Leitartikel

Bericht und Bilder Teil II – Gebirgsschützen in Neubeuern

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Heimat, Brauchtum und Werte nicht nur zu pflegen und zu hegen, sondern auch zu verteidigen“ – dies haben sich die Bayerischen Gebirgsschützen auf die Fahnen geschrieben. Dies gilt auch für das Bataillon Inn-Chiemgau, das erstmals nach Beginn der Corona-Pandemie wieder in größerer Zahl zusammenkommen konnte. Ort der feierlichen Zusammenkunft war der malerische Marktplatz von Neubeuern, dessen Gebirgsschützenkompanie (GSK)  das 50jährige Bestehen in Verbindung mit dem ebenfalls verschobenen 40. Geburtstag des Bataillons nachholte.

Hauptmann Sepp Stadler von der GSK Neubeuern freute sich, dass das 36. Bataillonsfest gefeiert werden konnte und sagte: „Wir feiern zwar nicht groß mit Festzelt und Festzug wie wir es geplant und gewünscht hatten, aber trotzdem finden wir den eigentlichen Sinn, denn wir beschränken uns mit einem Gottesdienst auf das Wesentliche. Schließlich ist der Gottesdienst ein Zeichen lebendiger Gemeinschaft und das tut gut in Zeiten von vielfachen Vereinsamungen“. Und er fügte hinzu: „Die Gebirgsschützen waren immer dann da, wenn sie gebraucht wurden und so sehen wir es auch heute als unsere Aufgabe, ebenso parat zu sein wie es unsere Altvorderen waren“. Für Pfarrer Christoph Rudolph, der nach einem festlichen Einzug des kirchlichen Dienstes auf der Bühne und vor der Pfarr- und Wallfahrtskirche „Maria unbefleckte Empfängnis“ den Gottesdienst feierte, sind die Bayerischen Gebirgsschützen wichtig, weil sie Förderer des christlichen Brauchtums sind und weil sie mit ihrem Vertrauen zur Mutter Gottes ihren starken Glauben an Menschen vermitteln können, die in Sorge und Not sind. Gau-Hauptmann Hans Rucker zollte der GSK Neubeuern Respekt für die Entscheidung, das schon zweimal verschobene Jubiläumsfest doch noch mit einem würdigen Gottesdienst zu feiern. Landeshauptmann Martin Haberfellner zeigte sich ebenfalls dankbar, er sagte in seinem Grußwort: „Diese heutige repräsentative Form ist ein starkes Signal, dass es uns noch gibt. Die Restriktionen, die uns Corona auferlegte und noch auferlegt sind ein guter Grund, weiterhin wachsam zu bleiben“. Stellvertretender Landrat Sepp Hofer vom Landkreis Rosenheim bat, die Heimat zu schätzen indem man nicht Flach-, sondern Tiefwurzler ist. Erster Bürgermeister Christoph Schneider von der Gemeinde Neubeuern ging als Schirmherr des Jubiläums ebenfalls auf die Bewältigung der Corona-Krise ein, er sagte: „Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren rapide verändert, der Wohlstand, gerade in unserer Region, ist auf ein Maximum angewachsen und trägt dazu bei, dass sich die Menschen unabhängiger fühlen. Viele Menschen entwickeln dabei auch das Gefühl, dass sie nicht mehr aufeinander angewiesen sind und somit nur noch ihren ganz unterschiedlichen und individuellen Interessen nachgehen“. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Wolfgang Sattelberger übergab er an GSK-Hauptmann Sepp Stadler eine Spende in Höhe von 500 Euro sowie ein geschmiedetes Erinnerungsgeschenk. Hauptmann Fritz Dräxl von der Patenkompanie Samerberg, die auch für den Ehrensalut sorgte überbrachte in seinem Grußwort  eine zuvor von Pfarrer Christoph Schneider gesegnete Schützenscheibe.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm die Musikkapelle Neubeuern mit ihrem Dirigenten Bernd Eutermoser sowie der Kirchenchor Neubeuern unter der Leitung von Pia Hausner. Aufgrund der Corona-Auflagen war die Teilnahme in voller Kompaniestärke nur der Festkompanie Neubeuern möglich, die Samerberger Patenkompanie war auf 20 Mann reduziert und die weiteren Kompanien des Bataillons Inn-Chiemgau sowie von Bayrischzell waren auf kleine Fahnen-Abordnungen beschränkt. Unter den Ehrengästen befanden sich Schatzmeister Günter Reichelt und Schützenmeister Harald Schrangl vom Bund der Bayerischen Gebirgsschützen,  die beiden Ehren-Gauhauptmänner Anton Greimel und Fritz Kelzenberg sowie Bezirksrat und Bayernbund-Landesvorsitzender Sebastian Friesinger. Wie Landesvorsitzender Martin Haberfellner abschließend bekanntgab, ist der Patronatstag der Bayerischen Gebirgsschützen für Sonntag, 8. Mai 2022 in Aschau i. Chiemgau geplant.

Fotos: Hötzelsperger – 1. Eindrücke vom Bataillonsfest der Inn-Chiemgau-Gebirgsschützen auf dem Marktplatz von Neubeuern 2. Von links: Schatzmeister Günter Reichelt, Bezirksrat Sebastian Friesinger, Schützenmeister Harald Schrangl und Landeshauptmann Martin Haberfellner. 3. Festkompanie Neubeuern, 4. Patenkompanie Samerberg.

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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