Brauchtum

Trachtler-Wallfahrt nach Maria Eck

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Von seiner allerschönsten Seite zeigte sich der Chiemgau am Sonntag den Trachtlern des Gauverbandes I bei ihrer 68. Bitt- und Dankwallfahrt von Siegsdorf nach Maria Eck. 2500 Trachtlerinnen und Trachtler aller Altersgruppen aus 102 Vereinen des großen Gauverbandes pilgerten bei schönstem Sommerwetter betend den langen Weg hinauf zur Wallfahrtskirche, wo sie von den Berchtesgadener Weihnachtsschützen mit donnerndem Salut begrüßt wurden. Guardian Bruder Franz vom Kloster Maria Eck freute sich, dass sich wieder so viele, und besonders auch viele junge Trachtler gemeinsam auf den Weg gemacht hatten „um als Mitarbeiter Gottes, der Sache des Friedens zu dienen“.

Den feierlichen Gottesdienst vor dem Freialtar unterhalb des imposanten Klostergebäudes eröffnete die Musikkapelle Inzing-Törring, die im Auftrag des  GTEV „D´Heulander Törring“ für die musikalische Begleitung sorgte, bevor 2. Gauvorstand Sebastian Gasteiger neben den Gauvereinen auch große Abordnungen der Nachbars-Gauverbände Bayerischer Inngau und Chiemgau Alpenverband, sowie den Ehrenvorsitzenden des Bay. Trachtenverbandes Otto Dufter mit seiner Frau Hilde, Landrat Georg Grabner (BGL), stellv. Landrätin Resi Schmidhuber (TS), die Bezirksratsmitglieder Annemarie Funke und Georg Wetzelsberger und viele Chiemgauer Bürgermeister begrüßte. „Miteinander haben wir für Frieden und eine lebenswerte Heimat gebetet, wir wollen heute aber auch aller Verstorbenen und Gefallenen Mitgliedern unserer Vereine und Gemeinden gedenken und ihnen dankbar ihre Arbeit für die Heimat vergelten“, ermunterte Gasteiger die Wallfahrer, bevor der Altardienst mehrere auf dem Pilgerweg mitgetragene Kerzen als Bitte für unfallfreie und friedliche Jubiläumsfeste segnete.

Pfarrer Martin Ringhof aus Ampfing, der zusammen mit seinem Diakon Thomas Belezer den Wallfahrtszug begleitet hatte, ging in seiner Predigt auf die Dreifaltigkeit Gottes in Verbindung mit dem Begriff „Heimat“ ein. „Eine solche Landschaft kann kein Zufall sein – sie ist Schöpfung und ein Geschenk Gottes“, verdeutlichte der Geistliche und legte den Gläubigen in gut verständlichen Worten das Geheimnis der Dreifaltigkeit Gottes anhand des täglichen Kreuzzeichens offen. „Heimat entsteht durch Menschen, sie ist da wo Menschen nicht alleine gelassen werden, wo alle an einem Strang ziehen und Unterschied nicht Trennung bedeutet“, zeigte Martin Ringhof auf und schloss mit den Worten: „ Das Geheimnis des Lebens ist eine Verbindung der Liebe des Schöpfers und unseres Guten Willens!“

Gauvorstand Peter Eicher erinnerte in seinen Schlussworten an 73 Jahre Frieden in der Heimat, aber auch an die vielen gefallenen Soldaten der Weltkriege, die die Heimat verlassen mussten und nun in fremder Erde begraben liegen. „Friede und Zufriedenheit sind ein hohes Gut, jeder kann in seinem Umfeld dazu beitragen, Frieden in den Familien und in der Nachbarschaft sind die Grundlagen, – Abschottung, Machtstreben, Egoismus und Hass aber sicher kein probates Mittel für Zusammenleben“. Eicher dankte besonders dem GTEV Siegsdorf mit Vorstand Sepp Geisreiter, der sich seit 1951 jedes Jahr um eine reibungslose Durchführung der Wallfahrt kümmert und bestens mit Polizei, Feuerwehr und den Rettungsdiensten zusammenarbeitet. Mit dem feierlichen Segen für eine friedliche und lebenswerte Zukunft und einem Zitat von Kardinal Faulhaber „Wallfahrt heißt  „erst zum Kreuz und dann zum Krug“, verabschiedete Pfarrer Ringhof die Wallfahrer, die dann bei der verdienten Einkehr rund um den Klostergasthof noch lange von den schneidigen Klängen der Musikkapelle Inzing-Törring unterhalten wurden.

Bericht und Fotos: Franz Krammer

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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