Kirche

Nachruf auf Fritz Lampersberger aus Hittenkirchen

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben“ – mit diesen Worten begann Pfarrer Martin Strasser seine Traueransprache für Fritz Lampersberger in der Pfarrkirche „St. Bartholomäus“ in Hittenkirchen. Lampersberger verstarb völlig überraschend und wenige Stunden nach einem Ski-Langlauf in seinem Zuhause im Alter von 70 Jahren. Pfarrer Strasser, der durch musikalische Aktivitäten mit dem Verstorbenen eng befreundet war, erinnerte an seinen Lebenslauf sowie an seine besondere Sorge um seine Familie mit Ehefrau, zwei Kindern und vier Enkelkindern.

Fritz Lampersberger wuchs in Schörging in der vormaligen Gemeinde Hittenkirchen mit zwei Brüdern auf, besuchte nach den Schulen in Hittenkirchen und Prien die Staatliche Handelsschule in Kolbermoor ehe er eine Lehre als Bankkaufmann bei der Hypobank in Prien begann. Im Rahmen seines achtjährigen Dienstes beim Gebirgsflugabwehrregiment 8 in Traunstein schulte er sich zum Programmierer. Zum weiteren Leben sagte der Geistliche: „Das Leben vom Fritz war immer wieder eine Herausforderung und Prüfung für das Kommende, dies zeigten die Schicksaalschläge, die es zu meistern galt. War es in der Kindheit ein Unfall mit seiner Hand und bei der Bundeswehrzeit ein Krankenaufenthalt, der gut ausging,  so war es dann Jahre später – nachdem er lange Zeit als Programmierer bei der Systemform und bei Lloyd -Versicherungen tätig war – seine Verletzung am Auge, die dazu führte, dass er 1992  wegen der sogenannten Doppelbilder in Frührente gehen musste. Der Fritz war kein Mensch, der sich gehen ließ, immer wieder packte er an mit seinem Leitspruch Griàng ma scho hi. Mit 53 Jahren ereilte ihn abermals ein gesundheitlicher Schicksaalschlag, in dem er bei Bauarbeiten beim Sturz vom Gerüst langanhaltende gesundheitliche Schäden auskurierte. Es war ihm nichts zu mühsam. Und er packte immer wieder an, sodass er die letzten Jahre bei der Schreinerei Friedrich eine wertvolle Kraft war“.

Wertvoller Musikant und mehrfacher Vereins-Förderer

Bereits als Kind lernte Fritz Lampersberger das Akkordeon, später Posaune und weitere Instrumente. Sein musikalisches Talent brachte er in verschiedenen Musik-Besetzungen („Lustigen Aubacher“, „Gederer“, bei den Karolinenfeldern, bei den Heuberg-Boarischen und bei der Blaskapelle Bernau) ein. Seine ganz besondere Freude gehörte der von ihm ins Leben gerufenen Jugendblaskapelle Hittenkirchen. Diese Bläser-Gruppierung spielte beim Requiem als „Fritz-Musi“ das von ihm für Bläser vor drei Wochen geschriebene Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Als Sprecherin der Jugendblaskapelle „Fritz-Musi“ sagte Antonia Wörndl, dass sie von ihrem Lehrherrn viel gelernt haben und mit ihm viele schöne Stunden verbringen konnten. 20 Jahre war Fritz Lampersberger aktiver Musikant bei der Bernauer Blaskapelle, dafür dankte am offenen Grab Musikvorstand Georg Bauer. Für den Wasserbeschaffungsverband dankte als langjähriger Weggefährte der ehemalige Vorstand Ferdinand Thalhammer dem Fritz für dessen 15jährige Schriftführertätigkeit. Vorstand Georg Hinterholzer erinnerte, dass sein Veteranenverein vom Verstorbenen 20 Jahre als Zweiter Vorstand, 10 Jahre als Schriftführer und lange Jahre sowie bis zuletzt als Pfleger vom Kriegerdenkmal Hittenkirchen unterstützt worden ist.

Schwerer Verlust auch für den Trachtenverein Hittenkirchen

Aufgrund seiner Verdienste seit seinem Vereinsbeitritt im Jahr 1970 wurde Fritz Lampersberger vor zwei Jahren zum Ehrenmitglied vom Trachtenverein „Almenrausch“ Hittenkirchen ernannt. Seine Verdienste waren vielfältig und bestanden besonders aus der Jugend- und Musik-Förderung, aus  jahrzehntelangem Probenspielen und als guter Schuhplattler. Wie Trachtenvorstand Christoph Kaufmann in seinem Nachruf weiter ausführte, war der Fritz zusammen mit seinen Töchtern Christine und Martina bei örtlichen und überörtlichen Preisplatteln als Musikant und als Auswerter tätig. „Besonders wertvoll war, dass er 2017 die Jugendblaskapelle gründete und mit ihr im Frühjahr 2018 den ersten Auftritt hatte. Hoffen wir, dass es auch ohne ihn mit dem Musikanten-Nachwuchs weitergeht“ – so Vorstand Kaufmann. Dessen Verein war ebenso mit der Fahnenabordnung vertreten wie die vom Veteranenverein und vom Schützenverein, bei dem Fritz Lampersberger ebenfalls Mitglied war. Anstatt von Kranzniederlegungen und Blumenspenden wurde im Sinne des Verstorbenen um eine finanzielle Förderung der Trachtenjugend von Hittenkirchen gebeten, für die Fritz Lampersberger sein Leben lang unentgeltlich zur Verfügung stand.

Sterbefoto: Fritz Lampersberger

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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