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Volkstrauertag in Prutdorf – im Wortlaut

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Marktgemeinde Prien war heuer Ausrichter für den Volkstrauertag am Denkmal in Prutdorf. Dabei hielt Zweiter Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster nachfolgende Rede:

 Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Gäste,

der November ist der Monat der Gedenktage – er beginnt mit den kirchlichen Feiertagen:

  • Allerheiligen, an dem wir allen Heiligen gedenken, nachgefolgt von
  • Allerseelen, der den Andenken aller unserer Verstorbenen Angehörigen gilt,

ebenso wie der

  • Totensonntag bzw. Ewigkeitssonntag

Und es gibt den Buß- und Bettag, der wie der Name schon sagt, zum Innehalten und In-sich-kehren, dem Gewissen überprüfen dienst.

Heute begehen wir mit dem Volkstrauertag, einen staatlichen Gedenktag, der vor 100 Jahren vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, im Gedenken an die unzählig gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges, vorgeschlagen wurde.

Seit 1952 wird er nun immer zwei Wochen vor Advent begangen.

Wir erinnern damit auch heute wieder an alle Kriegstoten und Gewaltopfer auf der ganzen Welt, die es leider immer noch zu beklagen gibt, denken besonders an unsere eigene Geschichte und an zwei Weltkriege, die unzählige Opfer forderten.

Vor über 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Die schrecklichen Erfahrungen dieser Kriegsjahre ließen unser Land nicht klüger werden. Die Folgen kennen wir alle.

In Anbetracht der unsäglichen Gewalt, die auch heute noch unseren Alltag prägt, müssen wir alles menschenmögliche tun und uns für den Frieden in dieser, unserer Welt einsetzen. Man könnte meinen, weltweiter Friede sei unmöglich und folglich sinnloses sterben nicht zu verhindern. Es scheint, der Mensch lernt nicht aus den bisher gemachten Erfahrungen dazu.

Deshalb müssen wir diesen Gedenktag heute auch als Mahntag nutzen!

Wenn wir auf die große Politik nur bedingt Einfluss nehmen können, so liegt es besonders in unseren Händen im Kleinen, hier bei uns vor Ort, dafür Sorge zu tragen, dass unser Frieden erhalten bleibt. Wir müssen ihn hüten wie unseren eigenen Augapfel. Können wir das schaffen?

Ja, in dem wir immer wieder aufs Neue daran erinnern, dass Frieden nur mit Verständnis und Toleranz, mit Nächstenliebe und Respekt, mit Mitgefühl und Solidarität möglich wird!

Das sind alles Werte, die wir in unserem Gemeinwohl tagtäglich leben, die uns als Christen prägen – und das stimmt mich doch hoffnungsvoll!

Denn auch im Kleinen kann Großes entstehen!

Trotz der vielen Kriege, Unruhen und Wirren in den Welt dürfen und sollen wir nicht aufgeben, weiter an unsere Werte zu glauben und daran festzuhalten. Wir sollen sie als Verpflichtung für den Frieden betrachten, um unser Zusammenleben in Harmonie und friedvollen Miteinander zu wahren!

Dies vor allem auch mit Blick auf unsere Kinder und Nachkommen in unserer Gemeinschaft.

Lassen Sie uns diesen Tag also gemeinsam dazu nutzen, innezuhalten und der Opfer zu gedenken. Sie zu betrauern – auch mit einem Gefühl der Solidarität für den Verletzten und den Hinterbliebenen.

Am Ende geht mein Dank an Sie, dass alle heute gekommen sind.

Mein Dank geht an alle Vereine, die mit Ihren Fahnenabordnungen an diesem Tag des Erinnerns mit der Teilnahme ihren Respekt erweisen.

Mein Dank geht an die Generationen vor uns, die an dem Frieden in unserer Gemeinschaft und in unserem Land gebaut haben.

Mögen wir diesen kostbaren Schatz des Friedens wertschätzen und lange bewahren!

Zu Ehren der Gefallenen und verstorbenen Mitbürgerinnen und Mitbürger legen die Marktgemeinderäte Herr Michael Schlosser, Herr Anton Schlosser und ich einen Kranz nieder.

Foto: Hötzelsperger – Zweiter Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster (li.) mit Wildenwarts Veteranenvorstand Florian Bauer beim heurigen Volkstrauertag

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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