Übersee. „Holznutzung ist Klimaschutz – ein Ster Brennholz ersetzt 120 Liter Heizöl oder 150 Kubikmeter Fracking Gas“, so die Worte von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Eröffnungstag der Oberbayerischen Holztage im Almstadl vor Hunderten von Besuchern. Gekommen waren die Politprominenz nicht nur aus Traunstein, Rosenheim, Mühldorf und Berchtesgaden sowie Bürgermeister vieler Gemeinden und sehr viele Vertreter von Waldbesitzervereinigungen in Südostbayern.
Von Dutzenden Fotografen begleitet, hatte Aiwanger vor seiner Rede das Gelände im Außenbereich des Almdorado besucht, wo große Holz verarbeitende Maschinen im Einsatz waren – ein Branchentreffen für Forst- und Holzwirtschaft und zugleich ein wahres Volksfest rund um den Wertstoff Holz mit Buden für bayerische Spezialitäten und Unterhaltung für Jung und Alt. Bei den Showveranstaltungen zum Einsatz mit Maschinen legte Aiwanger mehrfach selbst Hand an und bewies, dass er selbst als Waldbesitzer, Landwirt und Praktiker nicht nur theoretisch über Holz reden kann. Er sprach mit Azubis der Bayerischen Staatsforste und denen von Holz verarbeitenden Betrieben und bestärkte sie darin, den richtigen, zukunftsweisenden Beruf ergriffen zu haben.
Ehrung für Klaus Steiner
Vor der Rede von Hubert Aiwanger wurde der frühere CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Steiner für seinen Jahrzehnte langen Einsatz für Wald-, Forst- und Jagdbelange geehrt. Über 36 Jahre war er im Bayerischen Landtag in verschiedenen Funktionen und Mitglied im Agrar- und Forstausschuss. Er propagierte immer den Gedanken „Schützen durch Nützen“ und unterstützt auch jetzt aktiv die Oberbayerischen Holztage. Der stellvertretende Ministerpräsident Huber Aiwanger dankte ihm besonders für seinen Einsatz im applaudierenden, voll gefüllten Almstadl.
Regionale Wertschöpfung im Fokus
Bei seiner Rede wies der Wirtschaftsminister eindringlich auf die überragende Bedeutung des Rohstoffs Holz hin. „Holz ist ein heimischer, nachwachsender Rohstoff. Es speichert CO 2, ersetzt emissionsintensive Materialien und Energieträger, ist Baustoff und schafft regionale Wertschöpfung.“ Etwa ein Drittel der Landesfläche in Bayern sei Wald, so Aiwanger. Da stünden über eine Milliarde Kubikmeter Holz, und jede Sekunde wachse rund ein weiterer Kubikmeter, nachhaltig und planbar. „Wir müssen die Ideologen stoppen, die den Wald abschaffen wollen und stattdessen Öl, Gas und Fracking propagieren“, sagte der stellvertretende bayerische Ministerpräsident in seiner völlig frei gehaltenen Rede fest, die häufig von Applaus unterbrochen wurde. Aktuell wachse noch weit mehr Holz nach als geerntet werde. „Jeder nicht genutzte Kubikmeter Holz schadet dem Klima“, so Aiwanger. Ein Ster Brennholz ersetze bei Bucher sogar 200 Liter Heizöl oder 150 Kubikmeter Erdgas, das durch Fracking gewonnen wird. Holznutzung sei also der beste Klimaschutz. „Wer einen Holzofen hat, bitte benutzen, wer keinen hat, bitte einen kaufen!“, so Aiwanger. „Bei uns brennt nix an, nur das Holzscheit“. Holz in den Wäldern sollte jetzt gemacht werden, denn in Zeiten von Krisen und unsicheren politischen Lagen sei Holzenergie eindeutig ein Gewinn an Sicherheit. Weitere Flächenstilllegungen und bürokratische Vorgaben für tausende Waldbesitzer seien kategorisch abzulehnen.
Holz als bedeutender Wirtschaftsfaktor
Darüber hinaus verwies der Minister auf das Innovationspotential von Holz. „Holz ist schon lange Hightech“ – von biobasierten Chemikalien über Fahrzeuginterieurs bis zu modernen Dämmstoffen entstehe hier eine nachhaltige Industrie der Zukunft. Der Wald sei nicht nur Natur, sondern auch Wirtschaftsraum. Über 154 000 Menschen arbeiten in Bayern in der Holz- und Forstbranche und sorgen für gesunde Wälder und stabile Erträge. „Die sind die wahren Klimaschützer“, so Aiwanger. Seit 1848 sei der Wald an Grund und Boden gebunden, daher müssten Grundbesitzer und Jäger die Problem lösen.
In Bayern gebe es rund 700 000 Waldbesitzer – so viele Menschen, die eng mit Holz verbunden sind egal ob sich die Politik dreht. Begeistert äußerte sich der Minister zu den Oberbayerischen Holztagen, die zum zweiten Mal im Almdorado in Übersee stattfanden. „Wenn wir Menschen für Holz begeistern wollen ist das der richtige Weg“, man müsse die Waldbesitzer in Ruhe arbeiten lassen. Die Holztage seien dafür die perfekte Bühne. Er schloss mit den bejubelten Worten „vielleicht wird aus den Oberbayerischen Holztagen mal eine Konkurrenzveranstaltung zum Oktoberfest“.
Bericht und Fotos: Christiane Giesen
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Eröffnungstag der Oberbayerischen Holztage auf dem Gelände des Almdorado in Übersee.
Der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger im Almstadl (bei seiner Rede) oder am Tisch, daneben Dr. Max von Bredow, Geschäftsführer der MvB Baukultur, dahinter stehend der Landtagsabgeordnete Dr. Martin Brunnhuber.
Interessant: Bei einem kleinen Interview erklärte Hubert Aiwanger, dass er selbst schon als kleiner Bub mit Vater, Großvater und Bruder gerne im Wald gearbeitet hat. Zu seinem Hof in Rahstorf bei der Stadt Rottendorf an der Laaber gehören viereinhalb Hektar Wald, die er zum größten Teil zum Eigenbedarf nutzt. Der Rest wird über die zuständige Waldbesitzervereinigung verkauft.







