Wirtschaft

TH RO eröffnet Zentrum für Kreislaufwirtschaft

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

TH Rosenheim eröffnet Zentrum für Kreislaufwirtschaft & Recycling

Waldkraiburg/Rosenheim, 27. Februar 2026 – Mit der feierlichen Eröffnung des neuen Zentrums für Kreislaufwirtschaft & Recycling (ZKR) in Waldkraiburg setzt die Technische Hochschule Rosenheim ein starkes Signal für nachhaltige Innovation in der Region. Die Veranstaltung fand in Anwesenheit des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder statt und unterstrich die strategische Bedeutung des Zentrums für Forschung, Transfer und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder betonte in seiner Ansprache: „Die Kreislaufwirtschaft stärkt unsere ökonomische Unabhängigkeit und ist aus ökologischer Perspektive ein Schlüssel für nachhaltiges Wachstum. Forschung und Entwicklung sind die zentralen Zukunftsassets unseres Freistaats. Entscheidend ist, dass wir wissenschaftliche Erkenntnisse in wirtschaftliche Wertschöpfung überführen. Das Zentrum für Kreislaufwirtschaft & Recycling hier in Waldkraiburg ist dafür ein starkes Signal und ein Gewinn für ganz Bayern.“

Mit dem ZKR entsteht ein zentraler Anlaufpunkt für Unternehmen im gesamten deutschsprachigen Raum (DACH – Deutschland, Österreich und Schweiz), die Produkte und Prozesse kreislauffähig, nachhaltig und zugleich wirtschaftlich attraktiver gestalten möchten. Der Fokus liegt zunächst auf Kunststoffen, perspektivisch sollen weitere Werkstoffgruppen wie Holz, Baustoffe oder biobasierte Materialien folgen.

Den gesamten Kreislauf neu denken
Das ZKR verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Von der Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle über Produktgestaltung und Fertigung bis hin zu Recycling, Ökobilanzierung und Wirtschaftlichkeitsanalysen deckt das Zentrum die gesamte Wertschöpfungskette ab. Ziel ist es, das etablierte lineare Wirtschaftsmodell konsequent weiterzuentwickeln und geschlossene Stoffkreisläufe zu ermöglichen.

„Mit der Kreislaufwirtschaft können wir unseren Wohlstand erhalten und gleichzeitig für Generationengerechtigkeit und Unabhängigkeit sorgen“, betont Prof. Dr.-Ing. Johannes Eben, Leiter des Zentrums für Kreislaufwirtschaft & Recycling. „Wir wollen im ZKR der Ansprechpartner im DACH-Raum für alle Fragestellungen rund um die Kreislaufwirtschaft sein – vom Geschäftsmodell über das Produktdesign bis hin zur technischen Umsetzung.“

Im deutschsprachigen Raum gibt es bislang nur wenige vergleichbare Einrichtungen. Das ZKR positioniert sich damit als strategisch bedeutende Forschungseinrichtung für Kreislaufwirtschaft. Auch Prof. Heinrich Köster, Präsident der TH Rosenheim, unterstreicht den hohen Stellenwert: „Nachhaltigkeit ist ein zentrales Handlungsfeld unserer Hochschule. Mit dem Zentrum für Kreislaufwirtschaft & Recycling stärken wir gezielt den Wissens- und Technologietransfer in die regionale Wirtschaft. Wir verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit konkretem Nutzen für Unternehmen vor Ort.“

Zwei Millionen Euro Investitionen in Waldkraiburg
Die Hochschule hat rund eine Million Euro aus Mitteln der Hightech Agenda des Freistaates Bayern in Geräte und Infrastruktur investiert. Hinzu kommen zusätzlich rund eine Million Euro an industriellen Beistellungen. Weitere Investitionen sind bereits in Vorbereitung.
Ein wesentlicher Baustein für den erfolgreichen Aufbau des Zentrums ist zudem die Unterstützung durch den Zweckverband Hochschulcampus Mühldorf a. Inn – Waldkraiburg, der der Hochschule die Räumlichkeiten am Standort mietfrei zur Verfügung stellt und damit maßgeblich zur strukturellen Entwicklung beiträgt.

Insgesamt sind am Standort aktuell zwei Professoren und fünf wissenschaftliche Mitarbeitende tätig. Zwei Beschäftigte streben eine Promotion im Fachgebiet an.

Landrat Max Heimerl, Verbandsvorsitzender des Zweckverbands Hochschulcampus Mühldorf a. Inn – Waldkraiburg, erläutert: „Das Zentrum für Kreislaufwirtschaft und Recycling passt perfekt in unseren Chancenlandkreis, der optimale Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Wissenschaft und Wirtschaft bietet. Mit der Eröffnung des ZKR setzen wir ein weiteres Zeichen für nachhaltige Wertschöpfung und zukunftsweisende Innovation. Ich danke dem Freistaat Bayern und der TH Rosenheim für diese wichtige strukturpolitische Investition und den Unternehmen für ihre finanzielle Unterstützung des Projekts.“

Konkreter Nutzen für Unternehmen
Das ZKR richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, Familienbetriebe, Großunternehmen und Start-ups. Im Open-Lab-Modell stehen Infrastruktur und wissenschaftliche Expertise auch für konkrete Fragestellungen aus der Praxis zur Verfügung – etwa zur Nutzung von Rezyklaten, zur Optimierung von Sortier- und Aufbereitungsprozessen, uvm.

Bereits zur Eröffnung bestanden Kooperationen mit Unternehmen wie der Kraiburg Gruppe, Netzsch sowie Partnern in Österreich und Südtirol. In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche Unternehmen besucht und konkrete Entwicklungsprojekte vorbereitet. Das Interesse aus der Industrie ist groß.

Zum Abschluss hob Ministerpräsident Markus Söder nochmals die Bedeutung des Standorts hervor: „Manche fragen, warum ein solches Zentrum nicht in unmittelbarer Nähe einer Großstadt wie München entsteht. Die Antwort ist klar: Die Kraft und Vitalität des Freistaats Bayern kommen aus den ländlichen Regionen. Hier in Waldkraiburg zeigen wir, wie Hightech, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stärke zusammengehören – ein wichtiger Baustein unserer Innovations- und Nachhaltigkeitsstrategie.“

Bericht: Technische Hochschule Rosenheim

Foto: Julia Hinterseer



Redaktion

Toni Hötzelsperger

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!