Teising – Ein idealer Rückzugsraum für Fische aus dem Inn entsteht im Hirschbach bei Teising. Hier sollen Äsche und Bachforelle nicht nur unterschiedliche Strömungsverhältnisse in klarem Wasser finden. Sondern auch ohne Hindernisse vom Inn heraufschwimmen können, um dann das kiesige Bachbett für ihre Laichablage zu nutzen. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein hat mit den Arbeiten begonnen. Sie werden bis zum April dauern.
Mündung in den Inn wird umgestaltet
Wer bei Teising den Pfad am Inn entlang nutzt, wird die Stelle kennen, an der der Hirschbach in den Inn fließt. Ein kleiner Absturz prägt den Übergang. Für viele Fische ein unüberwindbares Hindernis. Dies soll sich ändern. Und so entsteht genau hier das Kernstück der ökologischen Maßnahme: Die derzeitige Mündung wird mit Hilfe von Wasserbausteinen geschlossen. Kurz davor wird der Hirschbach in einer Kurve nach rechts verlegt. Er verläuft dann parallel zum Fluss und mündet 190 Meter weiter ohne Verbauung in den Inn. Diese dann geschaffene Durchgängigkeit ermöglicht den Fischen, sich im Hirschbach zusätzlichen Lebensraum zu erschließen.
2000 Kubikmeter Kies für das Bachbett
Die neue Bachführung soll mäandrierend verlaufen, rund 2000 Kubikmeter Kies werden ein stabiles Bachbett bilden. Darin fest verankertes Schwemmholz soll für unterschiedliche Strömungsverhältnisse sorgen und Fischen Unterstand gewähren.
Die gesamte Maßnahme verfolgt zwei Ziele. Neben der Durchgängigkeit soll der Bach in eine Art „Urzustand“ versetzt werden: Weniger Ordnung und weniger Begradigung wirken sich ebenso günstig auf die ökologischen Strukturen aus, wie die Zunahme an Wasserfläche. Eine solche wird sich bilden, sobald die Mündung in den Inn mit Steinen verschlossen ist. Das sich dann aufstauende Wasser soll einen Altwasser-Arm speisen, der ebenfalls neu angelegt wird. Ein weiterer positiver Effekt: Dank des höheren Wasserspiegels können die Tiere ein Stück weiter bachaufwärts einen weiteren Absturz passieren. So wird auch auf dieser Strecke die Durchgängigkeit ermöglicht.
Kosten betragen rund 190.000 Euro
Die Bauaufsicht über die Arbeiten übernimmt die Flussmeisterstelle Salzach. Sie ist eine der drei Flussmeisterstellen, die zum Wasserwirtschaftsamt Traunstein gehören. Die Kosten betragen rund 190.000 Euro. 75 Prozent davon tragen die „Verbund Innkraftwerke“. Dass die ökologische Maßnahme in diesem Umfang realisiert werden kann, ist insbesondere auch den umliegenden Grundstückseigentümern zu verdanken. Ihre Bereitschaft, Fläche zu verkaufen oder zu tauschen, macht die Neugestaltung des Hirschbachs bei Teising überhaupt erst möglich.
Bericht und Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein – Hirschbach nach Sandabtrag: Auf dieser Fläche wird der neue Bachverlauf entlang des Inns angelegt. Zunächst musste allerdings der Sand abgetragen werden. Wo derzeit noch eine große Baustelle ist, wird bald schon wieder die Natur Einzug halten.




