Landwirtschaft

Mariä Himmelfahrt: Essbarer Kräuterkranz aus dem Garten

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im kirchlichen Verständnis drückt sich in einem Kräuterkranz die Achtung vor der Schöpfung aus. Die Heilkraft der Kräuter symbolisiert die Liebe Gottes zu den Menschen. Außerdem soll der Kräuterbuschen die Familie und das Haus vor Unglück schützen.

Für dieses Brauchtum stellt der Sommer eine große Fülle an Kräutern zur Verfügung. Die Auswahl und die Anzahl der Kräuter für den Kräuterstrauß sind von Ort zu Ort verschieden. Das Wissen darum wird in den Familien überliefert. Vielerorts kommen Frauen zusammen, um die Kräuterbuschen zu binden. Kräuterkundige geben das Brauchtum weiter. Traditionell werden Heilpflanzen wie Johanniskraut, Salbei, Schafgarbe oder Kamille eingebunden. Beliebte Gewürzpflanzen sind Majoran, Thymian, Bohnenkraut, Minze und Liebstöckel. Auch Getreide wie Hafer, Gerste, Weizen und Roggen und sowie Blumen aus dem sommerlichen Garten sind im Kräuterbuschen enthalten.

Adelgunde Gagel aus Loffeld bei Bad Staffelstein schätzt Kräuter aufgrund ihrer positiven Wirkungen und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in Hof, Haus und Küche sehr. Jetzt im Sommer bindet sie neben dem Kräuterbuschen zum Marienfest auch essbare Kräuterkränze, die zum einen eine hübsche Dekoration sind und in getrockneter Form den ganzen Winter über Kräuter für die Küche liefern. Deshalb hängt der essbare Kräuterkranz bei ihr in der Küche. Sie verwendet überwiegend Gewürzkräuter wie Beifuß, Lorbeer, Bohnenkraut, Oregano oder Thymian.

Die Basis für den Kräuterkranz bildet ein Rohling aus Heu oder Stroh, den sie mit Draht umwickelt und entsprechend formt. Dieses Naturprodukt hat den Vorteil, dass es beim Eintrocknen des Kranzes Feuchtigkeit aus den Kräutern aufnimmt und so vor Schimmel schützt. Von den Kräutern schneidet sie kleine Sträußchen ab und bindet sie fächerartig mit Draht auf den Rohling. Zum Auskleiden verwendet sie Buchs. Für zusätzliche Farbe und Struktur sorgen kleine Zwiebeln, bunte Bohnen, Knoblauch, Ingwer oder Peperoni, die eingebunden und für einen besseren Halt mit einem Tropfen Heißkleber befestigt werden.

Wer Adelgunde beim Kranzbinden über die Schulter schauen möchte, hat dazu Gelegenheit im Internetportal „Qualität vom Hof“ unter www.qualitaet-vom-hof.de/aktuelles.

Text und Fotos: Bayerischer Bauernverband

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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