Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) wurde zum Schmetterling des Jahres 2026 gewählt. Zum Überleben braucht der Bläuling eine bestimmte Pflanze: den Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), der vor allem in feuchten Wiesen und an Gewässerrändern wächst. Im Gebiet der Eiszeitseen kommen beide Arten vor allem in Streuwiesen sowie entlang von Bächen und Gräben vor.
Besonders bemerkenswert ist der komplexe Lebenszyklus des etwa drei Zentimeter großen Schmetterlings: Nach der Entwicklung in den Blüten des Großen Wiesenknopfs werden die Raupen von Ameisen in deren Nester getragen, dort gepflegt und überwintern geschützt, bevor der Falter im folgenden Jahr im Ameisenbau schlüpft. Zwischen Mitte Juni und August kann man den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling bei seiner Flugzeit beobachten.
Auch wenn der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling im Gebiet der Eiszeitseen noch regelmäßig vorkommt, sind auch hier die Bestände rückläufig. „Die Eiszeitseen gehören zu den wenigen Gebieten, in denen die Art noch ausreichend geeignete Lebensräume findet“, erklärt Patrick Guderitz, Gebietsbetreuung Eiszeitseen (Eggstätt Hemhofer Seenplatte und Seeoner Seen). „Umso wichtiger ist die Erhaltung feuchter Wiesen, eine angepasste Mahd und die extensive Bewirtschaftung von Gewässerrandstreifen, um den Lebensraum dieser interessanten und schönen Art langfristig zu sichern.“
Der Titel „Schmetterling des Jahres“ wird vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der BUND NRW Naturschutzstiftung verliehen. Mit der Auszeichnung machen die Verbände auf die zunehmende Gefährdung spezialisierter Schmetterlingsarten aufmerksam.
Bericht und Fotos: LRA Rosenheim – Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf einer Blüte des Großen Wiesenknopf am Rande einer Streuwiese entlang des Uferweges. Foto: Dirk Alfermann.
Streuwiesen bieten einen selten gewordenen Lebensraum für den Schmetterling des Jahres 2026. Foto: Patrick Guderitz





