Freizeit

Neue Parkgebühren an Frasdorfer Wanderparkplätzen

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Drei Euro kostet es künftig, wenn man sein Auto auf den Wanderparkplätzen Soilach und an der Lederstube in Frasdorf den ganzen Tag parken will. Seit der Einführung der Parkgebühren vor fast 20 Jahren kostete das Tagesticket gleichbleibend zwei Euro. Aber auch das war einigen schon zuviel. Da alle Nachbargemeinden die Gebühren auf ihren Wanderparkplätzen angehoben haben, verlangt künftig auch Frasdorf mehr. Der moderate Betrag war nicht unumstritten, letztlich war aber weder die Verdoppelung des Ticketpreises auf vier Euro, noch eine Anhebung auf zehn Euro, wie Georg Bohrer (FWW) vorschlug, nicht durchsetzbar. Bohrer wehrte sich vehement gegen die schleichende Enteignung der Almbauern durch Tagestouristen, Mountainbiker und Spaziergänger und die hohen Kosten, die ein Bauer zum Schutze seines Eigentums und aus Haftungsgründen aufwenden müsse. Die Almbauern seien gezwungen, Hinweisschilder auf Beschränkungen oder Warnungen vor Mutterkühen und Weidevieh aus eigener Tasche zu bezahlen. „Ich möchte nicht wissen, was man in der Stadt sagen würde, wenn ich dort durch den Vorgarten gehe, meinen Müll ablade oder mit dem Mountainbike Furchen und Straßen im Gemüsegarten ziehe“. Mit einer hohen Parkgebühr könne man Besucher unter Umständen abschrecken. Mit dieser Ansicht stand er allerdings ziemlich alleine da. Der Gemeinderat war sich mehrheitlich einig, dass eine zu starke Anhebung der Gebühren das Problem nicht lösen könne, sondern lediglich dazu führen würde, dass der Parkplatz gemieden werde und die Fahrzeuge irgendwo auf den Zufahrtsstraßen herum geparkt würden.

In Frasdorf kennt man sich mittlerweile mit diesen parkenden Autos bestens aus. Bürgermeister Daniel Mair wies darauf hin, dass er in den nächsten Wochen ein Gespräch mit Baron von Cramer-Klett führen werde, der seine Grundstücke bisher kostenlos für die Parker zur Verfügung stellte. Es wäre im Sinne der Gemeinde, wenn hier eine einheitliche Linie gefahren werde. Sonst würden – wie bisher – als erstes die freien Parkplätze unmittelbar am Aufstieg gefüllt, der kostenpflichtige Parkplatz der Gemeinde zunächst ausgespart und die Autos entlang der Zufahrtsstraße ohne Rücksicht auf den Verkehr oder überbreite landwirtschaftliche Fahrzeuge abgestellt.

Immer mehr Wanderer und Naherholungssuchende besuchen die Region um die Hochries, das Laubensteingebiet und die Frasdorfer Hütte. Weit über 300 Fahrzeuge haben die Anwohner an einzelnen Tagen bereits gezählt, die irgendwie und irgendwo am Fuße des Berges parken. Der vorhandene Parkplatz bietet nur einem Bruchteil dieses Aufkommens Raum; alle anderen bleiben einfach stehen, wie es ihren Besitzern einfällt, im Waldrand, auf den Wiesen, oder einfach auf der ohnehin engen Straße, egal ob dadurch die Straße gesperrt wird oder sich andere Fahrzeuge noch bewegen können. Die vorhandenen Verbotsschilder werden vollkommen ignoriert.

Im Notfall kann weder die Feuerwehr noch der Rettungsdienst die Anwesen an der Straße oder auf dem Mühlberg erreichen.

Wie eine Übung der Frasdorfer Feuerwehr gezeigt habe, könne der Mühlberg von Rettungsfahrzeugen nicht erreicht werden. Hilflos müssten die Retter einige hundert Meter vor dem Anwesen stehen bleiben und könnten erst nach dem Wegräumen von ein paar Dutzend Autos zum Einsatz kommen. Bis dahin aber sei der Mühlberghof abgebrannt.

Neuer Parkraum könne nicht geschaffen werden, so Bürgermeister Mair und Geschäftsleiter Andreas Oppacher, mehrere Versuche der Gemeinde in der Vergangenheit geeignete Grundstücke entlang den Zufahrtsstraßen zu erwerben, scheiterten. Da die Wanderer, Mountainbiker, Tourengeher, Rodler oder Skiwanderer am liebsten unmittelbar am Aufstieg parken möchten, müssten diese Parkräume aber unmittelbar dort geschaffen werden; Parkplätze im Ortsbereich Frasdorf oder angelehnt an den Ort könnten nicht zur Entlastung beitragen.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg – Parkplatz an der Ledererstube

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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