Neues Wohnen in Schleching – Mut zur Veränderung – Katharina Gasteiger moderierte die Veranstaltung
Die CSU und „Dahoam in Schleching“ hatten zur Veranstaltung „Neues Wohnen in Schleching“ eingeladen. Es wurden konkrete Ideen und Beispiele vorgestellt, wie sich die Gemeinde beim Zukunftsthema Wohnen weiterentwickeln kann.
Katharina Gasteiger, Bürgermeisterkandidatin für die Kommunalwahl, moderierte den Abend und sah im Thema Wohnen einen entscheidenden Faktor für die Zukunftsfähigkeit eines Ortes. Steigende Bau- und Grundstückskosten, fehlende bezahlbare Wohnungen für junge Familien und Ältere sowie drohende Leerstände im Ortskern stellen Schleching -wie viele andere Gemeinden im Alpenraum- vor große Herausforderungen.
Sie fragte „Ist der Traum vom eigenen Einfamilienhaus noch zu verwirklichen?“ Er ist für viele kaum mehr finanzierbar, hohe Grundstückspreise und Baukosten machen den Erwerb selbst für gutverdienende Familien schwierig. Ein weiteres Problem sah die Moderatorin bei großen Häusern, die im Alter nur noch von ein oder zwei Personen bewohnt werden – und damit wertvoller Wohnraum ungenutzt bleibt.
Ein konkretes Beispiel zur Nachverdichtung im Bestand stellte Stephan Mix (Gemeinderatsmitglied) aus Schleching vor. Er zeigte den Besuchern, wie ein bestehendes Wohnhaus kernsaniert, erweitert und in ein Mehrgenerationenhaus mit Einliegerwohnung umgewandelt wurde. Aus 170 wurden 240 Quadratmeter Wohnfläche, mit getrennten Eingängen und eigenständigen Wohneinheiten.
Diesem Beispiel folgten weitere Projekte im Gerstäckerweg. Statt 16 leben dort nun 24 Bewohner. Allerdings fielen mit den Umbauten auch drei Ferienwohnungen weg.
Blick über den Tellerrand
Katharina Gasteiger stellte Umsetzungsmöglichkeiten aus den Gemeinden des Netzwerks „Allianz in den Alpen“ vor, die eindrucksvoll zeigten, wie neue Wohnformen gelingen können. Weitere Beispiele waren vom „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) und vom SauRiassl Syndikat, das ist ein solidarisches Netzwerk aus gemeinschaftlichen und ökologischen Wohnprojekten in der Region um Altötting. Anschaulich mit Bildern wurden auch noch weitere Projekte vorgestellt. Allen gemeinsam sind: gute Planung, Bürgerbeteiligung und die Mischung unterschiedlicher Wohnformen.
Auch das neue Gesetzespaket „Bauturbo“, das Wohnungsbau beschleunigen soll, wurde besprochen, auch hier sah die Bürgermeisterkandidatin die Vorteile, aber forderte eine klare Strategie.
In der anschließenden Aussprache und Diskussion äußerten sich viele Bürger mit Aussagen wie „wir müssen Innenverdichtung möglich machen, wollen Prozesse anstoßen und Potential schlummert im gemeinschaftlichen Bauen mit dem Tenor, das Ortsbild erhalten und trotzdem weiterentwickeln“ (Michael Bachmann). „Kluge Grundstücksverhandlungen, reden mit den Bürgern, nachfragen und kommunizieren und weitreichende Vorausschau“ (Timo Kleinschroth) Es fielen Schlagworte wie Tiny-Häuser, damit auch junge Leute wieder kommen und die Möglichkeit im Alter von einem großen Bauernhaus in eine angenehme Wohnung zu ziehen. Es wurde auch Kritik geäußert, dass in Schleching in den letzten Jahren Stillstand herrscht und sich der Ort eher zurückentwickelt hat. Abschließend war die Meinung, dass der Gemeinderat nach der Kommunalwahl wieder zusammenfinden muss, um Sachentscheidungen zum Wohl der Bürger treffen zu können.
Wohnen gemeinsam denken
Die Veranstaltung machte deutlich: Die Wohnraumfrage betrifft nicht nur Bauwillige, sondern die gesamte Dorfgemeinschaft. Es geht um Infrastruktur, Tourismus, Gewerbe, Ortsbild und das soziale Miteinander, resümierte Katharina Gasteiger.
Weiter meinte sie, ob Mehrgenerationenhaus, gemeinschaftliches Bauen oder gezielte Nachverdichtung – Schleching stehe vor der Aufgabe Wohnen neu zu denken. Aber klar war für die Bürgermeisterkandidatin: Ohne Bürgerbeteiligung und breite Unterstützung wird das nicht gelingen.
Text und Foto Sybilla Wunderlich
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