Land- & Forstwirtschaft

Wichtig in Bayern: Holz-Wirtschaft

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

WILBURGSTETTEN Die Forst-, Holz- und Papierwirtschaft zählt zu den Schlüsselbranchen in Bayern. Vor diesem Hintergrund tauschte sich Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger mit dem Präsidenten des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. bei der Rettenmeier Holding AG in Wilburgstetten im Landkreis Ansbach aus. Aiwanger machte klar:

„Die Nutzung von Holz ist praktizierter Umweltschutz. Es wächst immer mehr Holz nach. Wir müssen deshalb mehr, nicht weniger Bäume ernten, damit unsere Wälder stabiler werden. Wenn zu wenig durchforstet wird, kann wegen Lichtmangel keine Naturverjüngung entstehen und die Bäume bekommen zu wenig Durchmesser auf ihre Höhe und knicken dann bei Sturm oder Schnee.“ Aiwanger wehrt sich auch gegen immer mehr Vorschriften, welche die Waldbewirtschaftung erschweren und die Waldbesitzer belasten. Ein Beispiel hierfür seien unsinnige bürokratische Vorschriften von der EU wie die sogenannte Entwaldungsverordnung oder die von der Bundesregierung geplante Verschärfung des Bundeswaldgesetzes mit praxisfremden Vorschlägen.

Der Holzeinschlag in Bayern lag 2023 insgesamt bei 22,2 Millionen Festmetern. Deutschlandweit liegt er bei insgesamt 70,6 Millionen Festmetern. Das entspricht zum Vorjahr einem Rückgang von über zehn Prozent. Wirtschaftlich finden 39,1 Millionen Festmeter Verwendung als Stammholz in der Säge- und Furnierindustrie. Das sind über 55 Prozent. An zweiter Stelle liegt das Industrie- gefolgt von Energieholz. Die Krise der Bauwirtschaft führte zu einer stark rückläufigen Nachfrage nach Bauholzprodukten. Gleichzeitig konnte auch der Export im Jahr 2023 aufgrund der weltweit schwachen Konjunktur nicht punkten. Der Export von Nadelschnittholz lag bei 11,2 Millionen, Laubschnittholz bei knapp 700.000 Festmetern.

Unternehmer sind mit den Dokumentationspflichten und Vorgaben nach der Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR) konfrontiert. Die Verordnung verfolgt das Ziel, dass innerhalb der EU nur noch Produkte verkauft werden dürfen, die seit 2020 nicht von Entwaldung oder Waldschädigung betroffen waren. „Die Verordnung trifft nun besonders Kleinprivatwaldbesitzer, denen dadurch der Zugang zum Holzmarkt verwehrt wird. Zusätzlich drohen durch vorgesehene Sanktionen erhebliche Belastungen. Infolge dessen könnte es zu Lieferengpässen und Preiserhöhungen kommen. Das muss gestoppt werden“, so der Minister.

Bayern setzt sich auf verschiedenen Ebenen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverwendung ein. Aiwanger erklärt dazu: „Wir haben mit dem Pakt Holzenergie gezeigt, dass wir der Branche den Rücken stärken. Gleichzeitig bauen wir im Rahmen unserer erfolgreichen Bioökonomiestrategie die holzbasierte Bioökonomie aus.“

Die Rettenmeier Holding AG gehört zu den führenden Herstellern von Massivholz in Europa. Das Unternehmen verarbeitet den Rohstoff Holz zu 100 Prozent und schafft durch die Bearbeitung in hochwertige, langlebige Bauprodukte auch CO2-Speicher. Damit leistet der gesamte Produktionsprozess einen wesentlichen Beitrag zum aktiven Klimaschutz.

Bericht und Foto: Bayer. Wirtschaftsministerium –  Wirtschaftsminister Aiwanger tauscht sich mit Vertretern der Deutschen Säge- und Holzindustrie aus. Foto: StMWI/F. Meinl

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Toni Hötzelsperger

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