Land- & Forstwirtschaft

Georgi-Ritt in Ruhpolding bei schönstem Spätsommerwetter

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Trotz vieler Einschränkungen und aufwändigen Vorbereitungen mit einem umfassenden Hygienekonzept entschlossen sich die Verantwortlichen des Ruhpoldinger St. Georgivereins ihren traditionellen „Irgenritt“, dessen Ursprung bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, heuer dennoch in kleinerem Rahmen durchzuführen. Die viele Arbeit wurde mit bestem Spätsommerwetter und einem wunderschönen Ritt mit gut 80 Pferden und Reitern belohnt. Obwohl die traditionellen Festwägen der Trachtenvereine und der Musikkapellen fehlten, zeigten sich die zahlreichen Zuschauer entlang der Ruhpoldinger Hauptstraßen angetan und begeistert von den teils festlich geschmückten Pferden, den schmucken Reitern und Reiterinnen und den prachtvollen Motivwägen. Rund um die Filialkirche St. Valentin in Zell warteten bereits die Gottesdienstbesucher auf die Pferdewallfahrer bevor nach einem Umritt um die Kirche die Messe unter den ehrwürdigen Linden vor der Kirche beginnen konnte. Umrahmt von den blau gekleideten Paktisten und musikalisch unterstützt von der Miesenbacher Trachtenkapelle zelebrierten Pfarrer Otto Stangl und Diakon Wolfgang Eixenberger im Schatten der großen Bäume eine beeindruckende Bitt- und Dank-Messe, die den kirchlichen Ursprung des Rittes nach St. Valentin deutlich machte. Pfarrer Stangl lobte alle Verantwortlichen und Helfer/innen für die mutige Vorbereitung und ging auf die für das Zusammenleben der Menschen so bedeutsame „menschliche Nähe“ ein. „Die Nähe von Jesus ist heilend“ verdeutlichte er in Anlehnung an das Evangelium des Tages und betonte: „Jesus nimmt jeden von uns ernst und gibt uns damit ein Beispiel für den Umgang mit unseren Mitmenschen und der Schöpfung“ schloss Pfarrer Otto Stangl seine kurze Betrachtung und spendete abschließend allen Beteiligten, ihren Familien und Tieren den Segen Gottes. Noch einmal zogen die Ritt-Teilnehmer unter den Klängen der Musikkapelle an der Kirche vorbei und erhielten dabei von Diakon Eixenberger den Segen. Angeführt von Vereinsvorstand Hans Thullner mit der Standarte, den Laternen- und Kreuzreitern,Pfarrer Otto Stangl hoch zu Ross und den Paktisten kehrte die prächtige Pferdeprozession dann ins Dorf zurück und wurde dabei noch einmal gebührend bewundert. Vorstand Hans Thullner und den Verantwortlichen des Vereins war es dann ein besonderes Anliegen allen Teilnehmern herzlich für das Mitmachen zu danken. „Es ist eine große Freude für den Georgiverein Ruhpolding, dass trotz der schwierigen Bedingungen spontan so viele Reiter und Reiterinnen aus den Nachbarorten gekommen sind“ zollte Thullner den Teilnehmern aber auch allen Helfern und Helferinnen seinen Respekt und hoffte auf einen „normalen Irgenritt“ im nächsten Jahr.

Text und Bilder Franz Krammer

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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