Kultur

Landesausstellung in Oberösterreich

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

500 Jahre lang prägte das römische Reich Land und Bevölkerung und hat dabei bleibende Spuren hinterlassen. Die Landesausstellung 2018 mit dem Titel „Die Rückkehr der Legion“ lädt ein, diese zu erforschen und zu erleben. Mit Schaugrabungen, eindrucksvollen Originalfunden, Forschungs-Abenteuer für Nachwuchsarchäologen und Nachwuchsarchäologinnen, interaktiven Apps und virtuellen Welten gibt die Landesaustellung von 27. April bis 04. November 2018 einen vielschichtigen Einblick in das Leben der Römer vor 1.800 Jahren. Hauptstandort der Landesaustellung ist Enns, die älteste Stadt Österreichs.

Enns war einer der größten und wichtigsten Handels- und Militär-Stützpunkte an der Nordgrenze des Römischen Reiches. Seine Bedeutung erlangte es durch die 2. Italische Legion, die hier gegen Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. das einzige Legionslager in der Provinz Noricum errichtete.

Eine neu gestaltete Ausstellung im Museum Lauriacum zeigt mit kostbaren Originalfunden, aufwändigen Rekonstruktionen, interaktiven Stationen und einen eigens für die Landesausstellung produzierten Film, dass die Legionäre weit mehr als nur Krieger waren. Das Publikum der Landesausstellung erlebt, wie diese Pioniere, Baumeister und Handwerker gearbeitet und mit ihren Familien gelebt haben.

Weitere Stationen einer faszinierenden Zeitreise in die Römerzeit bietet der Besuch der Basilika St. Laurenz von der Antike bis zur Gotik, alte römische Straßen in Enns mit Archäologie-Stationen mit Informationstafeln, Stereoskope und eine App lassen Enns wieder zur Zeit der Römer virtuell wiederauferstehen.

Im Herbst 2018 wird vom 3.9 – 04.11. eine Taberna, ein Haus mit Ladenfront, an der ersten Nordumfahrung an der antiken Siedlung bei einer Live-Ausgrabung vollständig freigelegt.

In Schlögen befanden sich zur Römerzeit ein Kastell, eine kleine Siedlung und ein 14 m langes Badehaus. Das Kleinkastell, das um 170 n. Chr. errichtet wurde  bot Platz für 150 Legionäre und wurde bis in das 5. Jahrhundert genutzt. Hier entstand ein Römerpark und das Herzstück ist ein Schutzbau über den Ruinen des römischen Badegebäudes. Stereoskope zwischen den beiden Ausgrabungsstätten ermöglichen dreidimensionale Blicke in die Vergangenheit und vermitteln ein lebhaftes Bild von Kastell und Siedlung um etwa 200 n. Chr.

In Oberranna bei Engelhardszell errichteten die Römer vor 1.700 Jahren unmittelbar über der Donau eine kleine, massive Befestigungsanlage mit quadratischem Grundriss. Nachdem der Burgus noch zur Römerzeit einem Brand zum Opfer fiel vergingen über 1.000 Jahre, bis im Spätmittelalter ein neues Gebäude über dem Schuttkegel errichtet wurde. Diese Aufbauten schützten die alten Gemäuer, so dass wir heute das mit Abstand am besten erhaltene römische Bauwerk Oberösterreichs vor uns haben. Ein Schutzbau macht diesen archäologischen Schatz für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Inneren des Baus führt eine zum Teil schwebende Steganlage die BesucherInnen über die römischen Ruinen.

Erfühlen, erfahren, mit allen Sinnen wahrnehmen – interaktiv, anschaulich und unterhaltsam – die Landesausstellung 2018 macht römische Geschichte erlebbar.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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