Leitartikel

Nachruf: Baron Rasso Freiherr von Cramer-Klett

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Alter von 79 Jahren verstarb Baron Rasso Freiherr von Cramer-Klett in seiner Heimatgemeinde Aschau i. Chiemgau. Mit dem Tod des „Barons“ verliert das Priental einen hochgeschätzten und heimatverbundenen Ehrenbürger der Gemeinde Aschau i. Chiemgau.   

Freiherr Rasso von Cramer-Klett wurde in München geboren, wuchs aber in Aschau auf. Er besuchte Schweizer Internate und studierte in Zürich Volkswirtschaft. Nach dem Studium machte er sich mit einer Recycling-Firma selbstständig, kehrte 1985 aber nach Aschau zurück und übernahm den elterlichen Betrieb von Benedikt Ludwig von Cramer-Klett. Zum Cramer-Klett´schen Betrieb gehörte damals noch die Schlossbrauerei Hohenaschau. Rasso von Cramer-Klett wurde auch Herr über rund 1.500 Hektar Natur- und Schutzwald und er war selbst ein begeisterter Jäger. Der vierfache Vater war naturverbunden und gerne auf seinen Almen mit den „einfachen“ Leuten zusammen. Mit der Gemeinde Aschau fühlte er sich eng verbunden, einige Jahre gehörte er auch dem Gemeinderat an, sein Gemeinwohl wurde 2007 mit der Bayerischen Staatsmedaille und 2001 mit der Aschauer Ehrenbürgerwürde gewürdigt. Besonders schätzte er die Trachten- und Heimatpflege im Chiemgau, so gehörte er den Trachtenvereinen von Hohen- und Niederaschau sowie Atzing an. Seine Verbundenheit mit der Trachtensache erbte er von seinem Vater, der lange Jahre Protektor und Ehrenprotektor des Chiemgau-Alpenverbandes war. Dessen Vater wiederum Reichsrat Theodor von Cramer-Klett übernahm 1902 als großer Förderer der Trachtensache das Protektorat für den Gauverband 1, dem größten bayerischen Trachtenverband mit 117 Vereinen. Theodor von Cramer-Klett war Eigentümer der Maschinenbau Actiengesellschaft Nürnberg (MAN), Mitbegründer der Privatbank Merck und der Münchner Rückversicherungsgesellschaft. Er machte sich besonders um das bayerische Eisenbahnwesen (unter anderem auch um die Bahnlinie Prien a. Chiemsee – Aschau i. Chiemgau) verdient, er wurde von König Ludwig II. geadelt und zog vor 145 Jahren  mit seiner Familie zu seiner Herrschaft Hohenaschau. Seither bestehen tiefe Verbindungen der Bürgerinnen und Bürger im Priental mit der Familie von Cramer-Klett.

Fotos: Hötzelsperger/Rosmarie Anner/GTEV Hohenaschau/Thomas Fischer/Heinrich Rehberg – Baron Rasso Freiherr von Cramer-Klett, er verstarb drei Monate vor seinem 80. Geburtstag.

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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