Leitartikel

Rosenmontag beim Samerberger Dorfbäcker



Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Am Rosenmontag gilt am Samerberg eine einfache Regel: Wer geschniegelt zur Bäckerei kommt, ist selber schuld. Denn beim Samerberger Dorfbäcker wurde heute nicht nur verkauft – es wurde inszeniert. Zwischen Brotregalen und Kaffeeduft stand Verena Grad geschniegelt wie frisch aus der „Spa-Schicht“: im geblümten Bademantel, mit Schlafmaske auf der Stirn und kühlenden Augenpads.

Kurz: Dienstbeginn im Wellness-Modus – nur dass hier statt Gurkenscheiben die Krapfen die Hauptrolle spielen.

Und die hatten es in sich. Während die Kaffeemaschine brummte und die Auslage goldgelb leuchtete, präsentierte Kerstin Schlosser das Rosenmontags-Argument schlechthin: ein Tablett voll Faschingskrapfen, geschniegelt mit Puderzucker, Zuckerschnee und Zuckerguss – manche sogar mit feiner Schokodrizzle, als hätte der Fasching persönlich unterschrieben. Wer da „nur schnell“ reingehen wollte, hatte verloren. (Oder gewonnen – je nach Blick auf die Waage.)

Die Kundschaft bekam jedenfalls nicht bloß Backwaren, sondern auch beste Laune serviert: ein breites Grinsen hinter der Theke, ein Augenzwinkern dazu und die stille Botschaft, dass man den Alltag ruhig mal im Bademantel abholen darf – solange der Krapfen stimmt. Rosenmontag eben: nicht geschniegelt, aber glücklich.

Bericht und Bilder: Rainer Nitzsche



Redaktion

Toni Hötzelsperger

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