Wirtschaft

Wertholzsubmission in Übersee

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Übersee. Hoch her ging es bei der Eröffnung der Oberbayerischen Holztage, die am Freitagvormittag mit der Bekanntgabe der Ergebnisse der Wertholzsubmission begannen. Es war die 29. Südostbayernsubmission. Aus kleinen Anfängen heraus – erstmals 1998 in Staudach-Egerndach auf dem Gelände des Gasthof Ott – entwickelte sie sich zu einem Großereignis für ganz Südostbayern, die nun beim Almdorado in Übersee beheimatet ist, wo in den drei Tagen Hunderte von Besuchern mit ihren Familien die Möglichkeit haben, die schönsten Hölzer der heimischen Forstwirtschaft zu besichtigen und viel über Verarbeitung und Verwendung zu erfahren.

„Eine sehr erfolgreiche Submission mit einer Rekordmenge an Werthölzern und Rekorderlösen“, fasste Sebastian Kurzmeier, stellvertretender Leiter der Staatsforsten Ruhpolding, das Ergebnis der diesjährigen Submission zusammen. Insgesamt kamen fast 600 Festmeter Wertholz von 22 Baumarten, von Ahorn bis Zwetschge ,53 Prozent Laubhölzer, 47 Prozent Nadelhölzer, zum Verkauf an die Meistbietenden. Bei 36 Bietern – im letzten Jahr waren es noch 31 – wurde ein durchschnittlicher Erlös pro Festmeter von 417 Euro erzielt (im Vorjahr 404 Euro). Der Gesamtwert netto betrug knapp 250 000 Euro.

Organisiert war die Submission als gemeinsame Aktion von den Bayerischen Staatsforsten, den Waldbesitzervereinigungen Traunstein und Laufen-Berchtesgaden und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein organisiert. Sie bietet im jedem Jahr Waldbesitzern die Möglichkeit, qualitativ besonders hochwertige Stämme einer breiten Käuferschicht anzubieten und dadurch höhere Erlöse als im regulären Holzverkauf zu erzielen. Gebote konnten bis zum 26. Januar, auf der BaySF Holzbörse abgegeben werden. Die ersten zehn der höchsten Preise erzielte der Bergahorn – der auch die „Braut“, den teuersten Stamm der Submission lieferte – mit einem Preis von 6854 Euro pro Festmeter, gefolgt von viermal Eichen mit 5210 Euro, 4845 Euro, 3730 Euro und 2695 Euro, einer Douglasie für 2416 Euro, einer Esche mit 2397 Euro und nochmal drei Eichen für 2270 Euro, 2139 Euro und 2089 Euro.

Markus Höhensteiger von den Bayerischen Staatsforsten und Remigius Hammerl von der Waldbesitzervereinigung Traunstein stellten die ersteigerten Hölzer im Einzelnen mit Preisen, Verkäufern und Käufern den interessierten Besuchern anhand von Tabellen, Bildern und Grafiken vor, so dass sich jeder einen guten Eindruck über das Auf und Ab der Holzpreise verschaffen konnte, die sich zum einen an der Qualität der angebotenen Stämme orientieren, zum anderen auch an der Mode. Stets gefragt sind dicke Stämme mit wenigen Holzfehlern. Die Grundregel für wertvolles Laubholz heißt kurzer, astfreier Stamm von sechs bis acht Metern und lange grüne Kronen.

Bei den Nadelhölzern spielt neben Dimension und Qualität der Standort eine wichtige Rolle. Für die Wertholzerziehung in jungen Jahren ist es sinnvoll, die untersten Äste zu entfernen, die sogenannte Wertastung. Anschließend bilden sich Jahrringe ohne Asteinschlüsse. Ziel sind 50 Prozent Stamm mit mindestens sechs Meter Astung und 50 Prozent grüne Krone. Im Anschluss an die Ergebnisse der Submission gab es gut besuchte Führungen des AELF Traunstein über den Submissionsplatz an. Am Nachmittag wurde der stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger erwartet (wir berichten in der nächsten Ausgabe).

Bis 1. Februar, ist das Gelände des Almdorado ein Branchentreffen für Forst- und Holzwirtschaft und zugleich ein Volksfest rund um den Wertstoff Holz. Im beheizten Messezelt stellen sich regionale Unternehmen vor. Im Außenbereich können große Holz verarbeitende Maschinen im Einsatz beobachtet werden. Auszubildende geben bei Live-Vorführungen Einblicke in ihre Holzberufe, eine Bildungsmesse informiert über Seminare, Ausbildung und Studiengänge. Im Forum Nachhaltigkeit beleuchten Fachvorträge Themen von der Forstwirtschaft bis zum modernen Holzbau. Auch für Familien ist der Besuch zu empfehlen. Waldpädagogische Angebote, eine Sägeshow und eine vielfältiges kulinarisches Angebot sorgen für ein abwechslungsreiches Programm. Auch für Privatleute und Familien lohnt sich ein Besuch des Submissionsplatzes, denn er ist ideal, um das eigene Wissen rund um die heimischen Holzarten zu verbessern. Für die Besucher sind die Stämme mit der jeweiligen Baumart gekennzeichnet. Öffnungszeiten sind täglich bis Sonntag, 1. Februar, zwischen 9 und 17 Uhr. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren haben freien Eintritt.

Bericht und Fotos: Christiane Giesen 

-Die „Braut“, der teuerste Stamm der Submission, heuer ein Bergahornstamm auf dem Gelände des Almdorado in Übersee.

-Hoch her gings bei der Bekanntgabe der Ergebnisse der Submission im Almdorado in Übersee.

-Ein Tisch ehemaliger aktiver Forstbeamter wie Alfons Leitenbacher, Josef Gasteiger, Paul Höglmüller und Klaus Thiele.

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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