„Was braucht ma aufm Dorf – Zukunft für Jung & Alt“ Gelungene Impulse für ein lebendiges Miteinander in Schleching
Schleching – Rund 70 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten am 14. Januar 2026 der Einladung der Wählergruppe Bürger für Schleching in den Pfarrsaal Schleching zur Veranstaltung „Was braucht ma aufm Dorf – Zukunft für Jung & Alt“. Ziel des Abends war es, konkrete und praxisnahe Beispiele aufzuzeigen, wie Dorfgemeinschaften die Lebensqualität für alle Generationen aktiv gestalten können.
Begrüßt und vorgestellt wurden die Referenten von Martina Hammerl-Tiefenböck, 1. Vorsitzende der Bürger für Schleching. Durch den Abend führte Bürgermeisterkandidat Thomas Müllinger, der auch die inhaltlichen Schwerpunkte moderierte und die Diskussion begleitete.
Den Auftakt machte Ulrike Speicher, Quartiersmanagerin der Gemeinde Reit im Winkl. Die gebürtige Südtirolerin und Sozialpädagogin stellte eindrucksvoll dar, wie seniorengerechtes Quartiersmanagement im ländlichen Raum erfolgreich umgesetzt werden kann. Sie erläuterte den ganzheitlichen Ansatz, der auf drei Säulen basiert: Wohnen und Pflege, Unterstützung und Beratung sowie soziale Netzwerke. Anhand zahlreicher Beispiele – von barrierefreiem Wohnumfeld über Beratungsangebote, Präventions- und Informationsveranstaltungen bis hin zu Nachbarschaftshilfen, Bewegungs- und Begegnungsangeboten – zeigte sie, wie ein breit gefächertes und wirksames Unterstützungsnetz für ältere Menschen entsteht. Dabei ist sie hauptberuflich in der Gemeinde angestellt, ihre Stelle als Quartiersmanagerin wird vom Land gefördert.
Im zweiten Vortrag begeisterte Michael Hofer aus Staudach-Egerndach das Publikum mit der Erfolgsgeschichte der Jugendbewegung Staudach-Egerndach e.V.. Der 36-jährige Landwirt, Gemeinderat und engagierte Vereinsmensch schilderte, wie aus einer Notlage rund um einen sanierungsbedürftigen Fußballplatz im Jahr 2006 eine beeindruckende Bürgerinitiative entstand. Durch Eigeninitiative, enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde und konsequente Reinvestition der Einnahmen zugunsten von Kindern und Jugendlichen entwickelte sich eine nachhaltige Jugendbewegung. Heute ist das zweitägige Waikiki Festival mit rund 3.000 Besuchern, 12 Bands und Beteiligung aller örtlichen Vereine die finanzielle Basis für zahlreiche Kinder- und Jugendprojekte. Hofer zeigte anschaulich, wie Engagement, Zusammenhalt und Ehrenamt ein Dorf nachhaltig bereichern können.
In der anschließenden offenen Diskussion wurde deutlich, wie groß das Interesse an konkreten, vor Ort umsetzbaren Ideen für Schleching ist. Bürgermeisterkandidat Thomas Müllinger resümierte, dass auch ländliche Kommunen aus eigener Kraft sehr viel bewegen können und gute Lösungen häufig direkt vor Ort entstehen – passgenau für die jeweilige Gemeinde und ihre Menschen. Besonders hob er die Bedeutung der Vereine und des Ehrenamts hervor – vom Sport- und Trachtenverein über Feuerwehr und Bergwacht bis hin zu oft weniger sichtbaren Bereichen wie den Wasserbeschaffungsverbänden. „Sie sind das Rückgrat unserer Gemeinde und verdienen bestmögliche Förderung und Wertschätzung“, so Müllinger. Sein persönlicher Schlusspunkt: „Das wirkliche Leben spielt sich nicht im Internet ab.” Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: “Das beste soziale Netzwerk ist immer noch das Wirtshaus.“
Zum Abschluss bedankte sich Martina Hammerl-Tiefenböck bei den Referenten mit regionalen “Genusspaketen” und wies auf die nächste Veranstaltung der “Bürger für Schleching” hin: Die Kandidatenvorstellung zur Kommunalwahl am 30. Januar 2026 um 19 Uhr im Gasthof Zellerwand in Mettenham/Schleching, bei der der Bürgermeisterkandidat sowie die Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten vorgestellt werden.
Die Veranstaltung machte deutlich: Zukunft auf dem Dorf entsteht durch Engagement vor Ort, generationsübergreifenden Zusammenhalt und den Mut, eigene Wege zu gehen.
Text: Elisabeth Forte
Foto: BFS




