Die bayerische Brauwirtschaft steht unter Druck: sinkender Bierabsatz, steigende Betriebskosten und strukturelle Veränderungen treffen auch kleine und mittelständische Traditionsbrauereien. Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat deshalb die gesamte „Wertschöpfungskette Bier“ – von Hopfen- und Braugerstenerzeuger über die Brauer bis hin zu Handel und Gastronomie – zu einem „Runden Tisch“ eingeladen.
„Die bayerische Brauwirtschaft ist ein unverzichtbarer Partner unserer Hopfen- und Gerstenerzeuger. Und bayerisches Bier ist weit mehr als ein Getränk. Es ist gelebte Tradition, Heimat und Identität. Es gehört zur kulturellen Identität Bayerns und jedes Glied in der Wertschöpfungskette muss seinen Beitrag dazu leisten, dieses wertvolle Kulturgut auch in Zukunft zu erhalten. Mir ist es wichtig, das Ohr nah an der Praxis zu haben und bestmöglich zu unterstützen“, erklärte Kaniber.
Die Ministerin machte deutlich, dass das Bayerische Landwirtschaftsministerium die Branche bereits mit vielfältigen Maßnahmen unterstützt. Dazu zählen unter anderem Investitionsfördermaßnahmen, wie etwa VuVregio, von der besonders kleine, regional verankerte Brauereien profitieren können, wenn sie sich zum Beispiel Entalkoholisierungsanlagen anschaffen möchten. Das stärkt die Innovationskraft dieser Betriebe auch im Bereich alkoholfreier Biere. Die Absatzförderung im In- und Ausland, zum Beispiel für die hochwertigen, EU-herkunftsgeschützten Bierspezialitäten, trägt zur Erschließung neuer Absatzmärkte bei. Die weiteren Angebote des Ministeriums zielen auf die Wahrnehmung und Wertschätzung besonderer Qualitätsprodukte ab und unterstreicht so die Einzigartigkeit bayerischen Biers. Hinzu kommen gezielte Impulse für vitale Dorfstrukturen im Rahmen der Ländlichen Entwicklung. All das soll die heimische Braukultur und die regionale Qualitätsausrichtung erhalten.
„Zusätzlich hat sich der Freistaat dafür stark gemacht, dass das Bayerische Bier als Imageträger und Türöffner auch in der neuen Agrarexportstrategie des Bundes besonders berücksichtigt wird. Um in einem verantwortungsvollen, altersgerechten und genussvollen Rahmen über Bayerische Bierkultur zu informieren, werden wir zudem eine Branchenkampagne unterstützen“, so Kaniber weiter.
Bayerisches Bier ist seit 2001 von der Europäischen Union als geschützte geographische Angabe (g.g.A.) als traditionelle Spezialität und Qualitätsprodukt anerkannt.
In diesem Zusammenhang lobte Kaniber die Positionierung und Innovationskraft der Brauereien: „Tradition und Innovation schließen sich bei uns in Bayern keineswegs aus. Viele haben den Trend zu alkoholfreien und alkoholreduzierten Bieren, neuen, auch funktionalen Mischgetränken und regionaler Produktion erfolgreich aufgegriffen und sich im Sortiment breiter aufgestellt“, erklärte die Ministerin.
Trotz rückläufigem Gesamtbierabsatz bewegt sich die Branche im Freistaat weiterhin auf einem hohen Niveau. „Wir haben in Bayern vergleichsweise gute Rahmenbedingungen, um unsere starke Position im Qualitätssegment zu halten und auszubauen. Massenware ist austauschbar. Bayerisches Bier nicht. Nutzen Sie dieses Pfund, bleiben Sie authentisch. Der Freistaat steht fest an Ihrer Seite“, sagte die Ministerin abschließend.
Bericht: Bayerisches Landwirtschafts- und Tourismusministerium – Archiv-Foto: Hötzelsperger




