Corona-Krise

Jugendbildungsstätte Königsdorf hofft auf Ende der Corona-Einschränkungen

Der Blick in einen Seminarraum in der Jugendbildungsstätte Königsdorf spricht Bände: Wo sonst reges Treiben herrscht, Schulklassen über Umweltthemen diskutieren oder gemeinsam an Projekten arbeiten, herrscht gähnende Leere. Stühle stehen einsam im Kreis, weit und breit ist niemand zu sehen.

„So schaut es momentan leider meistens aus“, sagt Roland Herzog, Leiter der Jugend­siedlung Hochland in Königsdorf (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen), in der sich die vom Bezirk geförderte Jugendbildungsstätte befindet. „Aktuell sind bei uns im Durchschnitt nur zwei von möglichen sechs Nächten belegt – ein Einbruch um zwei Drittel. Und die Einnahmen liegen von Januar bis März bei maximal einem Viertel.“ Hintergrund ist die Empfehlung des Kultusministeriums an die Schulen, Klassenfahrten wegen der Corona-Pan­demie bis zu den Osterferien möglichst abzusagen. Damit waren nicht nur Skilager in Österreich gestrichen, sondern auch alle Fahrten und Exkursionen, von denen die Jugendsiedlung Hochland profitiert.

Momentan gibt es in Königsdorf nur noch einige Wochenend-Übernachtungen von Firm- oder Konfirmationsgruppen, und auch das in reduzierter Form. „Wo sonst hundert teilgenommen haben, kommen jetzt vielleicht noch sechzig“, berichtet Roland Herzog. Das Einzige, was momentan noch eingeschränkt funktioniert, sind Tagesangebote wie Seminare zur Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler kurz vor dem Abschluss. Allerdings fehlen hier die für die Jugendbildungsstätte so wichtigen Übernachtungen.

Voller Kalender

Doch es gibt Hoffnung: Die Bundesregierung hat vor kurzem die Verlängerung des Kurzarbeiter-Gelds beschlossen, mit dem sich die Jugendsiedlung bislang über Wasser gehalten hatte und das für Königsdorf eigentlich Ende Februar ausgelaufen wäre. Mit dem voraussichtlichen Ende der Pandemie-Maßnahmen ab 20. März ist ­Roland Herzog zuversichtlich, dass die ­Jugendbildungsstätte wieder in den Normalbetrieb gehen kann. Und sogar mehr als das: „Von da ab ist unser Kalender sogar doppelt und dreifach gefüllt“, freut sich der Leiter der Jugendsiedlung. Hintergrund ist, dass die Schulen die ausgefallenen Fahrten so schnell wie möglich nachholen wollen und die Nachfrage nach freien Plätzen daher extrem groß ist. So plant Herzog momentan sogar, das Zeltlager, das für die Jugendfreizeiten in den Pfingstferien regelmäßig aufgebaut wird, nach den Ferien stehen zu lassen. Dort könnten dann noch zusätzliche Schulklassen untergebracht werden. „Perspektivisch sind wir über den Berg“, sagt Herzog.

Große politische Unterstützung

Zusammen mit dem Vorstand der Jugend­siedlung, Klaus Schultz, hat sich ­Herzog in einem offenen Brief bei den Landtags- und Bundestagsabgeordneten aus der Region für ihre Unterstützung bedankt. Die Abgeordneten waren aktiv geworden, nachdem die beiden Verantwortlichen im Februar einen ersten Brief verschickt hatten. Darin hatten Schultz und Herzog eindringlich auf die brisante Lage der Jugendeinrichtung hingewiesen. Aufgrund der neuesten Entwicklungen sieht Herzog die Gefahr gebannt, dass es der Jugendbildungsstätte so ergehen könnte wie den Jugendherbergen im unterfränkischen Lohr am Main und in Füssen, die aufgrund der Pandemie schließen mussten.

Deswegen wird es in seinen Augen nicht nötig sein, den Bezirk Ober­bayern um finanzielle Unterstützung zu bitten. Dies, so Herzog, wäre für ihn aber auch nur die „Ultima Ratio“ gewesen. Schließlich habe der Bezirk bereits die Renovierung des Tagungshauses zu großen Teilen finanziert. Mit den frisch hergerichteten Räumen, die mit modernsten Lüftungsanlagen ausgestattet sind, ist man für Veranstaltungen unter Pandemie­be­din­gungen bestens gerüstet. Fehlen nur noch die Schülerinnen und Schüler, die die Bildungsstätte wieder mit Leben füllen.

Bericht und Foto: Bezirk Oberbayern

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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