Kirche

Aschauer Kreuzkapelle jetzt renoviert und fertig

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Renovierungsarbeiten an der Aschauer Kreuzkapelle neben der Pfarrkirche sind abgeschlossen. Nach altem Brauch wurde als symbolischer letzter Akt das neu vergoldete Turmkreuz mitsamt der Turmkugel auf das neue Dach gesetzt. Malermeister Walter Bilek brachte das neue Kreuz, Spenglermeister Herbert Wimmer die neu vergoldete Kugel und Kirchenpfleger Werner Weyerer die kupferne Zeitkapsel. Sie enthält im Inneren eine Urkunde mit den wichtigsten Angaben zur Baugeschichte (siehe Kasten) und ein Exemplar der OVB-Heimatzeitungen vom 3. August. Traditionell ist das Aufsetzen des Kreuzes der letzte Arbeitsschritt, jetzt können die Gerüste fallen. Kirchenpfleger Weyerer bedankte sich bei allen Handwerkern, die in den letzten Monaten mit viel Engagement auf der Baustelle beschäftigt waren.

Seit den letzten Bau- und Erhaltungsmaßnahmen an der Kreuzkapelle war viel Zeit vergangen Um den Glanz der Kapelle aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zu erhalten, standen umfangreiche Renovierungsmaßnahmen an. Der vor Jahrzehnten im Sockelbereich angebrachte Zementputz verhinderte ein Austrocknen der Mauern und verursachte Feuchteschäden im Inneren. Schon im Herbst 2018 wurde dieser Putz abgenommen, das Mauerwerk konnte austrocknen. Ein Jahr später zog die Firma Andreas Dörfl aus Aschau den neuen Verputz auf. Die Grabungen zur Optimierung der Drainage brachten den Ausgräbern einige Überraschungen. Es gab viele Rohre und Leitungen als Drainage, an anderen Stellen fehlten diese vollständig oder funktionierten wegen Beschädigungen nicht mehr. Im Zusammenwirken aller Beteiligter fanden sich gute Lösungen, um die Mauern dauerhaft vor aufsteigender Feuchtigkeit zu schützen. Fachfirmen renovierten die Fenster und das Portal. Die alten Grabsteine an den Außenmauern und das Denkmal zum Gedenken an die Gefallenen des napoleonischen Russlandfeldzuges von 1812 wurden überholt und neu gesetzt.

Das völlig marode Holzschindeldach war jahrelang nur notdürftig abgedichtet worden. Im Frühjahr 2020 begannen mit der Aufstellung des Baugerüsts die Arbeiten an der Dachsanierung. Durch die Firma Herbert Wimmer aus Obing erfolgte die Neudeckung des geschwungenen Daches in Kupfer. Malermeister Walter Bilek aus Rosenheim gab dem Kircherl in Weiß- und Ockertönen ein neues Kleid. Das Planungsbüro Franz Bartl aus Kolbermoor zeichnete für die Planung und Bauleitung verantwortlich. Kirchenpfleger Werner Weyerer war ehrenamtlich fast täglich auf der Baustelle, um nach dem Rechten zu sehen und offene Fragen mit den beteiligten Handwerkern zu klären.

Die Finanzierung erfolgt über die Pfarrei „Darstellung des Herrn“ in Aschau im Chiemgau. 100000 Euro sind für die Restaurierungsmaßnahmen veranschlagt, die Finanzierung erfolgt über die Pfarrei, die auf Rücklagen, Zuschüsse und Spenden angewiesen ist. „Wir freuen uns über jede Spende, die für der Erhaltung des Rokokojuwels gemacht wird“, so Pfarrer Paul Janßen, „wir hoffen noch auf weitere Zuwendungen, die einen ganz wesentlichen Beitrag für die Erhaltung der wunderbaren Kreuzkapelle leisten“. Im Gebiet des Erzbistums von München und Freising stehen zurzeit Sanierungen von über 300 Gebäuden an, dabei sind viele kunsthistorisch wertvolle Kirchen. Zusätzliche Spenden sind willkommen, um die Besonderheit für das Ortsbild, die Pfarrei und Region so dauerhaft wie möglich gestalten zu können. Kontakt: Pfarrbüro Aschau, Telefon 08052-4428.

Im Schatten der katholischen Pfarrkirche in Aschau steht auf der Nordseite die kleine aber feine Kreuzkapelle, eine Stiftung der Hofwirtin Maria Anna Schropp (heute Residenz Heinz Winkler) aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie wurde damals als Ersatz für die alte Friedhofskapelle gebaut, die baufällig abgerissen werden musste. Bauchige Außenwände und eine Westfassade, die nach oben in dem filigranen Zwiebeltürmchen abschließt, machen den Besucher neugierig auf das Innere des Kirchleins. In der Kapelle erwarten den Besucher ein heller, wohlproportionierter Raum sowie eine hochwertige künstlerische Ausstattung mit dem Kreuzaltar, dem kunstvollen Eisengitter und den farbenprächtigen Fresken von Joseph Tiefenbrunner. „Es ist ein heiterer, heller, farbenprächtiger Raum, der mit der Konzentration auf das Kreuz ein ernstes Thema aufgreift, aber in der Form– und Farbgebung das neu aufbrechende, ja fast überschäumende göttliche Leben zu symbolisieren vermag und schon die Erlösung durch den auferstandenen Christus erahnen lässt“, erklärt Pfarrer Janßen.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg – Die Verwaltungsleiterin Regina Schlemer der Aschauer Pfarrei Darstellung des Herrn mit Franz Bartl vom bautechnischen Planungsbüro aus Kolbermoor und den beteiligten Handwerksmeistern. Malermeister Walter Bilek brachte das neue Kreuz, Spenglermeister Herbert Wimmer die neu vergoldete Kugel und Kirchenpfleger Werner Weyerer die kupferne Zeitkapsel. (von links)

Als letzter Schritt der Renovierungsarbeiten an der Aschauer Kreuzkapelle wurde das neue Kreuz auf das Dach gesetzt. Malermeister Walter Bilek brachte das neue Kreuz, Kirchenpfleger Werner Weyerer die kupferne Zeitkapsel und Spenglermeister Herbert Wimmer die neu vergoldete Kugel (von links)

 

Wortlaut der Urkunde

 

Urkunde – Kreuzkapelle Aschau i.Ch –  1. August 2020

 Wir schreiben das Jahr 2020 nach Christus. Die Katholische Kirche wird geleitet von Papst Franziskus I im achten Jahr seines Pontifikats, Erzbischof von München und Freising ist Reinhard Kardinal Marx, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland ist Angela Merkel, Ministerpräsident von Bayern Markus Söder.

Seit Monaten schränken Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie das öffentliche und auch kirchliche Leben ein, so konnten wohl erstmals seit Bestehen dieser Pfarrei die Kar- und Ostertage nicht mit öffentlichen Gottesdiensten begangen werden, wenn auch die Pfarrkirche für das persönliche Gebet stets offen stand. Seit Mai gibt es – unter Auflagen – deutliche Verbesserungen. Die Katholische Kirchenstiftung Aschau machte es sich bereits in den vergangenen Jahren zur Aufgabe, das wunderbare Rokoko-Kircherl im Schatten der Pfarrkirche, die Kreuzkapelle, trocken zu legen und außen zu restaurieren. Im Herbst 2018 wurde der Putz im Sockelbereich der Kapelle außen abgeschlagen. 2019 erfolgte die Erneuerung der Drainage, die Verputzung im Sockelbereich, Ausbesserungen an Tür und Fenster. Im Frühjahr 2020 kam das Baugerüst zum Stehen, das schadhafte Holzschindeldach wurde durch eine Kupferbedeckung ersetzt – die Turmzwiebel bestand bereits in Kupfer – sowie mit den abschließenden Malerarbeiten das Kleid der Kirche erneuert. Schließlich nahmen die Handwerker diese Turmkugel mit Kreuz ab, mit neuer Vergoldung kündet das Kreuz an der Spitze des Turms die Botschaft des Kreuzes Jesu Christi und den Glanz seiner Auferstehung.

 Pfarrer der Pfarrei Darstellung des Herrn ist gegenwärtig Paul Janßen, dem Seelsorgeteam gehören Pfarrer Hermann Overmeyer, Gemeindereferentin Regina Haas, Priesteramtskandidat Diakon Josef Schmid an. Kirchenpfleger ist Werner Weyerer, Verwaltungsleiterin Regina Schlemer, Kirchenverwaltungsmitglieder sind Wolfgang Rucker, Andrea Baumann, Rupert Schäffer, Herbert Reiter und Franz Scheck; Pfarrgemeinderatsvorsitzende ist Margret Höhensteiger, Mesner Lukas Kraus.

Die wesentlichen Arbeiten führten folgende Firmen durch: Spenglerei Wimmer aus Obing, Maurer Dörfl aus Aschau, Maler Bilek aus Rosenheim. Leitender Architekt ist Franz Bartl, Kolbermoor.  Diese Kugel hat neu vergoldet Malermeister Bilek.

Zum Abschluss der Außenrenovierung wurde diese Urkunde erstellt.

Ad maiorem Dei gloriam – Zur größeren Ehre Gottes – Siegel und Unterschriften

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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