Corona-Krise

Berührungen – Gedanken von Werner Hofmann

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Als mein Vater, der seit vielen Jahren unter starker Demenz litt, starb waren die nachhaltigsten Erinnerungen an ihn all die Berührungen: das Hand in Hand gehen im Park, das Sitzen nebeneinander auf der Parkbank und sein Drücken meiner Hand, das Streicheln über den Rücken. Diese Erinnerung ist ir-gendwie nachhaltiger, intensiver, tiefer als die Worte und Bilder in meinem Gedächtnis. Wenn ich mich konzentriere, spüre ich die Berührungen noch immer.

Im Alltag sind meine Berührungen viel weniger gewor-den. Kein Händeschütteln mehr, kein Umarmen zur Begrüßung. Was für ein großer Verlust. Gesegnet, wer in einer Familie lebt, in einem Haushalt mit Men-schen, die er liebt. Menschen, die einen berühren. Ich denke an die vielen Menschen, die allein leben. Die jetzt seit so langer Zeit keiner mehr umarmt hat, keine Hand gereicht hat.

Es bleibt eine tägliche Herausforderung, verantwort-lich zu handeln.

Werner Hofmann, Gemeindereferent im Pfarrverband Westliches Chiemseeufer

Foto: Hötzelsperger – Werner Hofmann in der Rolle von Jesus Christus beim vorjährigen Auferstehungsspiel in Aschau i. Chiemgau

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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