Landwirtschaft

BHM Amerang: Schäfchenzählen muss nicht sein

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Diesen gut gemeinten Ratschlag kennt fast jeder: Wer Probleme mit dem Einschlafen hat, sollte Schäfchen zählen, weil das entspannt. Das Zählen der Tiere kann man sich aber sparen, denn es geht besser. Natürliche Einschlafhilfen mit Kräutern, Ölen und Zirbenholz stellte Kräuterpädagogin Sandra Wastlhuber bei einem Workshop im Bauernhausmuseum Amerang des Bezirks Oberbayern vor.
Manch ein Teilnehmer hatte ihre Tipps auch nötig. „Ich bin seit 20 Jahren Schichtarbeiter, das geht auf die Substanz. Ich kann ganz schlecht einschlafen“, erzählte Jörg aus Trostberg. „Deshalb hoffe ich auf natürliche Mittel, die mir helfen.“ Sandra Wastlhuber wusste Rat. Tipp Nummer eins: „Machen Sie eineinhalb Stunden vor dem zu Bett gehen ein warmes Fußbad. Am besten mit entspannenden Kräutern wie Melisse oder Lavendel.“ Die Rezeptur ist einfach: Man nehme 500 Gramm Meersalz, rund 50 Gramm getrocknete Melisse oder Lavendelblüten und gieße das Ganze mit Sonnenblumen- oder Mandelöl auf. Kräftig durchmischen und in Gläser abfüllen. Einen guten Teelöffel dieser Mischung fülle man in eine große Schüssel oder einen Zuber, und gieße dann mit warmem Wasser auf. „Ideal ist auch, wenn Sie etwas Schafmilch oder Sahne dazu tun.“ Sandra Wastlhuber schwört auf dieses Rezept. Beim Workshop stellte jeder Teilnehmer seine eigene Mischung für das Fußbad her und nahm sie mit nach Hause. Wegen ihrer Schlafprobleme kamen auch Marianne und Sophie zum Workshop. „Ich interessiere mich grundsätzlich für Kräuter und habe es bisher nur mit Tees versucht“, erzählt Marianne. „Jetzt hoffe ich, dass wir noch weitere gute Ratschläge bekommen.“

Tipp Nummer zwei der Kräuterpädagogin: Versuchen Sie es mit einem wohlig duftenden Leinensäckchen. Dieses füllt man ebenfalls mit Lavendel, Melisse, Hopfen oder mit Zirbenspänen. Die Zirbe schätzt Sandra Wastlhuber besonders. „Man sagt ihr nach, dass sie die Menschen erdet. Sie vermittelt Urvertrauen und ein gutes, beruhigendes Gefühl.“ Wer die Zirbenspäne länger daheim aufbewahrt, kann ihren Duft nach Holz wieder beleben: Einfach die Späne eine halbe Stunde ins Freie in die Sonne legen. Wichtig: Nicht auf dem Säckchen schlafen, sondern es auf das Kopfkissen legen und mit dem Duft einschlafen. Tipp Nummer drei: Trinken Sie Kräutertees! Die Kräuter sollten allerdings nicht mit kochend heißem Wasser aufgegossen werden. „Ich setze sie mit etwas kaltem Wasser an, lasse sie bis zu sechs Stunden ziehen, gieße diese Mischung mit Wasser auf und erhitze das Ganze auf 25 Grad. So entfalten die Pflanzen am besten ihre Wirkung“, rät die Kräuterpädagogin. Besonders beruhigend und entspannend sind Melisse, Kamille, Fenchel und Anis sowie Johanniskraut. Wobei letzterem vor allem eine ausgleichende Wirkung nachgesagt wird. „Jeder reagiert auf Kräuter anders, deshalb sollte man verschiedene ausprobieren. Eher anregend und deshalb nicht geeignet sind Minze oder schwarzer Tee.“
Abgesehen von Kräutern und ihren wohltuenden Wirkungen hat Sandra Wastlhuber noch einen erfolgversprechenden Tipp Nummer vier: „Versuchen Sie es mit Ritualen. Das kann ganz unterschiedlich sein. Machen Sie zum Beispiel jeden Abend ein Fußbad, legen Sie sich auf die Couch und gehen Sie anschließend ins Bett. Manche hören auch entspannende Musik vor dem Einschlafen.“ Keinesfalls sollte man vor dem Schlafengehen Sport treiben oder im Bett lesen, rät Sandra Wastlhuber. „Sport und Lektüre regen an. Sofort danach einzuschlafen, fällt wirklich schwer.“

Foto: BHM_Einschlafen_001.jpg: Hopfen eignet sich nicht nur zum Bierbrauen. Die weiblichen Dolden der Pflanze enthalten natürliche Wirkstoffe, die sehr gut beim Einschlafen helfen. © Bezirk Oberbayern, Archiv Bauernhausmuseum Amerang.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

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Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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