Leitartikel

Die Geschichte von der tschüssfreien Zone

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das Dorf Gotzing ist ein kleiner Ort mit nur wenigen Häusern. Ein Wirtshaus, ein Bauernhof und eine Kirche mit Pfarrhaus. Das Wirtshaus gehört der Stadt München. Es hat über 400 Jahre auf dem Buckel. Wenn man in die Stube eintritt, spürt man sofort, hier ist die Zeit stehen geblieben. Die Stühle sind alle handgeschnitzt und kommen aus dem alten Rathausaal in München. Um ca.1900 wurden diese hergestellt. Die Speisekarte ist auf Holz geschrieben und hängt hinter der Haustüre. Der Name der Wirtschaft : Gotzinger Trommel. Er kommt noch aus dem Jahre  1705, von der Sendlinger Mordweihnacht. Es ist jene Trommel, die aus der Volkserhebung der Bauern in Oberland erhalten geblieben ist.

Der Wirt der Gotzinger Trommel ist ein besonderes Unikat der Bayerischen Kultur. Hans Triebel.  Er war einst Vorstand der Kulturabteilung Baierische Sprache. Sein Wortschatz ist auch entsprechend. Eines seiner Reizwörter lautet :“ Tschüss“!  Wie oft muss er das hören, wenn Besucher aus dem Norden der Bundesrepublik seine urige Wirtschaft verlassen. Des wegen hat er  sein Wirtshaus mit Biergarten in eine tschüssfreie Zone  erklärt.

Kurzer Hand bestellte er beim  Schlosser  Verkehrsschilder mit der warnenden Aufschrift: Tschüssfreie Zone. Am nächsten Tag stellte er diese um seine Wirtschaft auf. Das war wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die Behörden liefen fast Amok. Kurzerhand packte er sie wieder ein. Diese aber in der Wirtschaft aufzustellen, da konnte die Obrigkeit nicht eingreifen. Schnell jedoch sind die größeren Medien aufgesprungen. Vom Spiegel Magazin bis zu den bekannten Medien haben viele über die witzige Idee geschrieben. Der lachende Dritte war der Wirt. Besonders viele Nordlichter kamen als Gäste und haben sich neben dem nun berühmt gewordenen Schild fotografieren lassen.  Und nebenbei haben sie noch einen Schweinbraten gegessen. Das ist der Geheimtip des Wirts von Gotzing: Schweinsbraten mit hausgemachter Soss und Kadoffesalod.

Klaus Bichlmeier aus dem Film:  Zeitreise Bayern, Foto + Text:   K.Bichlmeier

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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