Leitartikel

Vilsheimer Heimatbühne feierte Premiere

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Vilsheim.  Das Theaterensemble des Trachtenvereins sorgt seit nunmehr 77 Jahren für beste Unterhaltung und neigt dazu, sich immer wieder neu zu erfinden. Dies wurde eindrucksvoll bei der Premiere am Freitagabend, 20. März  des Schwanks „RegnWurmOrakl“ aus der Feder von Ralph Wallner präsentiert. So war das schöne Bühnenbild mit Darstellung einer armen Fischerhütte bereits eine gelungene Überraschung.

Lustige Dialoge, eine aktionsreiche Handlung und schauspielerische Leistung begeisterten das Publikum. Der große Theatersaal des Gasthofes Stadler diente auch dieses Mal als Bühne. Bevor der Vorhang sich öffnete gab es lautes Geläut und zur Einstimmung auf den nächsten Akt sangen Veronika und Michael Gröschl begleite von Matthias Gröschl mit der Gitarre über Regenwürmer und deren Eigenschaft, die Zukunft hervorzusagen. Eine lustige und gelungene Einstimmung.

Lumpazi Nassauer (Hermann Unterreithmayr), der Lumpi vom Schilfdorfer Weiher, betrachtet seine schönen Würmer, die als Köder für den Fischfang dienen sollen, während seine Gattin Falotta Nassauer „Lotti“, gespielt von Carola Baumgärtner, den Ofen einheizt. Beide sind eigentlich mit ihrem armen Leben zufrieden, nur ein bisschen mehr Wohlstand würden sich beide wünschen. Schließlich stürmt die Gickerl-Walli (Sabine Dittmann) in die Hütte und verlangt das gestohlene Holz zurück. Ihr Mann, der Gockerl-Willi (Michael Gröschl), hat derweil nur wenig zu sagen und mit der Verdauung zu kämpfen. Auf eine neue Geschäftsidee kommt Lotti durch das Mumien-Reserl (Christl Giggenbach), das sich für Übersinnliches interessiert und ihr vom „Orakel der Delphine“ berichtet. Für Weissagungen braucht man schließlich nur ein heiliges Tier und nachdem kein afrikanischer Käfer zu finden war, fiel die Wahl auf die Regenwürmer, die schließlich Regen hervorsagen können. Während die Nassauers mit ihren Regenwürmern und den vielen Kunden beschäftigt sind, schleicht sich ein junger Mann, der hypochondrische Jungbauer Hanser Hasenfuß ein, gespielt von Michael Brandlmeier. Sein Berater Georg Zasterbauer (Johann Voitenleitner) glaubt, mit Geld alles kaufen zu können, auch die Zuneigung der Schank Zensi (Sandra Voitenleitner), die ihr Herz jedoch an den Jungbauern verloren hat.

Für weitere Verwirrung sorgt zudem die „Huaberin“, die ratschende Nachbarin, gespielt von Heidi Unterreithmayr. Die neun Schauspieler begeisterten, allen voran Carola Baumgärtner, die sich nicht scheute in die Maske einer verlotterten, armen Fischersfrau zu schlüpfen und der es gelang, eine einfache, aber gewiefte Frau zu mimen, die durchaus herrisch, zupackend und austeilend werden konnte. Ebenso gut präsentierte sich Hermann Unterreithmayr, der, ebenfalls ein sehr erfahrener Spieler ist, als Fischer vom Schilfdorfer Weiher. Beide zeigten die ganze Bandbreite guten Amateurtheaterspiels in Gestik, Mimik und Aktion. In einer weiteren Hauptrolle begeisterte der Jungbauer Michael Brandlmeier, der sich ebenfalls sehr wandlungsfähig, auch mit eher minder vorhandenem Kostüm eine gute Figur machte. Die sehr guten Leitungen der anderen Darsteller rundeten die perfekten Vorstellungen des ersten Theaterwochenedes ab. Keine einfache Aufgabe kam dem Regisseur Ingo Deutinger zu, schließlich galt es, die Schau-spieler gekonnt auf der Stadlerbühne sicher zu dirigieren. Auch Einsager Peter Seidel folgte dem Stück konzentriert und brachte die Akteure ab und an wieder auf den rechten Weg zurück. Perfekt wurde das Stück durch den Bühnenbau, für den sich Mike Brandlmeier und Siegfried Deutinger gemeinsam eingebracht haben. Nicht zu vergessen war die perfekt abgestimmte Maske, für die sich Visagistin Rita Hartmann verantwortlich zeichnete. Zum 77. Geburtstag hat die Vilstalbühne wieder eine Glanzleistung vollbracht. Man kann sich nur weitere Jahrzehnte mit dieser tollen Truppe wünschen.

Weitere Spieltermine sind am kommenden Freitag, 27.03., am Samstag 28.03 jeweils um 19:30 Uhr. Die letzte Aufführung findet am Sonntag, 29.03. bereits um 18:30 Uhr statt. Es gibt für alle Aufführungen noch Plätze. Diese sind an der Abendkasse 1,5 Stunden vor Beginn zu erwerben. Alternativ können Plätze auch telefonisch unter 08706/281 vorreserviert werden.

Bericht und Bilder: Hans Kronseder

-3110 Auf dem Gruppenfoto sind alle Mitwirkenden zum Theaterstück „RegmWurmOrakl“ beieinander

-Die Akteure auf der Bühne, de fleißigen Helferim Hintergrund, das Musikertrio mit ihren Stimmen für eine besondere Einstimmung gesorgt haben. Miteinander zeigt sich die Gemeinschaft, die mit viel Herzblu, Freid am Spiel und echter Musi das Theaterzum Erlebnis gemacht hat.

-Spielszenen in der armen Fischerhütte am Schilfdorfer Weiher

 

 



Redaktion

Toni Hötzelsperger

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