Natur im Garten fördern, ist das Anliegen einer bayernweiten Initiative. Mit einer Plakette und einer Urkunde werden Gärten ausgezeichnet, die bestimmte naturnahe Kriterien erfüllen. Für die Auszeichnung haben zwei Jury-Mitglieder bei einem Rundgang durch die Gärten die Einhaltung der Kriterien überprüft. Beim Kreisverband Traunstein für Gartenkultur und Landschaftspflege haben sich ca. 80 Gartenbesitzer im Landkreis Traunstein für diese Auszeichnung gemeldet, die dieses Jahr vom Kreisverband Traunstein für Mitglieder der Gartenbauvereine kostenlos angeboten wurde.
Die Naturgarten-Zertifizierer Petra Seewald und Maria Wegerer sind von Nord bis Süd, von West bis Ost wochenlang quer durch den ganzen Landkreis gefahren und haben sie angemeldeten Gärten besucht und geprüft, ob die Kernkriterien, wie Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz, Verzicht auf Mineraldünger und Torf und die Förderung der Artenvielfalt gegeben sind. Zusammen mit dem Kreisfachberater Markus Breier wurde die Zertifizierung durchgeführt. Die Kriterien zu „Naturgarten – Bayern blüht“ lassen der individuellen Gartengestaltung und -nutzung viel Freiraum. Voraussetzung ist die Einhaltung der vier Kernkriterien und eine Mindest-Vielfalt hinsichtlich Naturgartenelementen, wie blühende Stauden, eine variantenreiche Strauchhecke, die Vielfalt der Lebensräume, oder auch das Zulassen von Wildkraut und der Bewirtschaftung, bzw. des Nutzgartens mit Gemüse- und Kräuterbeet, Kompostherstellung und -nutzung, Nützlingsunterkünfte, Obstgarten und Beerensträucher, Regenwassernutzung und sparsame Bewässerung, sowie eine Ressourcenschonende Materialwahl.
Für Ende Oktober hat Markus Breier, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Traunstein, im Rahmen einer kleinen Feierstunde zur Verleihung der Auszeichnung nach Nöstlbach bei Pittenhart, in den Garten von Maria und Albert Schuster, eingeladen. In ihren Grußworten betonte Birgit Furtner, die Vorsitzende des Kreisverbandes Traunstein, dass ein Naturgarten wesentlich mehr ist als ein Stück Land, es sei ein lebendiger Ort an dem Menschen und Natur im Einklang sind. Neben Obst und Gemüse das wächst und gedeiht, finden viele Insekten, Vögel und viele kleine Tiere finden dort eine Heimat. Als Rückzugsräume für eine bunte Vielfalt an Leben, von der Blumenwiese bis hin zum Todholzhaufen, bezeichnet Furtner die liebevoll geschaffenen Erholungsräume. Die Auszeichnung „Naturgarten“ verdienen die, die mit offenen Augen und mit Liebe zur Natur gärtnern und einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zu einem gesunden und nachhaltigen Miteinander leisten. Viel Liebe und Zeit steckt in all den Gärten und wie es die Frau eines Hobbygärtners humorvoll ausdrückt, sei es der Gemüsegarten, der in ihrer Ehe hin und wieder Streitigkeiten mit sich bringt. Doch wenn es um die Wahl der Gemüsepflanzen geht, gibt sie als Hausfrau und Köchin den Ton an und bestimmt welche Gemüse zu welcher Zeit in die Erde kommen. Furtner wünscht allen in ihren Gärten unzählige Glückmomente beim Ernten und Entdecken in ihren Gärten. Alles besondere Gärten, wie Markus Breier, eingangs seiner Grußworte erwähnt und lobt die Vielfalt in den Gartengestaltungen bei denen aber auch die grundlegenden Kriterien, wie kein mineralischer Dünger, kein Torf, der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und die Förderung der Artenvielfalt, als Gemeinsamkeit steht. Bei wunderbarer Herbststimmungen beglückwünschte Markus Breier alle Preisträger. Dieses Jahr waren sehr viele Gärten zur Prämierung gemeldet, angefangen von einem erweiterten Garten, in einem teils fluchtartigen Gelände, einen verwunschenen Rosengarten mit unzähligen alten Rosensorten und Nistkästen für Vögel, Gemüsegärten, die die Liebe für eigene Versorgung mit Gemüse widerspiegelten, wie auch einen Stadtgarten, bei dem auf engsten Raum eine Vielfalt von Gemüse und Blumen geboten war. Wie Petra Seewald abschließend sagte, „Wer einen Garten hat lebt schon im Paradies“. Diesen Worten hat sich Maria Wegerer angeschlossen und bedankt sich für die Offenheit Aller, ihre Gärten zu besichtigen. Mit der Auszeichnung geht, nach ihren Worten auch eine gewisse Verpflichtung einher und soll auch Ansporn sein, gerade dieses Wissen, den großartigen Schatz mit der Natur zu gärtnern, auch weiter zu geben. Wegerer weiß auch um ein altes Sprichwort sagt: „Wenn du ein glückliches Leben haben willst, dann leg dir einen Garten an“.
Die Auszeichnung mit Plakette und Ehrenurkunde wurde zum ersten an die Hausherren der Veranstaltung, Maria und Albert Schuster, Pittenhart verliehen und weiters an: (Reihenfolge alphabetisch)
- Rosa-Maria und Johannes Aglassinger, Tittmoning
- Anita Bachmaier-Thomas und Klaus Thomas, Traunstein
- Christine Bender – Obing
- Bärbel und Peter Forster – Tittmoning
- Sabine Hieber-Dinglreiter – Vachendorf
- Brigitte und Hubert Jäger – Tittmoning
- Petra und Ralph Jungkunz – Tittmoning
- Marianne und Reinhard Penn – Trostberg
- Florian Rosner – Traunstein
- Marianne Schroll und Bernhard Edtmaier – Chieming,
- Veronika und Jochen Schweidler – Siegsdorf
- Gabi und Willi Stettner -Tittmoning
- Cäcilia Wehweck-Loidl und Rupert Loidl – Schleching
- Johann Wetterstetter – Schnaitsee
- Margit Wild – Übersee und
- Eva Wimmer und Ludwig Feil -Vachendorf
Nach dem Erinnerungsfoto wurde in geselliger Runde die Prämierung bei frischen Kiache und herzhafter und hausgemachter Pizza und kühlen Getränken in der herbstlichen Abendstimmung gefeiert und so manches Fachgespräch geführt und neue Bekanntschaften geknüpft.
Text und Fotos: Emmy Künzner-Hingerl
Impression aus dem Garten der Familie Schuster in Nöstlbach bei Pittenhart:







