Land- & Forstwirtschaft

Bauernpräsident Heidl fordert politische Unterstützung

Eine rastlose Debatte zu Landwirtschaft und Tierhaltung sowie immer neue Auflagen erdrücken die bayerischen Bauernfamilien derzeit förmlich. Auch wirtschaftlich ist die Situation auf den Bauernhöfen schwierig: Den aktuellsten Zahlen des Deutschen Bauernverbandes zufolge sind die Erlöse auf den bayerischen Haupterwerbsbetrieben im Wirtschaftsjahr 2018/19 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent eingebrochen. Unter diesen Vorzeichen diskutieren heute und morgen fast 200 Delegierte aus allen Regionen Bayerns bei der Landesversammlung des Bayerischen Bauernverbandes darüber, welche Maßnahmen für eine erfolgreiche Zukunft in der bayerischen Land- und Forstwirtschaft nötig sind.

„Grüne Kreuze, große Demos in Mainz und Hamburg und Tausende Traktoren in den deutschen Städten: die Aktionen der vergangenen Tage und Wochen machen deutlich, dass sich ein großer Berg an Problemen auf den Höfen aufgetürmt hat. Doch statt Lösungen werden vonseiten der Politik immer neue Vorschriften und widersinnige Regelungen auf den Weg gebracht“, kritisierte der Bauernpräsident Walter Heidl am Freitag im Haus der bayerischen Landwirtschaft. Er fordert insbesondere die aktuellen Probleme bei Düngeverordnung, Gewässerrandstreifen, Artenschutz und Mercosur-Handelsabkommen schnell und gemeinsam mit den Bauern zu lösen. „Die Zeit der warmen Worte und Lippenbekenntnisse ist vorbei. Jetzt ist entschlossenes Handeln nötig, um die bäuerlichen Familienbetriebe zu unterstützen und zu erhalten“, sagte Heidl vor Bäuerinnen und Bauern, Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft sowie Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in Herrsching. Am Samstag werden die Delegierten im internen Teil der Versammlung mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Landwirtschaftsministerin Kaniber über die aktuelle Situation diskutieren.

Mit Blick auf den Klimawandel sagte Heidl: „Neben den aktuellen Problemen ist es für die Land- und Forstwirtschaft eine Schicksalsfrage, ob es gelingt, beim Klimawandel das Steuer herumzureißen. Das haben uns die beiden trockenen Jahre 2018 und 2019 sowie die verheerenden Folgen auf den Feldern und in unserem Wald drastisch vor Augen geführt.“ Doch die Bäuerinnen und Bauern seien beim Klimaschutz keineswegs nur Betroffene, sondern auch ein ganz wichtiger Teil der Lösung. „Die Land- und Forstwirtschaft ist die einzige Branche, in der das CO2 aus der Atmosphäre auf natürlichem Weg gebunden werden kann“, sagte Heidl. Der Bayerische Bauernverband fordert deshalb, dass Landwirte beim gezielten Humusaufbau finanziell unterstützt werden. Außerdem fordert Heidl, dass Holz als Baumaterial und klimaneutrales Heizmaterial in Bayern stärker gefördert wird und die Staatsregierung eine groß angelegte Initiative für biobasierte Rohstoffe auf den Weg bringt.

Bericht und Fotos: Bayerischer Bauernverband

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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