Land- & Forstwirtschaft

Berchtesgadener Land: Almabtrieb in Gedenken

Der Almsommer im Berchtesgadener Land ist nun offiziell beendet. Am Wochenende sind die Kühe von der Halsalm und der Fischunkelalm zum Tal-Hof marschiert bzw. mit der Plätte über den Königssee gebracht worden. Bereits eine Woche zuvor haben sich die Tiere von der Mordau-Alm in der Ramsau auf den Weg zum jeweiligen heimischen Stall gemacht – und das heuer ohne die typischen Fuikl.

Denn der aufwändige Kopfschmuck der Tiere ist nicht nur ein dekoratives Element für die Zuschauer: Er ist Zeichen dafür, dass rund um Haus und Hof oder auf der Alm kein Unglück passiert und in der Bergbauern-Familie kein Todesfall zu beklagen ist. Ist dem nicht so, dient der Almabtrieb dem Gedenken – so wie heuer auf der Mordau-Alm. Hier hatten die Bergbauern* in diesem Jahr einen Sterbefall innerhalb der Familie zu beklagen. Die Leitkuh bekommt dann traditionell ein Latschen – oder wie dieses Jahr – ein Almrausch-Kreuz mit kleinem lila Schmuck, die anderen Tiere tragen Mascherl in den gleichen Farben oder gehen ungeschmückt.

Im heimischen Stall angekommen stehen die Tiere wieder unter der Obhut der Bau-ernfamilie. Haben die Sennerinnen zuvor auf der Alm gemolken und die Milch zur Ab-holung durch die Molkerei Berchtesgadener Land an die Sammelstelle an der Deut-schen Alpenstraße gebracht, melken jetzt wieder die Bergbauern und der Milchsam-melwagen fährt bis zum Hof.

Bericht und Foto: Molkerei Berchtesgadener Land

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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