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Der Oberlandler Gauverband trauert um Lorenz Rinshofer

Die traurige Nachricht machte die Trachtler des Oberlandes Gauverbandes, seines Heimatvereins Thalham-Gotzing, aber auch in ganz Bayern sprachlos. Der 2. Gauvorstand Lorenz Rinshofer ist kurz vor seinem 66. Geburtstag verstorben. Viel zu früh musste er nun von uns gehen. Er schöpfte während seiner Krankheit immer wieder Hoffnung und kämpfte sich nach mehreren Rückschlägen wieder mit ganzer Kraft zurück – bis die Kraft nicht mehr reichte.

Lenz Rinshofer als Vollbluttrachtler zu bezeichnen, reicht bei weitem noch nicht aus, um sein Engagement um die Trachtensache in Worte zu fassen. Von Jugend an war er in seinem Heimatverein Thalham-Gotzing als Trachtler aktiv. Zuerst als 2. Fähnrich und später als 1. Vorplattler übernahm er Verantwortung im Verein und erreichte als aktiver Plattner auch bei den Wertungsplatteln der Gaugruppe Miesbach vordere Plätze. Sowohl beim Gruppenwertungsplatteln, aber auch beim Einzelplatteln, wo er auch einmal mit seiner damaligen Tanzpartnerin den 1. Platz geschafft hatte. Als 1. Vorstand des Trachtenvereins Thalham-Gotzing war ihm vor allem das Vereinsleben wichtig und er bewies mit dem 80-jährigen Gründungsjubiläum, dass auch ein kleiner Verein ein großes Fest im Bierzelt stemmen kann. Dies gelang ihm hervorragend durch sein Organisationstalent und die Motivation vieler Vereinsmitglieder und Freunde – dabei wurde auch der Zusammenhalt im Verein noch weiter gestärkt. Als Attraktion für das Jubiläumsfest rief er die „1. Oberbayerische Meisterschaft im Holzhacka“ ins Leben, welche in den Folgejahren beim Schupfenfest beim Haidhuber fortgeführt und zum 100. Jährigen Jubiläum wiederholt wurde. Nach einem familiären Unglücksfall hörte Lenz 1996 schweren Herzens als 1. Vereinsvorstand auf und widmete seine ganze Kraft seinem älteren Sohn Gerhard – verlor dabei seinen Verein nie aus den Augen. In der Gaugruppe Miesbach war Lenz erst als Werter beim Gaupreisplatteln und als 2. Vorstand aktiv, bevor er dann als 1. Gaugruppenvorstand die Verantwortung übernahm und dabei unter anderem die alljährlichen Jugendabende, Einzel- und Gruppenwertungsplatteln moderierte. Ab 2006 war Lenz Rinshofer 2. Vorstand des Oberlandes Gauverbandes und setzte sich bis zuletzt tatkräftig für die Trachtensache ein.

Im Verein, in der Gaugruppe und im Gauverband war Lenz für seine humorvolle Art bekannt und geschätzt. Manche Aktiven Platter hatten darunter allerdings immer wieder bei der Verkündung der Ergebnisse beim Preisplatteln zu „leiden“, wenn er die Spannung immer weiter bis zum Bersten ausbaute. Auch viele Jahre nach ihrer aktiven Plattlerzeit erinnern sich die Gruppen noch daran.  Nachdem im Jahr 2008 die Miesbacher Tracht vom Deutschen Trachtenverband zur „Tracht des Jahres“ gewählt wurde, reiste Lenz mit seiner Frau Anneliese jedes Jahr im Mai zu einem anderen Ort in Deutschland und präsentierte bei diesen Veranstaltungen als Vertreter des Bayerischen Trachtenverbandes unsere Miesbacher Tracht. Lenz Rinshofer war immer ein geradliniger, aufrechter Vereinskamerad, der mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt. Zeitlebens setzte er sich für die Erhaltung der Tracht und ein reges Vereinsleben ein. Bei sämtlichen Veranstaltungen war er gerne mit dabei, organisierte und arbeitete mit, wo er gebraucht wurde und vergas darüber hinaus nicht das gesellige Beisammen sein.

Ein Trachtler mit Leib und Seele! Ein Kommunalpolitiker mit Ecken und Kanten. Vor allem aber ein guter Kamerad in allen Vereinen und Verbänden, in denen er aktiv war. Lenz Rinshofer hinterlässt eine große Lücke. Nicht nur als Unterstützer, sondern vor allem als Mensch und Freund.

„Liaba Lenz, vergelt’s Gott für die unzähligen Jahre, die du nicht nur unserem Verband gewidmet hast! Vegelt’s Gott für die vielen schönen und geselligen Stunden. Vergelt’s Gott für deinen Einsatz für unsere Tracht und Traditionen! Du fehlst uns jetzt schon! Ruhe in Frieden!“

Bericht und Foto: Verena Assum, Oberlandler Gauverband

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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