Kirche

Veteranenjahrtag in Sachrang

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Ich habe immer ein ganz eigenes Gefühl im Bauch, wenn ich hier am Sachranger Kriegerdenkmal stehe und darauf meinen eigenen Familiennamen und die Namen meiner unmittelbaren Nachbarn lese“, so der zweite Bürgermeister von Aschau Max Pfaffinger beim Veteranenjahrtag der Krieger- und Soldatenkameradschaft Sachrang (KSK). „Noch intensiver entwickelt sich dieses Gefühl, wenn ich mir die Porträtaufnahmen der Gefallenen und Vermissten in der Alten Schule anschaue, zu sehr gleichen die Gesichter denen der Verwandten und der Nachbarn und die Familienähnlichkeit holt diese uns allen unbekannten Menschen aus der Anonymität in die Gegenwart zurück. Ich denke unwillkürlich an ihre Familien und daran, dass so etwas nie wieder passieren darf“.

Der Vorstand der Krieger- und Soldatenkameradschaft Sachrang (KSK) Herbert Hoyer, der Ehrenpräsident des Tiroler Kameradschaftsbundes Hermann Hotter und Bürgermeister Max Pfaffinger hielten am Kriegerdenkmal die Ansprachen zum Jahrtag am Pfingstmontag. Hoyer erinnerte an 73 Jahre Frieden in Deutschland, diesen gebe es nicht zum Nulltarif, der Friede müsse jeden Tag von Neuem erkämpft und erworben werden. Hoyer bedauerte es außerordentlich, dass nur wenige Sachranger zusammen mit der KSK den Weg zum Kriegerdenkmal gefunden hatten; vor allem die Sachranger Neubürger, die sonst immer ihr ganz besonderes Engagement für den Ort wie eine Standarte vor sich her tragen, glänzten durch ihre Abwesenheit. „Hier könnten alle mithelfen, den Ort mit seiner langen Tradition wahrhaft lebendig zu erhalten“.

Traditionsgemäß beging die Krieger- und Soldatenkameradschaft Sachrang am Pfingstmontag ihren Jahrtag. Seit 1952 kommen die Sachranger Veteranen zum Gedenken an die Vermissten und Gefallenen des Oberen Prientales der beiden großen Kriege des letzten Jahrhunderts zusammen. Der Sachranger Verein ist jedoch viel älter und geht auf das Jahr 1869 zurück. Das genaue Alter des Vereins lässt sich nicht mehr feststellen, da die Gründungsunterlagen nicht mehr vorliegen, sie sind im Verlauf des turbulenten 20.Jahrhunderts abhanden gekommen.

„Kriege sind unvernünftig – in vielen Ländern ist eh schon nichts da und das wenige wird bei diesen permanenten Auseinandersetzungen auch noch zerstört“, so Pfarrer Johann Weindl in der Sachranger Pfarrkirche St. Michael.

„Wir gedenken aller, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten für unser Land und uns im Einsatz waren und dabei ihr Leben verloren haben“, erklärte Vorstand Herbert Hoyer bei der Feierstunde am Kriegerdenkmal. „Wir gedenken auch aller, die überall auf der Welt der Bundesrepublik Deutschland getreu ihrem Eide dienen und dabei jeden Tag ihr Leben riskieren“.

Der Patenverein aus Schleching, die Kriegervereine aus Erl, Kössen, Niederndorf und Walchsee, eine Abordnung der Kaiserjäger aus Kufstein, der Aschauer Veteranenverein, sowie die Sachranger Dorfvereine beteiligten sich am Festgottesdienst mit Pfarrer Johann Weindl in der Kirche Sankt Michael und am Libera am Kriegerdenkmal, gehalten von Diakon Hans Weber. Vorstand Herbert Hoyer und Bürgermeister Max Pfaffinger legten Kränze zum Gedenken für die Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen des Dorfes an der Grenze nieder.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg – Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Sachrang, die Nachbarn aus Aschau und Schleching, sowie Veteranenvereine aus dem nahen Tirol beteiligten sich am Jahrtag des Veteranenvereins Sachrang

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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