Naturbeobachtungen am Chiemsee –
Frühlingshafte Temperaturen lockten mich Anfang März an den Chiemsee. Bei Obing begleiteten zwei Weißstörche einen Landwirt beim Pflügen seines Ackers und fanden fette Tauwürmer. Golden leuchteten die männlichen Blüten der Haselnusssträucher bei Chieming, deren eiweißreicher Pollen eifrig von den Bienen gesammelt wurde. In der Hirschauer Bucht suchten Goldammern und Rohrammern Sämereien, während ein Rohrammermännchen kleine Insekten am Seeufer sammelte. Mit flötendem Ruf setzten Brachvögel auf der wegen des nun hohen Wasserstandes des Sees einzigen kleinen Insel zur Landung an, die jedoch schon von einer Graugans besetzt war. Eine Rötelmaus huschte geschäftig durch den Uferbewuchs, während eine Hybridstockente Anschluss bei den normal gefärbten Artgenossen suchte. Prächtige Federn zeigte ein Krickenten Männchen. Die Singschwäne hatten schon ihre Rückreise nach Norden angetreten, während die Brandgänse wohl wegen der angenehmen Temperaturen ihren Winterurlaub am Chiemsee verlängerten. Ich genoss die Abendliche Stille auf dem Beobachtungsturm. Auf der Heimfahrt war bei Chieming noch ein durch Saharastaub orange gefärbter Sonnenuntergang zu bewundern, bei dem die Sonne noch große Sonnenflecken zeigte.
Text und Fotos: Andreas Hartl



















