Brauchtum

Teil II: Bilder und Bericht zum Moosener Maibaum

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Wie bereits kurz berichtet:  Unter Einhaltung aller Corona-Auflagen und damit ganz anders als in den bisherigen Traditionsformen bekam der Ort Moosen in der Gemeinde Riedering nach drei Jahren wieder einen neuen Maibaum. Darüber freuen sich nach gelungener Aktion nicht nur Erster Bürgermeister Christoph Vodermaier, die beteiligten Vereine und Handwerker, sondern auch das ganze Dorf mitsamt Gemeindebürgern und Besuchern. Der Maibaum in einer Länge von 26 Metern und einer Größe von 2,65 Kubikmetern (entrindet) steht auf gemeindlichem Grund.

 Gerade rechtzeitig vor Beginn eines schauerartigen Gewitters konnte die Aufstell-Aktion mit Hilfe eines Kranes von Hans Wiebel aus Bad Endorf abgeschlossen werden, so dass der stolze Baum mit all seinen Figuren und Begleitschmuck rechtzeitig zum Frühjahrsstart das Dorf ziert. Zwei Wochen lang war der Baum in der Obhut von „diebischen“ Mitgliedern des Trachtenvereins „Daxenwinkler“ Atzing, zuvor war er – nachdem er im Winter gearbeitet worden war – unauffällig zwischengelagert. Doch davon bekamen die aktiven Buam des Trachtenvereins „Daxenwinnkler“ Atzing Wind und sie „besorgten“ sich das in corona-freien Jahren höchst begehrte Tradtions-Holz.  Zuletzt bewachten die Atzinger den Baum, allerdings nur mit personeller Einschränkung. Gegen einen „Diebstahl“ wurde mehrfach Vorsorge getroffen, unter anderem waren schwere landwirtschaftliche Gerätschaften vor dem Lagerplatz als Hindernis positioniert, eine Wild-Kamera wurde installiert und ein Bewegungsmelder tat sein Übriges. „Da kam es schon vor, dass sich mal ein Alarm ergab, wenn eine Katze des Weges war“, so die Bäuerin, die tagsüber immer einen Blick auf die Scheune hatte. Nachts waren dann nach genau festgelegtem Plan zwei Burschen des Vereins mit ihren Schlafsäcken nahe am eventuell begehrten Objekt, doch wirklich Gefahr kam nicht auf, obgleich Späher und Neugierige ein paarmal unterwegs waren.  Die Atzinger Trachtler bewachten nicht nur, sie halfen auch mit, den Maibaum für den Transport in Begleitung eines Feuerwehrfahrzeuges mit Kommandant Paul Huber von der FFW Atzing herzurichten. Besonders gelungen war im Vorfeld eine schöne weiß-blaue Bemalung des Baumes mit einem gekonnten Rautenmuster.

Nur Dosenbier war hinderlich bei den Übergabe-Verhandlungen

Empfänger des Maibaumes nach einer kurzen, humorvollen, aber unproblematischen Auslöse-Verhandlung waren die Ortsvereine von und rund um Moosen. Traditionell kümmern sich die Feuerwehr Pietzing, der Trachtenverein Hirnsberg-Pietzing und die örtliche Katholische Landjugend gemeinsam um das Wohlergehen des Maibaumes, der von Simon Stein aus Schralling gestiftet worden war. Einzig das Wachter-Bier sorgte bei den Übergabe-Verhandlungen für einen kurzzeitigen Disput. „Unser Angebot wäre eine große Kiste Dosenbier!“ – so die Moosener, darauf die Atzinger: „Auf unser Flötzinger-Bier bestehen wir!“, was dann auch auf schnelles Einsehen stieß. Einig waren sich Erster Vorstand Martin Berger von der Feuerwehr Pietzing als Sprecher der Ortsvereine und Erster Vorstand Michael Schlosser vom Trachtenverein Atzing bei ihrer gemeinsamen Nachbetrachtung: „Gerade in diesen Zeiten war und ist es gut für unsere jungen Leute, dass sie ein gemeinsames Thema, eine Aufgabe und eine Beschäftigung hatten. Danken wollen wir allen Beteiligten einmal, weil sie sich allesamt an die Hygiene-Auflagen hielten, sogar für den Aktionstag mit Selbsttests einverstanden waren und weil sie nach gutem, alten Brauch gehandelt haben“. Wegen der Corona-Auflagen zogen sich die Atzinger Trachtler nach Ablieferung des Baumes wieder zurück. Vereinbart wurde noch, dass sich alle Beteiligten noch zu einer gemeinsamen Brotzeit zusammensetzen, sobald dies wieder möglich ist.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Transport des Moosener Maibaumes von Mupferting  über Munzing nach Moosen und vom anschließenden Aufstellen.

-u.a.: Gemeinsam froh übe das Gelingen der Maibaum-Aktion von links: FFW-Vorstand Martin Berger sowie Erster Vorplattler Manuel Baumert, Erster Vorstand Michael Schlosser und Zweiter Vorplattler Andreas Rauch vom GTEV „Daxenwinkler“ Athing.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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