Land- & Forstwirtschaft

Tag des Waldes und Waldbewirtschaftung

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Vereinten Nationen haben den Tag des Waldes am 21. März dieses Jahr unter das Motto „Wälder und Wirtschaft“ (Forests and Economies) gestellt. In Deutschland zeigt sich diese Verbindung in besonderer Weise, wie der Verband AGDW – Die Waldeigentümer erklärt. „Unser Wald als Teil der Kulturlandschaft ist Lebensraum, Klimaschützer und vor allem auch Wirtschaftsfaktor. Ausgehend vom ländlichen Raum ist er für die gesamte Volkswirtschaft Ausgangspunkt regionaler Kreisläufe und einer starken Wertschöpfungskette von der Forstwirtschaft über die Holzverarbeitung bis hin zu heimischen Branchen wie der Möbel- und Bauwirtschaft“, erklärt Prof. Andreas Bitter, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer.

 Fest verwurzelt im ländlichen Raum

Grundlage allen Wirtschaftens im deutschen Wald ist das Leitprinzip der Nachhaltigkeit, das vor mehr als 300 Jahren vom sächsischen Oberberghauptmann Carl von Carlowitz geprägt wurde. Heute ist es Richtschnur für die rund zwei Millionen Waldbesitzenden in Deutschland, vom Kleinprivatwald über den kommunalen und anderen öffentlichen Wald bis hin zu den Erwerbsforstbetrieben. Sie alle sorgen dafür, dass nicht mehr Holz geerntet wird als langfristig im Wald nachwächst. So sichert die Forst- und Holzbranche in Deutschland mehr als 750.000 Arbeitsplätze und erwirtschaftet jährlich rund 180 Milliarden Euro Umsatz. „Fest verwurzelt im ländlichen Raum schafft die Forstwirtschaft branchenübergreifend Umsatz und Einkommen“, erklärt AGDW-Präsident Bitter. Künftiges Wachstum sei möglich. „Die Holzaufkommensanalyse (WEHAM) vom Juli 2025 hat gezeigt: Die Potenziale für eine verstärkte Holznutzung sind vorhanden“, erläutert Bitter. Laut WEHAM ist im langjährigen Mittel mit einem potenziellen Rohholzaufkommen von 80,6 Millionen Erntefestmetern zu rechnen, das sind rund 11 Prozent mehr als in den vorangegangen 10 Jahren genutzt wurden.

Millionen junger Bäume schlagen Wurzeln

Gleichzeitig stehen die Wälder durch die Folgen des Klimawandels beträchtlich unter Druck. So veranschlagt das Thünen-Institut allein für die am stärksten von der Klimakrise betroffenen Flächen die Waldumbaukosten auf bis zu 43 Mrd. Euro in den nächsten 30 Jahren. „Der Umbau unserer Wälder hin zu stabilen, klimaangepassten Mischbeständen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und für die Waldbesitzenden ein Mehrgenerationenprojekt, das in vollem Gange ist. In diesen Wochen schlagen mit den Frühjahrspflanzungen bundesweit wieder Millionen junger Bäume Wurzeln, die den Wald von morgen prägen sollen“, so Prof. Bitter.

Wer gesunde Wälder will, muss die nachhaltige Waldbewirtschaftung fördern

Solche Investitionen der Waldbesitzenden in gelingenden Waldumbau sind Voraussetzung für die Sicherung der Wälder und für die zukünftige Wertschöpfung. „Nur stabile und produktive Wälder können langfristig das Klima schützen, Holz und weitere Ökosystemleistungen bereitstellen und damit die Basis für Einkommen im ländlichen Raum und darüber hinaus schaffen“, stellt Bitter fest. „Wer gesunde Wälder und starke Regionen will, muss die nachhaltige Waldbewirtschaftung aktiv unterstützen“, mahnt der AGDW-Präsident mit Blick auf die für kommende Woche erwarteten Ankündigungen der Bundesregierung zum Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK). Es gelte daher, Programme zur Förderung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung zielgerichtet zu stärken und auszubauen.

Infografiken zum Wald und seiner Waldbewirtschaftung sind online verfügbar unter:
https://www.waldeigentuemer.de/pressemitteilungen-2/infografiken/

 Über AGDW – Die Waldeigentümer
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW – Die Waldeigentümer) vertritt die Interessen des Privat- und Körperschaftswaldes gegenüber Parlamenten, Bundesministerien, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Mit ihren 13 regionalen Mitgliedsverbänden steht die AGDW für mehr als zwei Drittel der Waldfläche Deutschlands und die rund 2 Millionen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Deutschland. Eine proaktive Waldbewirtschaftung ist für uns Grundlage nachhaltigen Handelns in Wirtschaft und Gesellschaft. Wir lassen uns leiten vom generationenübergreifenden Verantwortungsbewusstsein für eine in Freiheit und Vielfalt gestaltete Umwelt.

Bericht: AGDW – Foto: Hötzelsperger



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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