohne große Herausforderungen erreichbar ist. Sei es im Frühjahr, wenn hier oben auf den sonnigen Almwiesen die ersten Schneeglöckchen sprießen, im Sommer, wenn wir geruhsam durch den schattigen Wald aufsteigen, oder im Herbst, wenn sich die Bäume und das Laub bunt färben. Und im Winter lockt die Rodelbahn von der Almhütte bis ins Tal.

Von der gemütlichen Terrasse aus haben wir eine großartige Aussicht auf die Stadt Wörgl, das Inntal oder auf Gipfel wie den benachbarten Pölven, den gegenüberliegenden Pendling oder das Hundsalmjoch. Noch mehr Aussicht bietet der Hausberg Möslalmkogel, auf den wir in kurzen 20 Minuten leicht aufsteigen können.

Anfahrt

Wir fahren auf der Inntalautobahn bis zur Ausfahrt Wörgl-Ost, von dort leiten uns die Wegweiser in die Ortsmitte und wir biegen hier in Richtung Wildschönau ab. Am besten parken wir auf dem Zentralparkplatz im Zentrum. Die Gehzeit von dort entlang der Wildschönauer Straße bis zum Wanderweg beträgt eine Viertelstunde. Der Aufstieg beginnt am Ortsende bei einer Rechtskurve. Dort, wo die Straße bergauf führt, zweigt links in der Nähe vom Kraftwerk Müllnertal der Möslalmweg ab (GPSWegpunkt für’s Handy N47 28.809 E12 04.301).

Öffentliche Verkehrsmittel: Mit der Bahn können wir bis nach Wörgl fahren. Weiter fahren wir mit dem Bus in Richtung Wildschönau, Haltestelle Müllnertal. Von dort sind es wenige Meter zu Fuß bis zum Möslalmweg. Ohne Bus gehen wir vom Bahnhof zu Fuß in 20 Minuten zum Beginn des Möslalmwegs.

Aufstieg

Wenige Meter nach dem Gasthof Berghäusl führt der Weg in einen lichten Mischwald, der später dichter wird. Gleich nach der zweiten Kehre bleiben wir auf dem geradeaus führenden Weg. Dort, wo wir zwischen den Bäumen in die Ferne blicken können, entdecken wir bald die felsigen Wände des Pölven mit seinem gewaltigen Steinbruch. Mehrmals passieren wir Abzweigungen, bei denen der Weg aber immer gut beschildert ist. Nach einer guten Stunde lichtet sich der Wald und wir erblicken über uns freie Almwiesen. Über mehrere Serpentinen und eine lange Schleife verlassen wir den Wald und stehen rund zehn Minuten später vor der Möslalm (960 m). Der kurze Aufstieg zum Gipfelkreuz des Möslalmkogels ist nahezu obligatorisch. Der Weg beginnt direkt vor der Hütte, wobei die auf dem Wegweiser angesetzten 30 Minuten auch für langsame Wanderer sicher zu lang bemessen sind. Der Wiesenpfad ist zuerst schwach, bald aber besser erkennbar und wird zum Schluss hin geringfügig steiler. Große Trittsicherheit ist nicht erforderlich. Kurz vor einem Gatter müssen wir uns links halten. Das hier schon sichtbare Holzkreuz steht ehrwürdig etwas unterhalb des eigentlichen, bewaldeten Gipfels, der vier Meter höher liegt. Neben dem Kreuz laden uns eine Bank und sogar eine bequeme Sonnenliege zur Rast ein. Der Ausblick auf die Chiemgauer Berge, das Kaisergebirge mit seinen felsigen Gipfeln, das Unterinntal und die hinter ihm aufragende Bergkette ist von hier oben noch umfassender als von der Möslalm. Sogar Rosenheim und die Festung Kufstein liegen im Blickfeld.

Unser Rückweg zur Möslalm und weiter ins Tal erfolgt auf demselben Weg wie der Hinweg

Aktivitäten im Winter

Wie bereits erwähnt ist die Möslalm auch in der weißen Jahreszeit geöffnet und beliebt. In der gemütlichen, warmen Stube können wir uns mit leckeren Suppen und anderen Schmankerln stärken, wobei natürlich auch für Glühwein oder heißen Tee gesorgt wird. Aufgestiegen wird, sofern es die Schneelage zulässt, auch gerne mit Schneeschuhen, wobei gerade dann der Gipfel ein besonderes Vergnügen bereitet. Viele Besucher, ob mit oder ohne Schneeschuhe, nehmen ihren Rodel mit, um sich nach der Einkehr an dem Rodelspaß zu erfreuen. Falls wir uns über die Schneelage nicht sicher sind, gibt uns der Wirt telefonisch gern Auskunft. Die Abfahrt ist (bis auf den Gipfelweg) immer präpariert, nicht zu lang, nicht zu steil, und weist abwechselnd mehrere Serpentinen und gerade Strecken auf. Die inoffizielle Rodelbahn ist familiengeeignet, nur die kleinsten Kinder sollten auf dem elterlichen Rodel mitgenommen werden. Auf entgegenkommende Fußgänger ist natürlich zu achten!

Informationen kompakt:

  • Erreichter Gipfel: Möslalmkogel
  • Dauer: insgesamt ca. 2 Std. 30 Min.
  • Höhenunterschied: 570 hm
  • Schwierigkeit: leicht (Wanderwege und Almstraßen, gut beschildert)

Aus dem Wanderführer „Familienwandern – Bayerische Alpen und Tirol”, erschienen im Rosenheimer Verlagshaus. Erhältlich im gut sortierten Buchhandel sowie im Internet:

Bericht und Fotos: Reinhard Rolle

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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