Gastronomie

Kloster Seeon wird noch modernere Tagungsstätte

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Zeit, in der Corona für einen Einbruch beim Tagungsbetrieb sorgte, hat Kloster Seeon, das Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern, für eine „Runderneuerung“ genutzt. Ende November wird der zweite Bauabschnitt fertig, inklusive Renovierung der Hotelzimmer samt Lobbybereich und Erneuerung der IT-Infrastruktur. Bezirk aktuell sprach mit Geschäftsleiter Gerald Schölzel über die Veränderungen.

Der Umbau von Kloster Seeon begann im März 2021. War Corona „schuld“ an der Sanierung?

Gerald Schölzel: Nein! Die technische und bauliche Neugestaltung war dringend notwendig und lange geplant. Bereits vor fünf Jahren hatten wir in der Schule für Holz und Gestaltung des Bezirks Oberbayern einen Wettbewerb für die Inneneinrichtung der Gästezimmer ausgeschrieben. Der Siegerentwurf hat uns so gut gefallen, dass er zur Leitlinie der gesamten Neu­gestaltung wurde. Auch das Foyer wird in diesem Design gestaltet und soll ab Mitte Dezember wieder zugänglich sein.

Gibt es grundsätzliche Änderungen bei den Gästezimmern?

Schölzel: Die Anforderungen sind heute ganz anders als bei der Eröffnung vor mehr als einem Vierteljahrhundert: Damals waren unsere Gäste bis zu vier Wochen bei uns im Haus und reisten mit sehr viel Gepäck an. Es war wichtig, ihnen große Schränke und breite Schreibtische zur Verfügung zu stellen. Der Tagungsgast von heute hat nur noch eine durchschnittliche Verweildauer von 1,3 Tagen. Die Gäste packen häufig gar nicht mehr den Koffer aus. Auch wird heute anders gearbeitet: Für Tablet, Smartphone oder Laptop braucht man keinen großen Schreibtisch mehr. Dafür ist beispielsweise die Anbindung an ein schnelles Internet besonders wichtig.

Worauf wurde beim Design Wert gelegt?

Schölzel: Die Zimmer sollen an die ehemalige Nutzung des Hauses als Kloster erinnern, sind jedoch modern auf die Anforderungen der Zukunft ausgerichtet und verbinden reduzierte Eleganz mit hoher Wertigkeit. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben wir sehr hochwertige Materialien verwendet. Nachhaltigkeit und Langlebigkeit stehen im Mittelpunkt. Das spürt man auch bei der künstlerischen Ausgestaltung: Es gibt keine Kunstdrucke mehr. Das künstlerische Element ist der Blick nach draußen in die Natur.

Wie sind die Rückmeldungen der Gäste?

Schölzel: Kurz nach Abschluss des ersten Bauabschnittes hatten wir eine medienwirksame politische Klausurtagung mit sehr kritischen Gästen im Haus. Die Rückmeldungen waren aber geradezu euphorisch. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Gefreut hat mich, dass nicht nur die Gestaltung gelobt wurde, sondern auch, dass alles so reibungslos lief – und das ist nicht selbstverständlich. Einen großen Anteil daran haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen tollen Job machen. Ich bin aber auch froh, dass viel erneuert werden konnte, was der Gast auf den ersten Blick nicht sieht. So wurden die Technik in der Küche ersetzt, neue Brandschutzmaßnahmen erstellt und die EDV komplett ausgetauscht. Das Haus ist inzwischen mit Glasfaserkabel ans
Internet angeschlossen. Wir sind jetzt eines der am besten aufgestellten
Tagungshäuser in Deutschland – auch wenn das Haus mehr als 1 000 Jahre
Geschichte hat.

Im ersten Bauabschnitt wurden bereits 56 Zimmer erneuert, Ende November kommen jetzt 32 weitere hinzu.
Wie geht es weiter?

Schölzel: Wenn die Arbeiten am Mesnerhaus und dem Gebäude für die Fachberatung für Imkerei und Fischerei abgeschlossen sind, geht es an die Außenanlagen. Bis zum Jahr 2023 sollen dann alle beschlossenen Maßnahmen des Zukunftskonzepts Kloster Seeon umgesetzt sein.

Interview: Wolfgang Engelmaier, Bezirk Oberbayern

Fotos/Bezirk Oberbayern: Geschäfts­führer Gerald Schölzel | Modernes Einzelzimmer im Tagungszentrum

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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