Land- & Forstwirtschaft

Dringender Appell der Jägervereinigung Rosenheim

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Lockdown macht vor unserem heimischen Wild keinen Halt – Wir sind alle in der Pandemie durch Beschränkungen in unseren Aktivitäten eingeschränkt. Derzeit flüchten die Menschen aufgrund der bestehenden Einschränkungen in die Natur und in die Berge. Gerade in unserer Region ist das ganz besonders der Fall. Oftmals wird dabei vergessen, dass gerade im Winter unser heimisches Wild Ruhe braucht, um den Winter gesund zu überstehen. Die derzeitige Situation mit vielen, zu Recht erholungsuchenden, Menschen in den Wäldern und am Berg, wird von der Jägervereinigung Rosenheim kritisch betrachtet. Durch die massive Störung sind Konflikte vorprogrammiert und das Wild wird darunter stark leiden.

Das Wild ruht im Winter – Wiederkäuendes Schalenwild, wie Rotwild, Rehwild und Gams, die in den Voralpen vorkommen, reduzieren Ihren Stoffwechsel, um gerade bei höheren Schneelagen das Defizit an Nahrung auszugleichen. Jegliche Störung ist ungünstig für den Erhaltungszustand des Wildes und nimmt dem Wild die notwendige Energie, um gesund durch den Winter zu kommen. Weiterhin wird unser Wild durch Störungen im Wald in kleinere Lebensräume getrieben, die dann durch übermäßigen Verbiss Schaden nehmen. Die ohnehin selten gewordenen Rauhfußhühner in den Alpen reagieren auf Störungen sehr sensibel und verlassen Ihre Lebensräume und kehren im schlimmsten Fall nie wieder zurück.

Bleiben Sie auf dem „rechten Weg“ – Der 1. Vorsitzende der Jägervereinigung Rosenheim Franz Sommer, will die Erholungssuchenden hierauf sensibilisieren und sagt: „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass insbesondere an Winterfütterungen, Wildruhezonen im oberen Bergbereich, Wanderer und Tourengeher diese Bereiche dringend meiden sollen. Generell sollten alle Erholungssuchenden im Hinblick auf den Tier- und Naturschutz, ausgewiesene Wanderwege nicht verlassen und ihre Hunde dabei an der Leine führen. Wanderungen und Touren sollten am Tage und nicht bis in die Dämmerung oder gar in der Nacht stattfinden.“ Vor Kurzem wurde ein Wanderer auf frischer Tat ertappt, als er unberechtigter Weise in ein Wildtiergehege am Samerberg eindrang. „Diese Fälle kommen sicher zur Anzeige, da es sich um kein Kavaliersdelikt mehr handelt“, so Franz Sommer von der Jägervereinigung.

In der Jägervereinigung Rosenheim sind aktuell über 700 Mitglieder aktiv mit der Jagd verbunden. Sie kümmern sich größtenteils um den Naturschutz, die Jagd, das Jagdhundewesen und um die Jagdkultur. In über einhundert privaten Revieren, Gemeindejagdrevieren und Staatsjagdrevieren, gehen sie Ihrer Passion nach. Das dabei gewonnene Wildbret wird von den Jägern direkt in der Region vermarktet und unterliegt lebensmittelrechtlichen Auflagen.

Bericht und Bilder: Jägervereinigung Rosenheim   –    Jagd ist gelebter Naturschutz

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!