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Startschuss für das Netzwerk Familie im Landkreis Rosenheim

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mit einem gut besuchten Fachtag ist das Netzwerk Familie offiziell im Landkreis Rosenheim gestartet. Die Koordinierungsstelle Familienbildung im Kreisjugendamt hatte Fachkräfte, Träger und Netzwerkpartner eingeladen, um die Ergebnisse der Konzeptionsphase vorzustellen und erste konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Landrat Otto Lederer eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort.

Familien stünden heute vor vielfältigen Herausforderungen, betonte der Landrat. Gleichzeitig gebe es im Landkreis bereits ein breites Angebot an Elternkursen, Eltern-Kind-Gruppen und offenen Treffpunkten. „Unsere Aufgabe ist es, diese Angebote besser sichtbar zu machen und stärker zu vernetzen“, so Lederer. Eine Elternbefragung des Kreisjugendamts mit 1.736 Teilnehmenden habe deutlich gezeigt, dass viele Familien bestehende Angebote schlicht nicht kennen.

Zentrales Element des neuen Netzwerks sind zwei geplante Familienstützpunkte, die künftig als erste Anlaufstellen für Familien dienen sollen. Sie übernehmen vor allem Wegweiser- und Vermittlungsfunktionen und unterstützen Eltern dabei, passende Bildungs- und Beratungsangebote zu finden. Pädagogische Fachkräfte informieren dort über Angebote der Familienbildung, beraten individuell und arbeiten eng mit weiteren Einrichtungen im Landkreis zusammen.

Ein Familienstützpunkt wird im südlichen Inntal eingerichtet, Träger ist das Caritas-Zentrum der Region Rosenheim. Ein zweiter Stützpunkt entsteht im nördlichen Landkreis an der Grenze zum Chiemgau, getragen vom AWO Kreisverband Rosenheim-Miesbach. Die konkreten Standorte werden in Absprache mit den Trägern festgelegt. „Mit den Familienstützpunkten schaffen wir niedrigschwellige Orte, an denen Familien unkompliziert Orientierung und Unterstützung bekommen“, sagte Landrat Lederer. „Damit setzen wir ein zentrales Ziel unseres Familienbildungskonzepts ganz konkret um.“

Lob für das Rosenheimer Konzept kam auch vom verantwortlichen Ministerialrat im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales Robert Höcherl. „Das Konzept hat uns überzeugt – das haben wir gerne freigegeben“, betonte er. Familienbildung sei lange Zeit ein Randthema gewesen, habe aber spätestens seit Einführung des Förderprogramms im Jahr 2013 deutlich an Bedeutung gewonnen. Bayernweit beteiligen sich derzeit 53 Landkreise am Programm, insgesamt gibt es rund 220 Familienstützpunkte. „Die Arbeit mit und für Familien ist eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft“, so Höcherl. Präventive Angebote könnten langfristig helfen, Probleme zu vermeiden und Folgekosten zu reduzieren.

Ergänzend zu den Familienstützpunkten arbeitet der Landkreis am Aufbau einer digitalen Plattform mit dem Titel „Familienleben Landkreis Rosenheim“. Dieses Angebot soll Familien künftig gebündelt Informationen und Ansprechpartner zur Verfügung stellen. Die Plattform wird im Laufe des ersten Quartals an den Start gehen. Das Familienbildungskonzept des Landkreises Rosenheim wurde im November vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales anerkannt und ist damit bis 2032 fest im Förderprogramm verankert. Ziel ist es unter anderem, Angebote besser zu koordinieren, gleichwertige Zugänge im gesamten Landkreis zu schaffen und das Thema Familie insgesamt stärker sichtbar zu machen.

Bericht und Foto: Landratsamt Rosenheim


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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