Wirtschaft

Neues Holzforschungs- und Ausbildungszentrum in Lunca Ilvei Rumänien

Die Firma SILVANIA INTERNATIONAL PROD SRL hat ihren Sitz in Lunca Ilvei, Bezirk Bistrita-Nasaud, Rumänien. Die Firma besteht aus einem modernen Sägewerk für Stark- und Schwachholzeinschnitt von Nadelholz. Nach Trocknungsanlagen und Sortierung des produzierten Schnittholzes schließen sich Produktionsanlagen für Fenster- und Türenkanteln, Brettschichtholzelemente, Leimbinder, Bodenpaneele und faltbare Rahmen für schwere Verpackungen an. Durch ein eigenes Architekturbüro werden auch Fertighallen und Holzhäuser in Holzkonstruktionsbauweise hergestellt.

Der Unternehmer und Kaufmann Emil Iugan erkannte sehr bald, dass mit der Industrialisierung die Mitarbeiter im Betrieb immer mehr durch unternehmerische Aufgaben gefordert werden. Hatten sich die Fachkräfte in der Vergangenheit hauptsächlich um den Einschnitt von Rundholz gekümmert, um Kundenwünsche zu erfüllen und eine max. Ausbeute an Schnittholz zu erzielen, so gehört es heute zu ihren Aufgaben, die kompletten Produktionsanlagen der Holzbe- und Verarbeitungs-maschinen richtig zu bedienen und Instand zu halten. Führungskräfte können diese Aufgaben nur durch eine qualifizierte Ausbildung meistern. Hinzu kommen Betriebs- und Verfahrenstechnik, Betriebswirtschaft, Personalwesen, Ausbildung, ebenso fachliche Stellungnahmen zu Richtlinien, Gesetzen, Verordnungen, Beschlüssen oder Mitteilungen des eigenen Landes, der Organe der Europäischen Union und anderer internationaler Organisationen.

Zudem ist es für expandierende Betriebe ebenso wichtig neue Holzkonstruktionen und Holzprodukte zu entwickeln, aber auch zu forschen.

Diese Idee konnte Emil Iugan nun mit dem Forschungszentrum für Holzinnovation und Holzförderung in Lunca Ilvei (in rumänischer Sprache – Centru de Cercetare, Inovare si Promovare a Lemnului Lunca Ilvei) umsetzen. Am 29. Juli 2021 fand die Einweihung dieses Zentrums statt, das direkt neben dem modernen Fertigungsbetrieb entstanden ist. Das dafür gebaute Gebäude ist das erste in Rumänien, das komplett aus Holz gebaut und mit Schafwolle isoliert ist und viele unterschiedliche Varianten einer Holzbaukonstruktion aufzeigt.

Das Zentrum wird von Dozenten mit Studierenden, die Praktika in Produktion, Forschung und Studium absolvieren genutzt. Ein Zentrum, das sich auch zum Ziel gesetzt hat, innovative Methoden, Lösungen und Praktiken für den Umweltschutz, die Nutzung und den ausgewogenen Einsatz von Ressourcen und Umwelt zu fördern. Ziel ist ebenso die Entwicklung eines nationalen Programms für die Sanierung, Erhaltung und Aufwertung alter Holzgebäude. Nicht nur unterrichten, sondern beraten, forschen, entwickeln ist die heutige Aufgabe eines in die Zukunft weisenden Betriebes. Eingebunden sind Studenten, Professoren und Architekten.

Gefördert und unterstützt wird das Zentrum auch durch die lokale Industrie- und Handelskammer, durch Vertreter des Bezirks und Kommunen, sowie durch lokalen Unternehmer aus verschiedenen Branchen.

In seiner Begrüßungsrede zur Eröffnung des Forschungszentrum für Holzinnovation und Holzförderung konnte Unternehmer Emil Iugan eine große Anzahl von Gästen begrüßen, darunter auch Gäste aus dem Ausland, wie Herrn Dipl. Ing. (FH) Kurt Franz, ehemaliger Direktor des Lehrinstitutes Rosenheim und als Delegierten des Holzbaus Deutschland, sowie Herren Gernot Kundig, Vertreter des Tischlerverbandes aus der Schweiz. Emil Iugan betonte hier besonders, wie wichtig eine internationale Zusammenarbeit mit anderen Verbänden, Forschungszentren, Holzfachschulen und Firmen für Rumänien sei.

Die während des ebenfalls stattfindenden Symposiums behandelten Themen konzentrierten sich auf ein breites Spektrum von lokaler und regionaler Wirtschaftsentwicklung, Architektur, Standard für Baumaterialien und Technologien, sowie aktuellen Herausforderungen des Karpatenwaldes, Untersuchungen und Forschung in den Bereichen der Wald-, Naturgefahren- und Landschaftswissenschaften einschließlich sozioökonomischer Aspekte, insbesondere der Erhaltung, dem Schutz und der nachhaltigen Entwicklung des Waldes als Lebensraum und Wirtschaftsobjekt, die Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Waldes, die Rolle des Waldes als Element des ländlichen Raumes und die forstliche Raumplanung bis hin zur quantitativen und qualitativen Beeinflussung des Wasserhaushaltes. Dieses Thema wurde unter anderem vom Emil Farcas, dem Enkel von Emil Iugan umfassend aufgezeigt.

An diesem Tag wurde auch für die offizielle Dokumentationsstelle und die Bibliothek des Holzforschungszentrums von Lunca Ilvei eingeweiht, die von dem Schriftsteller und Historiker Vasile Iuga betreut wird. Ein emotionaler Moment war, als die einheimische Teilnehmer anlässlich des Nationalfeiertages von Rumäniens, die Veranstaltung mit der Nationalhymne ehrten.

Die Veranstaltung endete mit Grußworten der Gäste aus dem Ausland mit Kurt Franz aus Rosenheim/Deutschland, der eine Erinnerungsurkunde überreichte und Herbert Kundig vom Verband der Zimmerleute Schweiz.

Text und Bilder: Kurt Franz

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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