Kultur

Wildenwarter Schüler lernen Prien kennen

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

In diesem Jahr sind es 20 Jahre seit Helga Schömmer die 4. Klassen der Grundschule durch Prien führt. Im Februar war nun erstmals die Grundschule Wildenwart dabei. Von den 36 Ortsteilen schafft sie gerade mal zwei: das Zentrum und das ehemalige Handwerkerviertel „Am Gries“. „Für den Geschichts- und Geschichtenreichtum im größten Ort am Chiemsee sind zwei Schulstunden angesetzt, die bei Weitem nicht ausreichen, da der Wissensdurst der Kinder unersättlich ist“ – so die Priener Gästeführerin.

Start für die Ortserkundigunen ist in der Regel am Bahnhof der Chiemseebahn. Dort erfährt die Klasse zum Beispiel wie alt diese Bahn ist, dass es auch noch die Chiemgaubahn gibt,  warum und von wem sie gebaut wurde und einiges Wissenswerte über König Ludwig II.  Nächster Halt ist der Katharinenbrunnen am Marktplatz, wo die Schüler ein neues „Attribut“ als Begriff kennenlernen . Bei der Hl. Katharina sind es gleich zwei Attribute, das gebrochene Rad und ein Schwert. Anhand dessen gehen die Kinder auf weitere Suche rund um den Marktplatz und entdecken die Ortspatronin noch weitere viermal. Durch die ganze Führung zieht sich ein Suchen und Finden das zwischendurch mit einer Runde Süßem oder Saurem in Form von Bonbons belohnt wird.

Weiter geht’s zum Ortsteil „Gries“. Dort ist es mir ganz wichtig zu vermitteln, dass dies nicht der älteste Ortsteil ist. Die Kinder sind begeistert von den Erklärungen zu den mittelalterlichen Handwerkerberufen wie den Seifensiedern, Lumpensammlern, Wagnern, Weißgerbern oder Kupferschmieden und in welchem Haus sich immer noch ein Kerker befindet“. Wenn die Aufmerksamkeit doch einmal nachlässt, hat die Gästeführerin ein paar Gruselgeschichten auf Lager z.B. warum die Hl. Katharina die Attribute Rad und Schwert hat und wo früher der Galgen in Prien stand. Nach kurzem Halt vor dem Heimatmuseum geht es weiter zur Pfarrkirche, dort gibt es Wissenswertes über die schöne Innenausstattung und über die vielen versteckten Zahlen und Buchstaben zu entdecken.. Es sei immer wieder erstaunlich – so Helga Schömmer weiter-  wie interessiert sich die Kinder unabhängig von ihrer Konfession in der Kirche zeigen würden und Dinge entdecken die oft den Augen Erwachsener entgehen.

Nach aufregenden zwei Stunden voller Neuigkeiten über die eigene Heimat ging es zurück zum Bus, der die Kinder wieder zurück nach Wildenwart brachte. Die Hausaufgabe an alle war dabei, mit den Eltern eine Priener Ortsführung machen und auch diese dabei zum Staunen zu bringen.

Foto: Helga Schömmer mit Wildenwarter Schulkindern im Priener Ortsteil Gries



Redaktion

Toni Hötzelsperger

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