Naturbeobachtungen am Chiemsee –
Nach einer kurzen Nacht machte ich mich am Neujahrstag auf dem Weg zum Chiemsee, um den ersten Sonnenaufgang im neuen Jahr zu fotografieren. Minus 15 Grad zeigte das Autothermometer bei meiner Ankunft an der zugefrorenen Schafwaschener Bucht. Doch kein wolkenloser Himmel, sondern zahlreiche Kondensstreifen als Beleg einer ungebrochenen Reiselust durchkreuzten meine Hoffnung auf einen plakativen Sonnenaufgang. Entlang des Chiemseenordufers machte ich mich deshalb auf den Weg zur Hirschauer Bucht. In Gstadt war der Blick zur Fraueninsel auch nicht ungetrübt. Vor einem kleinen Steg unterhalb der Schoiner-Kapelle wälzten sich mystische Nebelschwaden über den See. Das noch viel zu warme Wasser des offenen Sees ließ Dunst über dem See wabern, wie ich bei meinem Zwischenstopp am Malerwinkel beobachtete. Die Kälte zauberte bei leichtem Wellenschlag bizarre Eiswesen ins Schilf und am Ufer. In der Hirschauer Bucht wärmten sich Silber- und Graureiher gemeinsam mit einem Mäusebussard in der Sonne. Eine Rohrweihe jagte vergeblich die kleinen Krickenten und sorgte für Aufregung bei den zahlreichen Enten. Davon unbeeindruckt trafen sich Singschwäne und Spießenten am Eisrand, der nun langsam zufrierenden Bucht. Auf der Heimreise konnte ich an der Prienmündung in Rimsting noch den Eisvogel bei der Kleinfischjagd beobachten.
Text und Fotos: Andreas Hartl

















