Kirche

Am Grab von Klaus Mößner in Neubeuern

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Betroffene Anteilnahme einer großen Dorfbevölkerung, Dank, Anerkennung und kollegiale Verbundenheit prägte die Tauerfeier für Klaus Mößner in der Kirche von Altenbeuern. Sohn und Tochter mit den Familien trauern um einen beschützenden Familienmittelpunkt, der in den letzten Jahren bestens betreut in der Pflegeeinrichtung in Thansau auch dort Teil der Familie blieb. Die zunehmende Demenzerkrankung geißelte am Ende ein Leben voll Tat- und Schaffenskraft. Klaus Mößner war nach seiner Ankunft in Neubeuern  Lehrer an der Schule Schloß Neubeuern. Er war nicht nur Lehrer und Pädagoge, sondern auch Ansprechpartner, Helfer  und ein Teil der Hausgemeinschaft. Dies auch noch lange Jahre nach seinem beruflichen Ausscheiden. Er war auch dann noch immer gern gesehener Gesprächspartner von Altschülern und Kollegen.  Sein Witz, sein eigener Humor, sein Wissen und seine Hilfsbereitschaft zeichneten Klaus Mößner aus. Dies spürten seine Schüler, aber auch das Umfeld  und die dörfliche Gemeinschaft. Dies alles in gemeinsam getragen Stunden mit seiner Ehefrau Christine, welche vor sechs Jahren im Tod vorraus ging. Ein schmerzlicher Einschnitt, der nun das Leben von Klaus Mößner bestimmte.

Gemeinsame Jugendjahre in der ehemaligen DDR bestimmten und prägten den gemeinsamen Lebensweg. Den damaligen Ereignissen geschuldet, Ungewissheit und  Sorge, veranlassten Klaus Mößner, Wochen und Tage vor dem Mauerbau in Berlin, Einiges von privater Habe in den Westteil der Stadt zu bringen. Fünf Tage vor dem Mauerbau  haben Beide den ostdeutschen Teil verlassen. Innerlich war man immer der Heimat verbunden geblieben. Dies auch durch die kulturelle, musikalische Verbundenheit. Die Musik von Bach, die Aufnahmen des Thomana Chor bestätigten sein Heimatgefühl. Kontakte, soweit wie möglich, Briefverkehr  und später als es möglich war, auch Besuchsfahrten festigen alte Beziehungen. Neubeuern war aber für Mößner nun zu seinem zentralen Punkt geworden, wo er sich einbrachte und die Familie betreut werden konnte. Vielseitig bot er seine Hilfe an, in der CSU fand er seine politische Heimat, geprägt mit dem Wissen  seiner frühen Jahre in der DDR. Kritisch begleitete er das Geschehen, gepaart mit einem umfangreichen Wissen  und Belesenheit aus dem Tagesgeschehen. Über 20 Jahre war er als Stellvertreter im CSU  Ortsverband tätig, war Initiator von Diskussionsabenden zur Bildung-und Sicherheitspolitik. Im Nachruf dankte Vorsitzender Florian Gerthner für die zielgerichtete Arbeit von Klaus Mößner, der Ehrenmitglied des Ortsverbandes war.  Ein Blumengebinde wurde am Grab niedergelegt.  Mit dem Fall der DDR-Grenze war es für Mößner Gebot der Stunde, seine Hilfe anzubieten.  Er unterstützte den Lehrkörper in den einfachsten Belangen wie Papier, Stifte, erste und einfache Büroausstattungen, aber auch in der Weiterbildung. Die Trauerfeier wurde musikalisch eindrucksvoll begleitet  von Streichmusik und Chorgesang. Pfarrer Michael Krauss fand in den begleitenden Worten Gleichnisse aus den Bibeltexten und dem Leben des Verstorbenen.  Er erinnerte auch an das aufbrechende Frühjahr, das für den  Biologen, Natur- und Blumenfreund bestimmend war. Mößner zog dann als Blumenfreund seine Runde durch den Ort um zu den verschiedene Anlässen,welche säuberlich in Handschrift in Listen aufgeführt waren, zu gratulieren.

Foto: Thomas Schwitteck – Klaus Mößner

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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