Landwirtschaft

Almabtrieb in Sachrang

Bei schönem warmem Wetter macht der Almabtrieb doppelt Spaß, schließlich war das Almvieh in den vergangenen Monaten jeden Tag im Freien und Wind und Wetter ausgesetzt; so machte ihnen auch der Weg von den Almen ins Bergsteigerdorf Sachrang bei strahlendem Sonnenschein nichts aus und die Sennerinnen und Senner sind ohnehin wetterfest. „Bin ich nicht eine besondere Schönheit“ Die Kalbinnen und Jungkühe, die von den Almen des Prientals ins Tal zurück kamen, genossen ihren großen Auftritt entlang der Sachranger Dorfstraße sichtlich und präsentierten sich von ihrer schönsten Seite: aufgebuscht und geschmückt mit frischem Grün, mit bunten Bändern, mit Latschenzweigen und Papierrosetten, zogen sie zusammen mit den Sennern unter dem Klang der Glocken um den Hals ins Dorf ein. Da machte es auch nichts, dass ein paar grüne Boschen verrutscht waren, „dahoam ist dahoam“. Die Straßenränder im Bergsteigerdorf waren dicht gesäumt mit Zuschauern, die sich die Rückkehr des Almviehs anschauen wollten. Fast war kein Durchkommen für das Vieh, weil die Menschen die Straße nicht freigaben und versuchten, alles auf ihre Smart-Phones zu bannen.

Sankt Michael am 29. September macht nach alter Sitte die Almen leer und die Ställe voll. Die Sachranger Bauern beendeten bereits am Samstag die Sommerfrische ihrer Rinder für dieses Jahr. Die Kühe und Kalbinnen kamen von den Sommerweiden auf den umliegenden Almen herunter, anderthalb bis zwei Stunden brauchten sie bis auf den Dorfanger in Sachrang. Nach alter Tradition wurden die Kühe prächtig geschmückt, Senner, Sennerin und Hüter dankten damit für einen friedvollen, unfallfreien Sommer und für eine gute Ernte. Der Almabtrieb war für die Sachranger eine willkommene Gelegenheit wieder einmal ein Fest auszurichten und miteinander die glückliche Rückkehr der Kalbinnen von den Almen zu feiern. Im Tal warteten, neben den Eigentümern der Tiere, viele Zuschauer, die das farbenprächtige Schauspiel sichtlich genossen. Das Team vom Dorfladen hatte extra für die Wartezeit einen Biergarten aufgebaut und versorgte die Gäste auf dem Dorfplatz mit Brotzeit und allerlei Schmankerln.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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