Kultur

Kunstraub im Friedensgarten von Gstadt a. Chiemsee

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Dankbarkeit war sein Motiv, als er vor 10 Jahren oberhalb von Gstadt, wo der Blick auf den Chiemsee und die Inseln unvergleichlich ist, den „Friedensgarten“ anlegte. Nicky Sitaram Sabnis, Ayurvedakoch aus Mumbay, hatte nach einer schlimmen Lebenskrise ein paar Jahre zuvor auf der Fraueninsel Zuflucht gefunden. Sepp Rappl aus Gstadt überließ ihm großzügig die Nutzung eines passenden Grundstücks und weitere Freunde halfen beim Bepflanzen des meditativen Platzes. Die besonderen Hingucker sind aber bis heute die großen hölzernen Vogelskulpturen von Leihgeber Johann Fritz aus Rimsting. Zwei davon standen quasi als Wächter links und rechts vom schmalen Weg, der den Eingang zu diesem total  entspannten Ort bildet. Seit der Nacht zum 2. Mai sind ihre Plätze leer, die beiden Hüter des Friedens wurden gestohlen.

Nicky Sabnis, der die Seminargäste im Kloster Frauenwörth als Ayurvedakoch versorgt und Kurse in ayurvedischer Küche gibt, ist tief geschockt. Mit ihm seine vielen Freunde auf der Insel und alle zwischen Prien und Gstadt. Ausgerechnet im Friedensgarten, das versteht niemand! Zwar gingen immer wieder mal kleine Dinge „auf Reisen“, die Besucher als Erinnerung oder Symbol ihrer Zustimmung hinterlassen hatten, doch bis heute wurde der friedliche Kraftort von Vandalismus verschont. Nicky, bekannt als Kochbuchautor, beliebt als „Kloster-Hindu“ und damit selber eine Art Friedenssymbol, ist wegen der schwer nachvollziehbaren Tat ins Grübeln geraten.

Jetzt gibt es also ein paar Leute, die einen Vogel haben, und sogar einen richtig großen, vielleicht ja nur deshalb, weil er ihnen gefallen hat. Dabei hätten es doch ein paar Fotos und ein anschließender Kurs im Kettensägen-Schnitzen auch getan. Wenn es also ein Kunstraub war, dann möchte Nicky an die Betreffenden eindringlich appellieren, die Figuren wieder an ihren Platz zu stellen. Dafür wäre er sogar bereit, den Kunst- und Vogelfreunden einen Kurs im Kettensägen-Schnitzen zu finanzieren und die ganze Sache nach Möglichkeit vertraulich zu behandeln.

Fotos: Norbert Blank und Josef Konrad

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist und Leiter der Gäste-Information Samerberg bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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